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15:52 06.06.2019
Dein Baby "spricht" mit dir: Die Dunstan-Babysprache leistet Übersetzungshilfe für Eltern in Sachen Babylaute. Quelle: S. Kobold/Fotolia.com

Was ist die Dunstan-Babysprache, warum ist sie hilfreich und wie können Eltern sie lernen? Antworten gibt Vivian König (43), selbst Mutter eines Sohnes und einer Tochter, Geschäftsführerin der Zwergensprache GmbH, Autorin von Elternratgebern und deutschlandweit Ausbilderin der Dunstan­-Babysprache. Die Babyzeichen- und Babylaute-Expertin bietet in Leipzig, Markranstädt und Schkeuditz Kurse für Babysprache an.

Frau König, oft beginnt ein Rätselraten, wenn ein Baby weint, schreit oder Laute „brabbelt“. Was steckt dahinter? Hunger, Bauchweh, Müdigkeit, ein bestimmtes Gefühl? Sie sagen, hört aufmerksam zu: Das Neugeborene spricht mit seinen Eltern. Was genau ist die Dunstan-Babysprache? Eine Bedienungsanleitung für das Baby?

Bei der Babysprache handelt es sich um Reflexe, die ein jedes Baby hat und die einen bestimmten Ton auslösen. In den ersten vier Lebensmonaten des Babys, kann man diese spezifischen Reflex-Laute hören. Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen den fünf Lauten und den biologischen Grundbedürfnissen: Hunger oder Bauchweh haben, müde sein, Bäuerchen machen, sich unwohl fühlen.

Diese Laute äußert das Baby, bevor es anfängt zu weinen oder zu schreien. Die Forschung hat bestätigt, dass in jedem kindlichen Weinen Botschaften enthalten sind. Ein einzigartiger Aspekt des Dunstan Ansatzes ist es, die wichtige Vor-Schrei-Phase der Babys zu betrachten. Wenn die Eltern verstehen, warum sich ihr Baby meldet, können sie auf seine Bedürfnisse richtig reagieren – bevor das Weinen eskaliert.

Woher stammt die Idee mit der Dunstan-Babysprache?

Priscilla Dunstan ist eine australische Opernsängerin mit einem fotografischen Gedächtnis für Klänge. Ihr Sohn litt unter starken Koliken. Sie fand heraus, dass sich seine Laute, bevor er anfing zu schreien, unterschieden. Studien bestätigten, dass Kommunikation zwischen Eltern und ihrem Neugeborenen vom ersten Tag an existieren kann: Zehn Jahre Forschung an über 1000 Babys aus über 30 Ländern der Welt und über verschiedene Kulturkreise und Muttersprachen hinweg, haben diese universelle Babysprache ans Licht gebracht. Die Dunstan Babysprache ist also in Wirklichkeit die Sprache jedes Babys.

Wo liegen die Ursprünge dieser Sprache?

Die Ursprünge dieser Sprache liegen in unserer Evolution. Der Schrei eines Menschenbabys ist wie der eines hilflosen Jungtieres: ein wichtiger Schutzmechanismus. Laute müssen spezifisch und unterschiedlich sein, damit jede Menschen- oder Tiermutter sofort richtig darauf eingehen kann.

Wie hören sich die Laute der Menschenbabys an?

Die fünf Laute der weltumspannenden Babysprache sind: „Neh“ (ich bin hungrig). „Owh“ (ich bin müde), wobei der Mund oval geformt ist. Dagegen heißt „Eh“: Ich muss aufstoßen. Der Laut „Heh“ bedeutet: Etwas ist unangenehm für mich. Der Laut „Eärh“ kann Bauchweh oder Kolik bedeuten.

Der Bedürfniskreis, nach dem die Laute der Neugeborenen in der Dunstan-Babysprache unterschieden werden. Quelle: Zwergensprache GmbH

Es geht also auch ohne Worte. Im besten Fall verstehen sich das Baby und seine Eltern von Anfang an. Das gute Miteinander schafft bestimmt für beide Seiten Vorteile?

Babys, auf deren Bedürfnisse sensibel eingegangen wird, entwickeln eine sichere Bindung zu ihren Eltern. Urvertrauen entsteht in den ersten Monaten des Babys. Die Sicherheit der Eltern, ihr liebevolles Verständnis, kann es stark machen fürs ganze Leben. Entspannte Kinder – entspannte Eltern. Mama und Papa fühlen sich nicht hilflos, sondern gestärkt; manche Stresssituation entsteht gar nicht erst.

Wann sollten Eltern, Angehörige oder andere Betreuer die Babysprache lernen?

Idealerweise während des letzten Schwangerschaftsdrittels oder während der ersten 12 Wochen nach der Geburt. Babys verwenden die Laute meist bis zum vierten, fünften Lebensmonat. Fühlt es sich verstanden, wandelt sich ab dem vierten Monat diese reflexbasierte Kommunikation vom Kind in eine bewusste Anwendung der Laute. So kann es gut sein, dass diese zum Teil sogar bis zum ersten Geburtstag beibehalten werden.

Die nächsten Termin in Leipzig

Samstag 15.06.19, 9.30 bis 12 Uhr,  in der Petersbogen Apotheke

Dienstag 25.06.19, 18.30 bis 21 Uhr, im Kikoo Kinderland

Samstag 03.08.19, 9.30 bis 12 Uhr,  in der Petersbogen Apotheke

Dasselbe Angebot ist auch im Familienzentrum „Müzel“ Grünau im Programm, geleitet von Barbara Mößner. Die Termine sind am 21.06.19 und 19.07.19 jeweils 17 bis 20 Uhr.

Frau König, Sie sind Trainerin der Dunstan-Babysprache, neue Kurse sind im Mai in Leipzig gestartet. Es muss Freude machen, Eltern oder Betreuern zu helfen.

Ja, erst kürzlich kamen Eltern mit ihrem Baby zu mir und meinten: Unser Kind weint so viel. Das Baby hatte zu viel Luft im Unterbauch. Ich habe gezeigt, wie die Eltern das Bauchweh sanft wegmassieren können. Damit es künftig gar nicht erst entsteht, riet ich ihnen, auf den Laut für Bäuerchen zu achten. Gleichzeitig sollte das Kind tagsüber viel aufrecht getragen werden. Nach einer Woche riefen mich die Eltern an und meinten: Unser Kind ist wie ausgewechselt und weint nicht mehr.

Weitere Informationen unter www.versteh-dein-baby.com

Interview: Ingrid Hildebrandt

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