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Aktuelles Willkommen daheim: Andreas Paul aus Colditz
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06:00 06.06.2019
Andreas Paul (52) arbeitet als Personalchef bei Anona in Colditz. Quelle: privat
Colditz

Natürlich habe es ein Weilchen gebraucht, sich wieder einzugewöhnen. Doch er habe seine Heimkehr nie bereut, sagt Andreas Paul. Der 52-Jährige ist Personalchef von Anona in Colditz, einem weltweit agierenden Player für diätetische Lebensmittel mit 470 Angestellten.

Er nennt seine Entscheidung, zurück in den Osten zu kommen, noch immer einen Glücksfall: „Ich wohne in Zettlitz bei Rochlitz, fahre mit dem Auto zur Arbeit nach Colditz nur acht Kilometer. Die ganze Pendelei fällt dadurch weg, was ich sehr genieße. Ich habe nun deutlich mehr Zeit für die erwachsenen Kinder, das Grundstück und zum Rennradfahren.“

Bis 2016 sahen Paul und seine aus Zettlitz stammende Frau Heike sowohl Familie als auch Freunde nur an den Wochenenden. Beide hatten gut dotierte Jobs in Niedersachsen. Dennoch: Das Pendeln empfanden die Eheleute immer mehr als Stress und Einbuße an Lebensqualität. Freitags nach der Arbeit ging es hin, sonntags wieder zurück. „Eine Strecke 500 Kilometer. Auf die Dauer war das schrecklich. Irgendwann beschlossen wir, einen Schlussstrich zu ziehen und wieder für immer in die alte Heimat zu gehen.“

Eine Stellenanzeige ebnete dem Personalleiter eines Herstellers für Lacke und Farben bei Cloppenburg den Weg nach Sachsen: „Die Jobmöglichkeiten im Osten sind inzwischen ganz andere als noch in der Nachwendezeit – nun werden wieder Fachkräfte gesucht“, sagt Andreas Paul. Wer wüsste das besser als er. Der in Brehna bei Bitterfeld aufgewachsene Abiturient ließ sich in Löbau zum Offizier ausbilden. In der Bundeswehr blieb er jedoch nur bis 1999. Ein Sportunfall machte eine Karriere als Berufssoldat unmöglich. Weil sich im Osten beruflich nichts Vergleichbares ergab, siedelte er in den Westen über.

Dort fand er zunächst Anstellung als Leiter für Fort- und Weiterbildung, arbeitete sich schließlich zum Geschäftsführer der unternehmenseigenen Bildungsakademie hoch. 2012 wurde er Personalchef. Insgesamt 14 Jahre blieb er im Westen. Danach heuerte er in Colditz an und setzte sich gegen mehrere Mitbewerber durch.

„Ja klar, Land und Leute sind schon unterschiedlich. Ich sag’ mal so: Die Sachsen sind nicht besser oder schlechter als die Niedersachsen. Sie sind halt anders drauf.“ Mit seiner Heike fühle er sich im Haus in Zettlitz, das die Familie nie aufgegeben hatte, pudelwohl. Da auch das Team in Colditz passe, möchte er langfristig bleiben: „Ich habe jedenfalls nicht vor, mich noch einmal zu verändern.“

Von Haig Latchinian

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