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Digital „Anthem“ im Test: Wie gut ist das neue Bioware-Spiel?
Nachrichten Digital „Anthem“ im Test: Wie gut ist das neue Bioware-Spiel?
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22:27 24.02.2019
Guten Flug: In „Anthem“ stürzen sich die Spieler in futuristischen Kampfanzügen in Dschungelkämpfe auf einem fremden Planeten. Quelle: EA
Leipzig

Gute Spiele haben einen Schlüsselmoment, einen magischen Augenblick, der die Spieler wie ein Angelhaken packt. Auch „Anthem“, das neue Actionspiel des renommierten Studios Bioware, hat so einen Moment.

Die Spieler ziehen einen futuristischen Kampfanzug an. Dann springen sie von einer hohen Plattform herab in einen dichten Dschungel, zünden den Jetpack und sausen durch das Dickicht wie einst Iron Man. Nur dass es hier besser aussieht und sich besser anfühlt als im Kino.

Actiontrip im Aliendschungel: Die Spielwelt von „Anthem“ ist riesig und sieht spektakulär aus. Quelle: EA

Anthem“ spielt in einer gefährlichen Welt voller Geheimnisse, die teils wirklich geheimnisvoll sind, teils eher schlecht erklärt. Die menschliche Zivilisation auf diesem fremden Planeten ist offenbar nicht die erste, denn alles dreht sich um Ruinen und um rätselhafte Kräfte, die immer noch wirken.

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Dramatische Landschaften voller Steilklippen, Höhlen und Wasserfälle warten auf Entdecker. Spieler fliegen durch die Wildnis und erledigen Missionen. Fast immer folgt auf eine kurze Anreise und ein kleines Rätsel der Kampf gegen große Gegnermannschaften.

Wer alleine spielt, erlebt langwierige Schusswechsel mit zähen Monstern. Zwei bis vier Spieler gemeinsam können dagegen ihre Kräfte kombinieren und sind dann erfolgreich.

Mehr Spaß im Team: Für Einzelspieler gestalten sich die Kämpfe mitunter langwierig. Quelle: EA

Anfangs ist „Anthem“ unübersichtlich. Es gibt vier Varianten der Kampfanzüge, die verschieden auf- und ausgerüstet werden. Das Fliegen in den Anzügen fühlt sich toll an, verlangt aber Geschick und Übung. Die Anzüge überhitzen schnell, weswegen die Gefährten sich regelmäßig abkühlen oder landen müssen.

Die Schusswechsel im Herzen der Missionen sind für Actionveteranen leicht zu steuern. Übung erfordert aber der richtige Einsatz der Griffe, die Koordination mit Teamkollegen und das dreidimensionale Positionsspiel.

Anthem“ hat zwar eine Geschichte, aber die wird in einer Basis zwischen den Missionen erzählt. Hier können Spieler allein herumlaufen, können Gespräche mit den Einwohnern dieser Welt führen. Das ist hübsch, aber recht dünn.

Im Gegensatz zur riesigen Spielwelt da draußen ist die Heimatfestung bedrückend klein und enttäuschend leer. Ausufernde Dialoge mit schillernden Charakteren waren einmal das Besondere am Entwicklerstudio Bioware. Das Erbe scheint jedoch verloren.

Üppige Dialoge mit schillernden Charakteren sind eigentlich die Spezialität der Entwickler von Bioware. In „Anthem“ bleibt in diesem Bereich jedoch noch viel Luft nach oben. Quelle: EA

Oder kommt da noch mehr? „Anthem“ gehört zur neuen Klasse von Spielen, die mit immer neuen Inhalten aus dem Internet wachsen und sich weiterentwickeln. Es könnte also noch bessere Geschichten erzählen. Zum Start ist es nicht mehr und nicht weniger als ein launiger Actiontrip in den Dschungel – am besten mit Freunden.

„Anthem“ gibt es für PC, PS4 und Xbox One und kostet 70 Euro. Quelle: EA

Infos & Wertung

Wertung: 3,5 von 5 Punkten

Genre: Action-Rollenspiel

Erscheinungsdatum: 22. Februar 2019

Plattform: PC, PS4, Xbox One

Preis: ca.60 bis 70 Euro (bei Amazon)

Jugendfreigabe: ab 16

Entwickler: Bioware

Publisher: EA

Website: http://ea.com/games/anthem

Das sollten Eltern über „Anthem“ wissen

Mit der Freigabe ab 16 ist schon viel gesagt. „Anthem“ ist ein Onlinespiel; es braucht halbwegs mündige Spielerinnen und Spieler, die online souverän mit Fremden spielen und umgehen können. Und wie die meisten Onlinespiele hat es praktisch kein Ende. Wie eine Möhre am Angelhaken baumelt ständig die nächste kleine Belohnung vor der Spielernase.

Selbstbeherrschung und soziale Kompetenz müssen die Abenteurer also mitbringen. Wer das schon kann, der wird von der streckenweise düsteren Geschichte wahrscheinlich auch nicht mehr überfordert. Der Kampf gegen fremdartige Wesen auf einer anderen Welt fühlt sich nie besonders unheimlich an.

Von Jan Bojaryn

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