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Digital Ein Kult-Spiel der 90er kehrt zurück – das neue „Jagged Alliance“ im Test
Nachrichten Digital Ein Kult-Spiel der 90er kehrt zurück – das neue „Jagged Alliance“ im Test
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11:10 26.01.2019
„Jagged Alliance: Rage!“: Ein Kult-Spiel der 90er kehrt zurück – und kämpft mit Ladehemmungen. Quelle: Handy Games
Leipzig

Alte Liebe rostet nicht – für Fans von „Jagged Alliance“ gilt dieses Motto seit fast 20 Jahren. So lange warten sie schon auf einen würdigen Nachfolger des 1999 erschienen zweiten Teils des Rundenstrategie-Spiels, der bis heute als Meilenstein des Genres gilt.

Eine Söldnerarmee heizte darin der verhaltensauffälligen Diktatorin Deidranna auf einer Tropeninsel ein. Die süchtig machende Formel aus anspruchsvollen Kämpfen, sarkastischen Protagonisten und Equipment-Sammeltrieb ließ Spieler wochenlang auf „Arulco“ stranden.

Alte und neue Helden nehmen Bösewichte auf einer Dschungelinsel auseinander: Das Remake lässt Erinnerungen an das legendäre Vorbild aufblitzen. Quelle: Handy Games

Schon alleine die Ankündigung eines neuen Ablegers versetzt Fans seither jedes Mal in Euphorie, verbunden mit chronischer Skepsis: Werden die hohen Erwartungen nach zahlreichen enttäuschenden Ablegern endlich erfüllt? Im Fall des neuen Spin-Offs „Jagged Alliance: Rage!“ ist die Antwort nicht so einfach.

Wenn im Dschungel das Knie schmerzt

Schon nach wenigen Spielszenen wird klar: Das Remake lässt Erinnerungen an das Kult-Vorbild aufblitzen, trotz der gewöhnungsbedürftigen Comic-Optik. Mit zwei von sechs altbekannten Helden – sie sind in der Zwischenzeit 20 Jahre gealtert – geht es erneut auf eine Dschungelinsel.

Deckungssuche im feindlichen Lager: Das Eiland muss Sektor für Sektor zurückerobert werden. Quelle: Handy Games

Mit dabei sind Raven, Shadow, Grunty, Vicki, Dr. Q. – und Ivan Dolwitsch. Der Russe hat inzwischen Knieschmerzen und Alkoholprobleme, aber immer noch so knurrige Sprüche wie einst auf Lager.

Auf der Insel verbreitet Deidrannas Ex-Diener Elliot Angst und Schrecken. Wie in „Jagged Alliance 2“ muss das Eiland Sektor für Sektor zurückerobert werden. Kommt es zum Gefecht, rückt der Spieler Zug um Zug vor, muss sich seine Aktionspunkte für Schritte, Deckungssuche und Schüsse clever einteilen und sich zwischendurch um eingefangene Kugeln und nervige Ladehemmungen am Gewehr kümmern.

Nur ein wütender Söldner ist ein guter Söldner

Da die Armee häufig um das Zehnfache überlegen ist, sind die Söldner gut beraten, sich zunächst heranzuschleichen und Gegner lautlos auszuschalten. An vielen Stellen erinnert „Rage!“ deshalb an Taktik-Spiele wie „Commandos“ oder „Desperados“.

Eine der Neuerungen: Im Kampf baut jeder Söldner die für das Spiel namensgebenden Wutpunkte auf. Sie können für individuelle Spezialaktionen verwendet werden und erlauben in der Schlacht zusätzliche Angriffsmöglichkeiten. Ihr Nutzen ist sehr unterschiedlich. Während Raven Präzisionsschüsse abfeuert, verspottet Ivan seine Gegner lediglich und schüchtert sie so ein.

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Rage!“ will kein „Jagged Alliance 3“ sein – so wurde auch an Komplexität und Umfang gespart. Die Tiefe der Vorlage erreicht das Spiel nicht. Mehr Söldner und Bewohner auf der Insel, ein Wirtschafts-System (Geld spielt in „Rage“ keine Rolle) und eine cleverere Gegner-KI hätten dem Taktik-Titel gut getan.

Einsteiger und Veteranen, die sich auf eine Light-Version des Originals einstellen, erhalten hier zum Sparpreis immerhin solide Taktik-Kost.

Von Robert Nößler

Wertung und Infos

3 von 5 Punkten

Genre: Rundenstrategie

Erscheinungsdatum: 6. Dezember 2018

Plattformen: PC, PS4, Xbox One

Preis: 20 Euro (PC) bzw. 30 Euro (Konsolen) - hier bei  Amazon

Jugendfreigabe: ab 16 Jahren

Entwickler: Cliffhanger Producions

Publisher: Handy Games

Website: https://jaggedalliance.com/de/

Das sollten Eltern über „Jagged Alliance: Rage!“ wissen

Die idyllische Kulisse trügt: Hinter der Comic-Fassade von „Jagged Alliance: Rage!“ verbirgt sich ein beinhartes Kampfspiel. Zwar steht strategische Planung im Vordergrund, aber Spieler bekommen manche Brutalitäten zu sehen. Es wird geschossen, gemeuchelt und ums eigene Überleben gekämpft – auch wenn die Darstellung der Gewalt weder besonders explizit noch blutig ist. Die USK hat das Spiel ab 16 Jahren freigegeben.

 

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