Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Digital Apples iOS 13 für das iPhone im ersten Praxistest
Nachrichten Digital Apples iOS 13 für das iPhone im ersten Praxistest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:38 27.06.2019
Ein genauerer Blick auf Apples neues iPhone-Betriebssystem iOS 13 – hier ein Detail aus der Karten-App. Quelle: Apple Inc
Hannover

Wie immer, wenn Apple oder ein anderer großer Hersteller ein neues Betriebssystem ankündigt, werden jede Menge Vorschusslorbeeren verteilt. Aber wie gut die jeweilige Software wirklich ist, lässt sich erst im Praxistest herausfinden. Wir haben die Neuerungen von iOS 13, das erstmals nur für das iPhone verfügbar ist, in der nun öffentlichen Beta-Version getestet. Die finale iOS-Version soll im Herbst erscheinen.

iOS 13 ist das vielleicht revolutionärste Update – und das liegt daran, dass sich viel geändert hat, aber man das gar nicht sofort merkt. Die Revolution ist also eher eine Evolution. Alles sieht nach der Installation der Beta-Software aus wie immer. Einzig zwei neue App-Symbole sind zu sehen: Suchen und Kurzbefehle. Mit „Suchen“ lassen sich jetzt Freunde und Apple-Geräte noch besser lokalisieren, „Kurzbefehle“ erlaubt die Erststellung eigener Shortcuts für häufig angewandte Befehle oder Funktionen.

Beim Bummel durch die meistgebrauchten Apps sind die Änderungen allerdings auffällig. Denn in vielen Fällen wurde nicht nur die Anwenderfreundlichkeit, sondern auch das Design modifiziert. So wie bei: 

Mail

Das systemeigene Emailprogramm ist wesentlich übersichtlicher geworden. Ruft man eine Mail auf und klickt auf den kleinen Pfeil unten rechts, öffnet sich – im Unterschied zu vorher – nicht automatisch eine Antwort-Mail, sondern ein kleines Menü mit den wichtigsten Mailfunktionen. Dieser Zwischenschritt ist wirklich praktisch, da sich mit diesem Feature ordentlich Zeit sparen lässt im Vergleich zu älteren iOS-Versionen.

Das neue Mail-Menü. Quelle: Daniel Killy/RND

Ebenso praktisch ist die neue „QuickPath Typing“-Funktion. Sie erfasst Wischbewegungen der Finger über die Tastatur und erstellt daraus, erstaunlich fehlerfrei und treffsicher, das entsprechende Wort. Während der Reise von Buchstaben zu Buchstaben entsteht eine Wischspur, die in Echtzeit den Weg der Finger (oder besser des Fingers) nachzeichnet. Derlei Keyboards gab es bisher als Software von Drittanwendern. Mit etwas Übung hat diese Funktion von iOS 13 richtigen Mehrwert.

Schreiben per Wischbewegung – eines der neuen Features von Mail. Quelle: Daniel Killy/RND

Möchte man eine neue Mail erstellen, erscheint über der Tastatur ein weiteres Dialogfeld. Dort lassen sich unterschiedlich Anhänge einfügen – aber, und auch das ist neu – Emails lassen sich jetzt in der App wesentlich professioneller gestalten. Ob mittels Layoutmenü oder sogar mit handschriftlichen Anmerkungen oder Skizzen.

iOS 13 Quelle: Daniel Killy / RND

Dark Mode

Die schon aus dem MacOS bekannte Dark-Mode-Einstellung ist ab iOS 13 auch für Apples mobile Welt verfügbar. Dark Mode sieht nicht nur fantastisch aus, der Dunkel-Modus ist zudem energie- wie augenschonend und soll sogar den Nachtschlaf verbessern; für all die Unverbesserlichen, die ihr iPhone neben dem Bett liegen haben. Aktivieren lässt sich Dark Mode entweder automatisch, so dass er sich nach Sonnenuntergang einschaltet oder manuell – für alle, die dunkle Seite ihres iPhones einfach cooler finden.

Apple iOS 13 - Praxistest Quelle: Daniel Killy/RND

Hier gibt es einige Eindrücke, wie sich das iPhone im Nachtgewand präsentiert.

Hier einige Eindrücke des iPhones im neuen Dunkel-Modus – quer durch verschiedene Anwendungen oder Menüpunkte.

Natürlich hat Apple auch seine Wallpapers, also die Bildschirmhintergründe, in iOS 13 so aktualisiert, dass sich einige Modelle jetzt dem Tag-/Nachtmodus anpassen. Das ist ein wirklich fesches Feature, wenn natürlich auch eine Spielerei.

Fotos

Hier ist praktisch alles neu. Vier Menüpunkte liegen unter der Bilddarstellung. Jetzt kann man seine Fotos mit einem Fingertippen nach Jahren, Monaten, Tagen oder der Gesamtansicht sortiert anschauen. In der Tagesfunktion sind die Bilder komplett untereinander angeordnet – man kann aber mit Klicken auf ein einzelnes Bild hin und her blättern. Bei der Monatssortierung unterscheidet die Software zwischen eintägigen und mehrtägigen Ereignissen beziehungsweise Aufenthalten. Die Jahresansicht wiederum besteht aus Einzelfotos, die nach einigen Sekunden zu wechseln beginnen. Live-Fotos und Videos beginnen übrigens von allein, sich abzuspielen, so dass auch eine statische Ansicht dynamisch wird. Praktisch: Duplikate werden ausgeblendet.

Die Foto-App ist bei iOS 13 komplett neu strukturiert – einige Eindrücke.

Karten

Komplett überarbeitet wurde auch die Karten-App. Neben präziseren Kartendaten sind etliche Neuerungen in der App enthalten. In der Beta-Version sind alle Features allerdings erst für San Francisco und Las Vegas verfügbar.

iOS 13 Karten iOS 13 Karten Quelle: Killy/RND

Wählt man eine Adresse aus (in diesem Fall das „Castro Theatre“ in San Francisco), kann man mit einem Klick auf das Fernglas im Menü über dem Kompass eine dreidimensionale Straßenansicht bestaunen, in der man sich – im Unterschied zu Google Streetview, wirklich dreidimensional umschauen und virtuell durch die gesamte Gegend „spazieren“ kann.

iOS 13 Karten Quelle: Killy/RND

Ein Klick auf den Button Flyover bietet die Vogelperspektive.

iOS 13 Karten Quelle: Killy/RND

Hält man den Überflug an, werden gebäudegenau Bars, Restaurants und andere Orte von Interesse per Symbol angezeigt.

iOS 13 Karten Quelle: Killy/RND

Fazit

iOS 13 bietet viele praktische Änderungen, die das iPhone noch einfacher bedienen lassen, als das ohnehin schon der Fall ist. Nach ein paar Tagen sind auch die erweiterte Notizen-App sowie die Erinnerungsfunktion positiv aufgefallen. Ab und zu stürzt das iPhone ab, das allerdings ist bei frühen Betaversionen völlig normal. Ein professioneller Dauerbetrieb jedenfalls ist weitgehend störungsfrei bereits jetzt möglich. Und alle vertrauten Funktionen wie Face ID und Siri sowie der Wechsel zwischen Anwendungen funktionieren jetzt erneut deutlich schneller – wie schon nach dem Update auf iOS 12. Und den iTunes-Store gibt es übrigens in dieser Beta-Version noch.

Das neue iPhone-Betriebssystem ist schon jetzt zu empfehlen. Spannend bleibt, wie sich das ebenfalls runderneuerte und erstmals unter eigenem Namen auftretende iPad OS anfühlt.

Wer mitmachen möchte beim Apple Beta-Testing kann sich hier anmelden.

Lesen Sie auch:
iOS 13 und iPadOS Betas veröffentlicht: Das sind die neuen Features

Entwicklerkonferenz: Apple ist wieder im Arbeits-Modus

Die Apple-Keynote zum Nachlesen: Neuer Super-Mac, das iTunes-Aus und der DarkMode

Von Daniel Killy/RND

Eine Woche nachdem Facebook seine Pläne für eine eigene Digitalwährung verkündet hat, wächst die Kritik an Libra. Experten befürchten, Facebook könne damit seine Macht weiter ausbauen – und so zu einer Art digitalem Staat werden.

27.06.2019

Entwickler Mozilla warnt vor Sicherheitslücken im E-Mail-Programm Thunderbird. Drei Schwachstellen sind demnach entdeckt worden. Nutzer sollten diese per Update beseitigen.

27.06.2019

Ein Sicherheits-Unternehmen berichtet über eine Schwachstelle bei Microsoft-Excel. Sie erlaube es Angreifern, Schadsoftware auf Endgeräte einzuschleusen. Eine normale Excel-Funktion wird dabei zur Falle.

27.06.2019