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Digital Schwereloser Schrecken: So spielt sich „Observation“
Nachrichten Digital Schwereloser Schrecken: So spielt sich „Observation“
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16:00 23.06.2019
Die Leere, der Horror und die Schönheit des Weltraums: „Observation“ fängt diese Faszination sehr effektiv ein. Quelle: Devolver Digital
Leipzig

Das All lässt uns nicht nur staunen, es jagt uns auch das kalte Grauen ein – beides auf einmal. Das ComputerspielObservation“ fängt diese Faszination sehr effektiv ein. Die komplexen Gefühle laufen Spielern in Schauern über den Rücken.

Observation“ ist eine Art Adventure, eine interaktive Erzählung mit leichten Rätseln und Minispielen. Spieler schlüpfen in die Rolle von „SAM“. Der künstlich intelligente Schiffscomputer bewohnt und kontrolliert eine Raumstation, eine Art Nachfolge-ISS, die eigentlich um die Erde kreisen sollte.

Aber SAM und die Astronautin Emma bemerken schon vor dem Vorspann, dass etwas nicht stimmt. Offensichtlich gab es einen Unfall, offensichtlich kreist die Station jetzt ganz woanders, offensichtlich sind Emmas Kollegen spurlos verschwunden.

Der Science-Fiction-Thriller ist bis in die letzten Windungen des Plots filmreif inszeniert. Quelle: Devolver Digital

Der Science-Fiction-Thriller ist bis in die letzten Windungen des Plots filmreif inszeniert. Dass das Spiel von einem kleinen Team entwickelt wurde, sieht man ihm nicht an. Das Innere der Raumstation wirkt realistisch, als flimmere ein NASA-Livestream über den Bildschirm.

Auch das gleißend leere Weltall wirkt auf unheimliche Art glaubwürdig. Nur in Nahaufnahmen der Astronautin Emma stößt das Spiel an technische Grenzen. Trotzdem: Die Raumstation fühlt sich einfach echt an. Umso beklemmender wird die Enge, wenn etwas schief geht. Natürlich geht eine Menge schief.

Die Raumstation fühlt sich einfach echt an. Quelle: Devolver Digital

Weniger toll ist leider die Steuerung des Spiels umgesetzt. In der Rolle des Schiffscomputers können Spieler allerlei Systeme kontrollieren, können das Geschehen entweder über Bordkameras beobachten, oder mit einem kleinen Roboter durch die Flure fliegen.

All die futuristischen Bedienelemente sehen stilvoll und etwas kryptisch aus. In einem Film würde das funktionieren, in einem Spiel funktioniert es eher nicht. Auch in Notfällen müssen Spieler dann erst noch herausfinden, wie irgendwelche Apparaturen der Station bedient werden.

Astronautin Emma und Bordcomputer SAM bemerken schon vor dem Vorspann, dass etwas nicht stimmt Quelle: Devolver Digital

Schwierig ist das nicht, trotz aller Katastrophen herrscht eigentlich kein Zeitdruck; aber es ist jedes Mal frustrierend, wieder nicht zu wissen, welcher Knopf an welcher Stelle gedrückt werden muss.

Es passt auch nicht zur Geschichte. Eigentlich sollen Spieler doch einen intelligenten, etwas zwielichtigen Computer steuern – und keinen Saugroboter, der die Tür nicht aufbekommt.

Einziger Schwachpunkt: die Steuerung des Spiels ist teilweise etwas mühsam umgesetzt. Quelle: Devolver Digital

Die unnötige Geheimniskrämerei in den Menüs macht das Spiel nicht spannend oder unheimlich, sie ist einfach lästig. Aber sie kann die Klasse dieses Titels nicht überschatten.

So packend und auf den Punkt wie hier erzählen Computerspiele selten eine Geschichte. Wer sich zwei Abende Zeit nimmt, der erlebt einen herrlich bösartigen Weltraumthriller.

Wertung und Infos

Wertung: 4,5 von 5 Punkten

Genre: Adventure

Erscheinungsdatum: 12. März 2019

Plattformen: PC, PS4

Preis: 21 bis 25 Euro

Jugendfreigabe: 17 (USA)

Entwickler: No Code

Publisher: Devolver Digital

Website:
https://observationgame.com

Das sollten Eltern über „Observation“ wissen

Auch, wenn die Kinder Alexander Gerst lieben – diesen Horrortrip sollten Eltern ihrem Nachwuchs ersparen. „Observation“ spielt mit dem Unbehagen, der Klaustrophobie und der Isolation im Weltall. Besonders brutal oder blutrünstig ist das Spiel nicht, aber es erzeugt eine ständige Anspannung bei den Spielern.

Observation“ ist einfach ein erwachsenes Spiel mit erwachsenen Themen. Wer das spielen will, der sollte alt (und nervenstark) genug sein, Horrorfilme anzuschauen. Auch leichten Schwindel und Orientierungslosigkeit beim Flug mit dem Roboter müssen Spieler aushalten.

Von Jan Bojaryn

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