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Kultur Allzu erwartbares Rock-Konzert: The Editors vor 2300 Fans im Haus Auensee
Nachrichten Kultur Allzu erwartbares Rock-Konzert: The Editors vor 2300 Fans im Haus Auensee
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18:12 31.10.2013
Sauberer Rock, mehr leider nicht: Tom Smith von The Editors im Haus Auensee. Quelle: Christian Nitsche
Leipzig

Und darin liegt vielleicht doch ein Problem.

In der dunklen, blauen Atmosphäre des Haus Auensee folgen die Tracks rasch aufeinander. Die fünf Engländer heben sich als Silhouette gegen die Stroboskope ab. Die Lichtshow ist ergreifend. Packend ist auch die tiefe Stimme von Tom Smith. Mit ausgestreckten Händen bietet er seine Lieder dem Publikum an. Aber außer ein paar "Dankeschön" hat er kaum ein Wort für die 2300 Zuschauer, die sich im Saal dicht drängen.

Der pausenlose Rhythmus des Konzerts ist von der dominierenden Bass-Drum bestimmt, die oftmals Eliott Williams Keyboard-Arrangement überdeckt. Einmal singt Tom Smith eine Ballade allein mit seiner Gitarre. Später klettert er für ein anderes Lied auf sein Klavier. Es bleibt aber wenig Raum für Unvorhergesehenes und die Fantasie.

"Sie haben zu viel vom letzten Album gespielt", sagen Claudia (36), Christian (33) und Steven (37), "und es fehlt uns die düstere Atmosphäre und die Energie des Anfangs. Es war trotzdem ganz gut." Die Hits, die sie erwartet hatten, haben sie dennoch mitsingen können - "In this Light on this Evening" zum Beispiel; das berühmte "Munich", das die Gruppe 2005 bekannt gemacht hat; und "Papillon", das zum Schluss endlich den ganzen Saal entflammt hat.

Wie auf ihrer neuen Platte, "The Weight of Your Love" haben The Editors auf der Bühne Rock gespielt. Die Elektro-Klänge ihres vorletzten Albums, "In This Light and on This Evening", die ihnen manchmal vorgeworfen wurden, waren nur während der Zugabe kurz zu hören. Auf dieser Tournee sind die Gitarren privilegiert, und glücklicherweise funktionieren die Riffs von Justin Lockey sehr gut.

Jens (43) folgt der Gruppe seit ihrem Debüt und hat sie schon vier Mal live gesehen. Diesmal ist er mit seiner Frau Katrin (43) und Tochter Rosalie (15) gekommen. "In einem kleinen Saal ist es immer toller. Jetzt sind sie vielleicht ein bisschen zu theatral geworden. Aber sie sind immer noch super." Nur zehn Jahre alt ist die Gruppe, allerdings scheint sie bereits Schwierigkeiten zu haben, ihrer Musik neues Leben einzuhauchen.

Seit der Trennung von Gitarrist Chris Urbanowicz 2012 wegen Uneinigkeiten über die musikalische Entwicklung versuchen The Editors, wieder eine Identität zu finden. Die Klangschönheit von Coldplay haben sie nicht. Auch nicht die Energie der Arctic Monkeys oder die Kreativität von Arcade Fire. Es bleibt eine saubere Musik, die 60 Jahre nach der Geburt des Rock'n'Roll etwas zu vorsichtig geworden ist, um sich von den anderen Gruppen abheben zu können.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.11.2013

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