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Kultur Crowdfunding-Aktion zur Rettung der UV-Lesenacht
Nachrichten Kultur Crowdfunding-Aktion zur Rettung der UV-Lesenacht
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19:28 22.02.2013
Irina Kramp, eine der Organisatorinnen der UV-Lesenächte. Quelle: Wolfgang Zeyen

Crowdfunding-Kampagnen werden immer dann ins Leben gerufen, wenn für Herzens-Projekte das Geld fehlt. Das können Projekte, Produkte oder Ideen sein, CDs, Bücher oder Filme. Oder Veranstaltungen wie die Lesung der Unabhängigen Verlage während der Leipziger Buchmesse.

Die UV-Lesenacht im Lindenfels Westflügel gibt es seit 2010, auf die Beine gestellt von Irina Kramp - gemeinsam mit Sebastian Brock und Thomas Podhostnik, Absolventen des Deutschen Literaturinstituts. Seit 2010 gab es auch Fördergelder der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen, jeweils zwischen 2000 und 3500 Euro, zweckgebunden für Honorare für Autoren und Moderatoren des Abends.

Mitte Dezember 2012 flatterte Irina Kramp dann ein Schreiben der Kulturstiftung ins Haus, dass dem Antrag diesmal "nicht stattgegeben werden kann"; begründet wurde dies mit der Vielzahl von Anträgen, deren Volumen "die zur Verfügung stehenden Haushaltmittel" übersteige, und zwar "beträchtlich". Man hoffe, dass "das Projekt ohne unsere Unterstützung stattfinden kann".

Das hofft Irina Kramp auch. Ein paar Stunden hat sie gebraucht, die Absage zu fassen, dann, "es muss ja weitergehen", schrieb sie einen Brief an Buchmessedirektor Oliver Zille. Er und sein Team haben die UV-Lesung von Anfang an unterstützt und auch für diese vierte Ausgabe Hilfe zugesagt: Die Messe ist mit einmalig 2000 Euro mit im Boot. Nun fehlen noch 1500 Euro, dazu kommen 11,9 Prozent Gebühren und andere Kosten für die Crowdfunding-Plattform visionbakery.com. Darum ist dort seit zwei Wochen die unrunde Zielsumme 1678,50 Euro eingestellt, knapp 1400 Euro waren bis gestern zusammengekommen, zwei Wochen bleiben für den Rest, der Hammer fällt am 6. März um 17.32 Uhr. Wird die Summe nicht erreicht, gilt die Schwarm-Finanzierung als gescheitert und die Unterstützer erhalten ihr Geld zurück. Wird es aber mehr, "haben wir ein Startkapital für das kommende Jahr", erklärt Irina Kramp den "kleinen Nervenkrieg". Die 1975 geborene Leipzigerin hat Politikwissenschaften, Germanistik und Komparatistik studiert.

Die Organisatoren machen alles selbst, was möglich ist. Um Porto zu sparen, holen sie die Bücher für den Verkaufstisch am ersten Messetag bei den Verlagen ab und schaffen, was übrig ist, am Samstag dann eigenhändig wieder dorthin. Die Verlage signalisieren, bei den Honoraren für ihre Autoren entgegenzukommen. Das ist, sagt Kramp "eine schöne Solidaritätsadresse von denen, die Elend sowieso schon gewohnt sind". Denn, in der aktuellen Diskussion auch über die Geschäftsgebaren des Internethändlers Amazon kommt es wieder auf den Tisch: Vom Verkauf der Bücher allein können konzernunabhängige Verlage und Autoren oft kaum leben.

Natürlich gibt es für die bare Crowdfunding-Unterstützung Gegenleistungen: Ab zehn Euro ist der Eintritt am UV-Abend frei. Ab 15 Euro gibt's dazu ein Bier an der Bar, ab 25 Euro kommt noch ein "Devotionalien-Paket" mit Button und Tasse dazu, in weiteren Schritten dann Plakat und signiertes Buch aus dem diesjährigen UV-Programm. Dieses Programm ist so umfangreich wie nie zuvor, 18 Verlage schicken 18 Autoren, die neue Lyrik und Prosa vorstellen. Womöglich liest dann um 23 Uhr die frischgekürte Gewinnerin des Buchpreises der Leipziger Buchmesse - denn Lisa Kränzler ist mit ihrem Roman "Nachhinein" (Verbrecher Verlag) unter den fünf Finalisten. Janina Fleischer

"UV - Lesung unabhängiger Verlage: 15. März, 20-24 Uhr, Lindenfels Westflügel, Hähnelstr. 27; Karten (7/5 Euro) an der Abendkasse; www.uv-lesung.de; Unterstützung: www.visionbakery.com/vision/703

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.02.2013

Fleischer, Janina

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