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13:55 24.10.2017
Poetry-Slam in Hannovers Staatsoper. Quelle: Martin Steiner
Hannover

Sie reden sich um Kopf und Kragen: rappen, reimen und improvisieren. Poetry-Slammer. Der moderne Dichterwettstreit sucht seit Dienstag seinen Meister in Hannover. Bis Samstag treten die besten Poetry-Slammer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg gegeneinander an.

Um welchen Wettbewerb geht es?

Seit 21 Jahren gibt es die deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften. Jetzt ist erstmals Hannover Austragungsort des Wettbewerbs. Von Dienstag bis Sonnabend treten die besten Bühnendichter aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg in Einzel- und Teamwettbewerben gegeneinander an. Erwartet werden 10.000 Besucher. Unrealistisch ist die Zahl nicht – die meisten Veranstaltungen sind jetzt schon ausverkauft.

Wann findet was statt?

Zur Eröffnungsgala am Dienstag um 20 Uhr im Theater am Aegi gibt es noch Karten. Moderiert wird die Gala von den Brüdern Peter und Klaus Urban, der eine ein bekannter Radiomoderator, der andere Psychologieprofessor und Poetry-Slammer. Als Gäste werden Philipp Scharrenberg, der deutschsprachige Einzelmeister aus dem vergangenen Jahr, sowie SlamPoet Sebastian 23 dabei sein.

Ich habe keine Karten – kann ich trotzdem dabei sein?

Wie die Vorrunden und die Veranstaltungen zum Halbfinale ist auch das Finale am Sonnabend in der Oper ausverkauft. Einen Live-Stream wird es auf haz.de und der www.slam.de geben.

Wer nimmt teil?

Die Teilnehmer der Meisterschaften mussten sich über Landesmeisterschaften qualifizieren, wie es sie mittlerweile in 13 Bundesländern gibt. Außerdem durften große, etablierte Wettbewerbe aus einzelnen Städten eigene Vertreter schicken. Auch die Finalisten der deutschen U21-Meisterschaft sind in Hannover dabei.

Wie läuft ein Poetry-Slam ab?

Beim Poetry-Slam gibt es drei Regeln: Alle vorgetragenen Texte müssen selbst geschrieben sein. Hilfsmittel wie Kostüme, Requisiten oder Musikinstrumente sind nicht erlaubt. Und die Vortragenden müssen ein vorgegebenes Zeitlimit einhalten. Ansonsten ist alles möglich. Die Zuschauer werden dann zu Literaturkritikern. Sie geben Punkte: Zehn gibt es für eine Bestleistung, fünf für so lala, weniger als drei Punkte werden in der Regel nicht vergeben.

Von den Anfängen in Kneipen haben sich Slams zum zuschauerstarken Format entwickelt. Im deutschsprachigen Raum finden jeden Monat etwa 350 Poetry-Slams statt. Ihren Ursprung hat die Kunstform in den USA. Inzwischen ist die deutschsprachige Szene aber aktiver als die englischsprachige. Ende 2016 wurde der Dichterwettstreit auch in die deutsche Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Von RND

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