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Kultur „Der kleine Prinz“ im Leipziger Gewandhaus
Nachrichten Kultur „Der kleine Prinz“ im Leipziger Gewandhaus
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13:08 28.12.2015
„Der kleine Prinz“ in Bildern und Musik: mit dem KammerOrchester und Schauspieler Joel Basman im Mendelssohnsaal im Leipziger Gewandhaus. Quelle: André Kempner
Leipzig

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Dieser berühmte Satz aus der Erzählung „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry trifft in der Atmosphäre der Weihnachtsfeiertage sicher auf viele offene Ohren. Auf der Weihnachtsmärchenwelle reitet am Sonntagnachmittag auch das Philharmonische KammerOrchester Berlin mit, diesmal unter dem Namen KammerOrchester B-A-C-H.

Im Mittelpunkt stehen aber nicht so sehr die musikalischen Häppchen, sondern der Text des Kleinen Prinzen aus dem Jahr 1943, gelesen vom jungen Schweizer Filmschauspieler Joel Basman („Als wir träumten“). Der verzichtet zum Glück auf die ausgedehnten Kunstpausen vieler älterer Kollegen, bleibt immer im Fluss und verleiht den Charakteren eigene Stimmen. Die Schlange etwa, die sich zu einigen Takten von Ravels Boléro windet, lässt Basman leise zischen. Wie hier ist an vielen Stellen die Verbindung von Musik und Text gut gelungen, nur selten gibt die ausgewählte Musik den Sätzen einen pseudo-dramatischen Anstrich.

Filmschauspieler Joel Basman. Quelle: André Kempner

Basman nimmt die Zuhörer im Mendelssohn-Saal mit auf eine Reise in die Sahara, wo der kleine Prinz ein Schaf gemalt haben möchte und von den wunderlichen Menschen erzählt, die er auf anderen Asteroiden getroffen hat – darunter ein stolzer König, ein Eitler, ein deprimierter Trinker und ein beflissener Laternenanzünder. Da Saint-Exupérys Erzählung mit ihrer philosophischen Weltanschauung und der Kritik am Werteverfall eher etwas für Erwachsene ist, entscheiden sich einige der Kleinsten lieber dafür, unter dem Stuhl zu malen. Wer von den älteren Kindern aber am Ball bleibt, bekommt die Lesung mit den schönen Originalillustrationen des Autors ergänzt, die groß auf eine Leinwand projiziert werden.

Passend zum französischen Autor setzt auch die Musikauswahl auf Komponisten aus Frankreich, denn besonders die impressionistischen Werke eignen sich gut um fantasievolle Stimmungen zu untermalen. Enttäuschend ist allerdings die abgespeckte Besetzung der Kammerorchesters B-A-C-H mit Streichern, zwei Klavieren und nur einem Flötisten als Vertreter aller Bläser. Das entspricht zwar in etwa dem nötigen Aufgebot an Musikern für Saint-Saëns Karneval der Tiere, hinterlässt aber in großen Orchesterwerken wie zum Beispiel Ravels Pavane pour une infante défunte oder Debussys Prélude à l’après-midi d’un faune Lücken.

Fürs Auge: die Originalillustrationen des Autors. Quelle: André Kempner

Über weite Strecken hat der israelische Dirigent Adi Bar nur die beiden Klaviere unter seinem Stab, gespielt von den italienischen Pianisten Andrea Bacchetti und Elisa Tomellini. Sind Streicher involviert, ist man sich mit den Strichen, den Tönen und der Intonation nicht immer einig. Auch im abschließenden Clair de Lune von Debussy bleiben Flöte und Streicher trotz der Bemühungen des Dirigenten ziemlich stur bei ihren unterschiedlichen Tempovorstellungen. In den Augen des Publikums tut das aber dem Gesamtkonzept keinen Abbruch und so gibt es am Ende des nicht zu langen und nicht zu kurzen Konzertnachmittags herzlichen Applaus für Basman und alle Beteiligten.

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