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Kultur Erdbeben-Alarm in Leipzig: Kraftklub-Fans lösen Feuerwehreinsatz aus
Nachrichten Kultur Erdbeben-Alarm in Leipzig: Kraftklub-Fans lösen Feuerwehreinsatz aus
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14:04 06.03.2015
Kraftklub-Fans in der Arena Leipzig - durch Hüpfen wurde ein Mini-Erdbeben ausgelöst. Quelle: André Kempner
Leipzig

Wenn 8000 Rockfans in Wallung kommen, kann das schon mal die Feuerwehr auf den Plan rufen. Die Fans von Kraftklub haben das am Donnerstag in Leipzig eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Beim Konzert der Band aus Chemnitz in der Arena lösten springende Anhänger ein Mini-Erdbeben aus. Die Telefone der Feuerwehr standen nicht mehr still, weil im umliegenden Waldstraßenviertel die Häuser vibrierten.

Vor mehr als 8000 begeisterten Fans in der Leipziger Arena haben Kraftklub im März in Leipzig gespielt. Die Stimmung war großartig, die Besucher hüpften im Takt - und noch hunderte Meter im Waldstraßenviertel wackelten quasi die Wände.

 „Uns erreichten ab 20.42 Uhr insgesamt acht Anrufe von Anwohnern“, berichtete Feuerwehrsprecher Joachim Petrasch gestern. Zunächst hätten die besorgten Bürger aus der Frege-, der Wald- und der Tschaikowskistraße an ein Erdbeben gedacht. „Aber das konnte ausgeschlossen werden“. Das Epizentrum wurde schnell lokalisiert - denn es war unüberhörbar.

 Um 20.34 Uhr hatte das Konzert der Indie-Rocker von Kraftklub nebenan in der Arena begonnen. „Nach dem ersten Titel forderte Sänger Felix Brummer die Fans auf der Tribüne auf: ’Steht auf!’“ berichtet Torben Ibs, der das Konzert erlebte: „Nun ging es richtig los: Die Halle mit ihren 8000 Besuchern sprang im Takt mit“, so Ibs. Die Titel „Eure Mädchen“ und „Mein Leben“ folgten und ließen das Waldstraßenviertel im Takt vibrieren. Auch kleinere Schäden soll es dadurch gegeben haben. „Es sind Tapeten gerissen“, berichtete die Feuerwehr, die mit zwei Fahrzeugen die Situation  vor Ort begutachtete. Bauordnungsamt und der Veranstalter waren inzwischen informiert.

 Schuld an dem kuriosen Phänomen war offenbar der hohe Grundwasserspiegel. „Die Fans haben die Bodenplatte der Arena zum Schwingen gebracht. Über das Grundwasser haben sich die Druckwellen ausgebreitet“ erklärte der Feuerwehrsprecher. Fachleute sprechen von einem hydromechanischen Ereignis. Auch bei der Erdbebenwarte am Collm alarmierte das Mini-Beben die Experten. Sie mussten einen aufgeregten Anrufer beruhigen, der einen Erdstoß gespürt haben wollte, wie Mitarbeiterin Petra Buchholz berichtete. „Ausschläge haben wir auf unseren Geräten nicht registriert, dafür war die Energie zu schwach“, so die Expertin.

Erschütterungen im Raum Leipzig seien gar nicht so selten, so Buchholz. Dafür verantwortlich ist eine Störungszone von Leipzig nach Regensburg. Buchholz erinnert sich noch an einen Vorfall aus dem Jahr 1982. Damals notierten die Physiker eine Erschütterung, die vor allem im Stadtteil Stötteritz zu fühlen war. Auf der nach oben offenen Richterskala erschien ein Wert von 2,4.

„Dass ein Konzert in Leipzig solche Vibrationen auslöst, haben wir jedoch erst einmal erlebt“, sagt Petrasch. Beim Arena-Auftritt 2007 riefen Tokio Hotel ebenfalls die Einsatzkräfte auf den Plan.

Von Robert Nößler und Matthias Roth

Diesmal auf großer Bühne: Vor mehr als 8000 begeisterten Fans in der Leipziger Arena haben Kraftklub am Donnerstagabend über zwei Stunden Songs aus ihrem aktuellen Album „In Schwarz“ und dem Vorgänger „Mit K“ gespielt.

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