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Kultur Faber im vollen Felsenkeller gefeiert
Nachrichten Kultur Faber im vollen Felsenkeller gefeiert
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13:59 30.09.2018
Charmant und direkt: Faber im vollen Felsenkeller.
Charmant und direkt: Faber im vollen Felsenkeller. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Der Schweizer Julian Pollina alias Faber ist zurück in Leipzig – und hat diesmal seine Schwester Madlaina mitgebracht. Diese eröffnet gemeinsam mit Nora Steiner als „Steiner & Madlaina“ den Abend im ausverkauften Felsenkeller, bereits unterstützt von Bandmitgliedern ihres Bruders. Vor allem Madlaina Pollinas Stimme beeindruckt dabei: „Komm wir trinken auf das schöne Leben, was wir niemals haben werden.“

Faber selbst beginnt seinen Auftritt mit einer musikalischen Botschaft an alle „besorgten Bürger“, denen es dringend mal jemand „besorgen“ müsste. Klare, politische Statements wie diese finden sich in vielen seiner Lieder, ob alle im Publikum damit komplett konform gehen beziehungsweise es überhaupt richtig wahrnehmen, bleibt ein Geheimnis. Wichtig ist die Positionierung trotzdem in diesen Zeiten – und deutlich angenehmer und ehrlicher als bei manchen Musiker-Kollegen.

Ein von den ersten Minuten an textsicheres, tanzfreudiges Publikum trifft an diesem Abend auf eine sehr gut auflegte, musikalisch vortreffliche, vielseitige Band um Sänger Julian Pollina. Dessen italienischer Vater Pippo Pollina, selbst als Liedermacher bekannt, ist immer wieder auch in Leipzig zu erleben.

Fabers Texte sind mal politisch, oft etwas derber in der Ausdrucksweise, „warum du Nutte / träumst du nicht von mir“, und vor allem stets voller Witz und Ironie. Dazu kommen eine fantastische, reife Stimme, die man niemals bei einem 25-jährigen erwarten würde, und ein stets charmanter Umgang mit dem Publikum. Bekanntes wie „Alles Gute“ und „Es könnte schöner sein“ wird lautstark mitgesungen, den neuen, unbekannten Liedern interessiert und konzentriert gelauscht. Soviel sei verraten: Sie machen große Lust auf ein hoffentlich bald folgendes zweites Album, das nach Hören der ersten Stücke ruhig ein weniger düsterer und getragener werden könnte.

Nach fast zwei Stunden steht der Saal bei „Tausendfrankenlang“ ein letztes Mal Kopf. Dann verabschiedet sich die Band mitten im Publikum mit der Arbeiter-Hymne „Bella ciao“, in einer viel schöneren Version als der sehr fragwürdigen Sommerhit-Variante 2018.

„Es ist so schön, dass es mich gibt“, singt Faber in „Wem du’s heute kannst besorgen“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Von Christoph Awe

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