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Dreamhack Zwischen Cola und Counter-Strike: Deutschlands größte LAN-Party gestartet
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18:56 26.01.2018
Von Robert Nößler
Spieler zum Auftakt der Dreamhack. Zu Beginn des Wochenendes sieht er noch frisch aus.
Spieler zum Auftakt der Dreamhack. Zu Beginn des Wochenendes sieht er noch frisch aus. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Auch aus der Schweiz sind sie gekommen. Zehn Freunde, angereist mit dem Flieger aus Zürich, haben auf der Dreamhack ihre 299 Euro teuren Premium-Plätze bezogen. Highend-PC, Bildschirm und Gaming-Sessel sind inklusive. "Das hätte ja alles gar nicht ins Flugzeug gepasst", sagt Josip Jakic und nippt an seinem Becher. Der 34-Jährige trinkt Kefir - so heißt auch sein Gaming-Team. Mit einem Kanister des fermentierten Getränks sitzen die jungen Männer zwischen hunderten Gleichgesinnten vor flimmernden Monitoren und leuchtenden Tastaturen, um bis Sonntagabend Computer zu spielen. Die meisten haben ihre Rechner selbst mitgebracht.

Zum dritten Mal hat am Freitagmorgen auf der Neuen Messe Deutschlands größtes Zocker-Treffen begonnen. Zur LAN-Party in Halle 5, dem Herzstück des eSports-Festivals Dreamhack, haben sich 1732 Spieler angemeldet, 232 mehr als im Vorjahr. Sie spielen Multiplayer-Shooter wie "Counter-Strike", rasen in "Gran Turismo" um die Wette oder backen sich einen Käsetoast auf. Neben den langen Tischreihen wurden Mikrowellen und Wasserkocher bereitgestellt, damit sich die Sitzsportler Essen warm machen oder Fünf-Minuten-Terrinen aufgießen können. Tee trinkt hier niemand.

Hotel kommt für Hardcore-Gamer nicht in Frage

Stattdessen stapeln sich Energy-Drinks, Colaflaschen und auch ein paar Bierkisten unter den Tischen. Manche Spieler haben sich auch Luftmatratzen, Schlafsäcke oder Klappbetten mitgebracht. An Nachruhe denken aber die Wenigsten. "Sechs bis acht Stunden vielleicht" habe er beim letzten Mal über das ganze Wochenende geschlafen, sagt Nico Boettcher aus Leipzig. "Boettchie", wie ihn seine Mitspieler nennen, hat seit dem Start 2016 keine Dreamhack verpasst.

Tausende Zocker treffen sich am Wochenende in Leipzig, um sich auf der Dreamhack miteinader zu messen. (Bilder: Dirk Knofe)

"Das Community-Gefühl hier ist einmalig", sagt der 21-Jährige beim Gespräch auf seinem aufblasbaren Sofa, während seine Kumpels auf ihre Bildschirme starren. Auch einen Pavillon samt Militär-Tarnnetz hat das neunköpfige Team "Multiway-Official" mitgebracht und sticht damit aus der Masse in der riesigen Halle heraus. Ein Hotel kommt für die Freunde aus dem Raum Leipzig und Altenburg nicht in Frage. "Das wäre vom Feeling her nicht dasselbe." Durchhalten heißt die Devise.

Ein Stück Games Convention kehrt auf die Messe zurück

Am Freitag um 13.37 Uhr - 1337 ist so genannter Leetspeak und steht für Elite - gehen mit einem Countdown die Scheinwerfer in der Halle aus. Erst am Sonntagnachmittag werden sie wieder eingeschaltet. Bis dahin steht auch fest, wer sich die 230.000 US-Dollar Preisgeld gesichert hat, die bei den Profi-Turnieren auf der Dreamhack ausgeschüttet werden. In Halle 4 sind die Wettkämpfe am Freitag mit Vorrunden in "Starcraft II", "Rocket League" und "Hearthstone" gestartet. Die Athleten an Maus und Tastatur werden noch von wenigen Zuschauern auf den Tribünen angefeuert. Die meisten "normalen" Messebesucher schlendern entspannt über die "DreamExpo" und bestaunen bei ASUS ein PC-Gehäuse in Form einer Spinne oder tauchen im Media-Markt-Truck mit VR-Brillen in andere Welten ab.

Am Wochenende dürften sich die Ränge füllen. Dann erobern auch Cosplayer und Pokémon-Fans die Messe, die sich an der am Samstag startenden Regional Championship im Sammelkarten- und Konsolenspiel beteiligen. Es ist der einzige Bereich der Dreamhack, der auch für Kinder zugänglich ist. Ansonsten gilt ein Mindestalter von 16, in der LAN sogar von 18 Jahren.

Die 7 wichtigsten Fragen zur Dreamhack

Mit der Premiere von Konsolenspielen hat auch ein Stück Games Convention nach zehn Jahren seinen Weg zurück auf die Messe gefunden. Sony ist erstmals mit einem Stand bei der Dreamhack und richtet mit den PlayStation Masters ein Turnierfinale in Spielen wie "FIFA 18" oder "Street Fighter" aus. "Wenn es gut läuft, können wir uns gut vorstellen wiederzukommen", sagt Sony-Manager Christian Denk, während neben ihm ein umgebauter Audi R8 den Fahrer am Simulator ordentlich durchschüttelt. Am Ende sagt Denk einen Satz, der in diesen Tagen aus dem Mund vieler Spielefans zu hören ist: "Wir sind froh, wieder in Leipzig zu sein."