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Games Daddeln für Jung und Alt: So war die Lange Nacht der Computerspiele an der HTWK
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18:51 12.05.2019
So war das früher beim Telespiel: Robert und Maya am Retro-Games-Automat. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Möglicherweise war es das Wetter, das am Samstag für einen solch regen Andrang in der HTWK sorgte. Derart graue und regnerische Tage sind schließlich perfekt, um Ablenkung in der bunten Welt der Videospiele zu finden. Gerne auch bis tief in die Nacht, wie die Hunderten Besucher der Langen Nacht der Computerspiele zeigten.

Bandbreite auf fünf Stockwerken

Die feierte am Wochenende ihre 13. Auflage und lässt sich als kleinerer, weniger lauter und deutlich vielfältigerer Vorgänger des Leipziger E-Sport-Festivals „Dreamhack“ begreifen: Auf fünf Stockwerken ließ sich die gesamte Bandbreite und Historie des Computerspiels erleben. Die zahlreichen Exponate alter Spieleklassiker, Heimcomputer und Konsolen der vergangenen 40 Jahre luden freilich nicht nur zum Betrachten, sondern auch zum Ausprobieren ein. Für die Jüngeren wohl die erste Gelegenheit, einmal mit den Ursprüngen ihres liebsten digitalen Zeitvertreibs in Berührung zu kommen – und für die Älteren eine Möglichkeit, in wohliger Nostalgie zu schwelgen.

Bilder von der 13. Langen Nacht der Computerspiele an der HTWK Leipzig

Spielsteuerung mit Stimme und Atem

Gleichwohl konnte auch Neues ausprobiert werden. Allerdings keine großen, millionenschweren Spieleblockbuster, sondern kleine, eher experimentelle Games, hinter denen eine Handvoll Entwickler steht. Davon gibt es in der Messestadt überraschend viele, beispielsweise die sieben Mitglieder von DezzArt Designs, die in der Leipziger Macromedia Akademie studieren und in der HTWK ihr aktuelles Semesterprojekt „Maya“ vorstellten. „Es ist interessant zu beobachten, wie die Leute auf unser Spiel reagieren. Viele Kinder setzen sich einfach ran und probieren herum, bis es klappt“, so Entwicklerin Patricia. „Die Lange Nacht ist ideal, um Feedback einzuholen. Und natürlich auch, um sich mit anderen Entwicklern zu vernetzen.“ Einen Raum weiter bot das so genannte LaLaLab nicht nur die Möglichkeit, Vorträgen von Experten zu lauschen, sondern beim Spielen auch ganzen Körpereinsatz zu zeigen. Hier warteten Games auf, die beispielsweise mittels der Stimme oder des Atems gesteuert werden mussten.

Rollenspiele in der Mensa

Ein weiterer beliebter Anlaufpunkt war erneut die Mensa – nicht nur aufgrund der Kantine. Dort konnten sich die Besucher auch in den Tiefen von Brettspielen und Pen-and-Paper (P&P) verlieren konnten. So boten unter anderem die Leipziger von Spielraum LE einen Einblick in die komplexen Abläufe der P&P-Rollenspiele, bei der die Spieler der Erzählung eines Spielleiters folgen und Kämpfe mittels Würfeln bestreiten. „Bei uns kann man mal in eine kurze, zweistündige Runde reinschnuppern. Die Einstiegshürde bei P&P ist ja nicht gerade klein“, so Marco von Spielraum LE. „Manche haben dieses Hobby schon seit 40 Jahren, andere haben erst kürzlich durch das Internet Interesse bekommen. Deshalb kommen alle möglichen Altersgruppen zu uns.“

Eines wurde bei der 13. Auflage der Langen Nacht der Computerspiele deshalb wieder einmal deutlich: Egal ob an alten Heimcomputern, modernen Konsolen oder am Rollenspieltisch, egal ob zusammen oder gegeneinander – Spielen verbindet.

Von Christian Neffe

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