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Kultur Gewandhaus-Kinderchor Leipzig singt chinesisch beim Shanghai Arts Festival
Nachrichten Kultur Gewandhaus-Kinderchor Leipzig singt chinesisch beim Shanghai Arts Festival
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10:54 08.09.2011
Frank-Steffen Elster bereitet den Gewandhaus-Kinderchor auf die Konzertreise nach Shanghai vor.
Frank-Steffen Elster bereitet den Gewandhaus-Kinderchor auf die Konzertreise nach Shanghai vor. Quelle: Kempner Zeyen
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Da ist es gut, dass Liedzeilen wie "schi schan tschi you mama hau..." schon einigermaßen geläufig aus ihren Mündern perlen. Vom 14. bis 22. Oktober sollen 50 Jugendliche schließlich den Weltruf des Gewandhauses in der Millionen-Metropole des Fernen Ostens mehren. Und die Zeit rennt...

"Der Chor hat eine exzellente Qualität, er wird das auf hohem Niveau präsentieren", sagt Gewandhausdirektor Andreas Schulz auf Anfrage von LVZ-Online. Schon lange steht der Chor auf der Wunschliste der Chinesen. Seit drei Jahren versucht Festival-Organisatorin Zhi Wei, den Leipziger Kinderchor für die 8000-Kilometer-Reise um den halben Erdball zu gewinnen. Jedes Mal musste Chorleiter Frank Steffen Elster absagen, vor allem, weil der Chor mit einem anderen Projekt internationalen Ranges beschäftigt war. Die Kinderoper Brundibàr entstand als deutsch-israelische Gemeinschaftsproduktion, Aufführungen hüben wie drüben standen auf dem Programm.

Chinese-Mama-Song: Üben mit Muttersprachlern

Auch diesmal stand die Zusage auf Messers Schneide. Ende Mai kam die Einladung -  "da ist das Budget des Gewandhauses längst verplant", sagt Chorleiter Elster. "So eine Reise ist ein riesiger Aufwand, aber die chinesische Seite hat uns hervorragend unterstützt", so Gewandhausdirektor Schulz. Am Ende blieb den Leipzigern, den dicken Batzen an Reisekosten zu stemmen. Mit Spenden, Elternbeiträgen und 5000 Euro vom Freundeskreis des Gewandhauses sei das schließlich gelungen.

Außer "Guten Tag - Ni Hao" spricht Chorleiter Elster allerdings kein Wort chinesisch. Trotzdem wird der populäre "Chinese Mama Song" geübt, ein zweites Lied auf chinesisch, das sich um die Jasminblüte rankt, gehört auch ins Programm. "Das erfordert einfach der Respekt vor den Gastgebern", sagt Elster.  Damit der Chor dann auch den Ohren chinesischer Hörer in Shanghai schmeichelt, hat sich der Dirigent den Text Wort für Wort von einer Muttersprachlerin vorsprechen lassen. "Und das Ergebnis im Chor werde ich auch überprüfen lassen", versichert er. Schließlich wird den Leipzigern eine ziemlich große Ehre zuteil: Sie sind fest gebucht für die Eröffnungsveranstaltung des Chorfestivals.

Leipziger treffen Chöre aus aller Welt

Chöre aus China und aller Welt werden sie treffen, ungewohnte Klänge kennenlernen, neues Ohrenfutter in sich aufnehmen. Gleichzeitig zeigen sie die Breite ihres Könnens, nehmen Populäres mit wie "The Lion sleeps tonight", Volkstümliches mit der "Vogelhochzeit" - natürlich zeitgenössisch arrangiert - sagt Elster. Und Mendelssohn als "großer Geist des Gewandhauses sozusagen", den packt der Leipziger notenmäßig ebenfalls in den Koffer, in guter Gesellschaft mit Herrn Schumann.

Nach Kanada, Estland, Spanien und Israel brechen der Leipziger Chornachwuchs nun zum fünften Mal in die große, weite Welt auf. Die Zeit rennt. Visa müssen beantrag, Elternabende organisiert werden. Und die Kids? "Ach, die sind entspannt", schmunzelt Elster. "Oktober ist für die Kinder noch lange hin. Und irgendwie sind sie da auch schon kleine Profis."

Evelyn ter Vehn