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Kultur Glanzpunkte durch Holly Cole
Nachrichten Kultur Glanzpunkte durch Holly Cole
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23:01 08.02.2019
Faszinierende Stimme: Jazzsängerin Holly Cole huldigt auf ihrem neuen Album den musikalischen Vorbildern, sie swingt und jazzt. Heute gastiert sie in Leipzig. Quelle: Foto: promo
Leipzig

Die Kanadierin Holly Cole hatte früh in ihrer Karriere mit dem Pop geflirtet und ein paar richtige Hits gehabt. Gerne und immer wieder aber hat sie Cover-Versionen veröffentlicht von Tom Waits oder den Beach Boys, von Lyle Lovett oder Elvis Costello. Mit solchen zu Cole Porter oder Jimmy van Heusen aber kam sie dann ihrem Kerngeschäft Schritt für Schritt deutlich näher. Am Samstagabend gastiert die 1963 in Halifax geborene Künstlerin mit ihrem aktuellen Projekt in der Leipziger Peterskirche.

Holly Cole ist eine Entertainerin von Gnaden und eine hervorragende Jazzsängerin. Als solche weiß sie, dass es stets um den Sänger und weniger um den Song geht. Der Jazz lebt davon, dass Interpreten ihre Stoffe mit Individualität aufladen, sie sich auf den Leib biegen und auf diese Weise plausibel und sich wirklich zu eigen machen. Holly Cole gelingt das mit Bravour. Gern tritt sie in Schwarz-Weiß auf, weil ihre Stücke in eine Zeit zurückweisen, als das auch die Filme noch waren.

Wohliges Bad in Nostalgie

Ihre Konzerte sind also auch ein wohliges Bad in Nostalgie, das sie in höchster Professionalität zelebriert. Cole hat das dafür notwendige Charisma, sodass man sie gern auf ihren temperamentvollen Zeitreisen begleitet. Irgendwo zwischen Tin Pan Alley und Broadway, wo in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in New York der Liederkanon des Jazz gewachsen ist, hat sie sich mit ihrer das Great American Songbook durchblätternden exquisiten Kunst nie inflationiert. Immer noch und immer wieder sind diese Songs lohnende Steilvorlagen für Interpretationen quer durch die Spielarten und Stile des Jazz.

Sechs Jahre hat sie sich seit „Night“ Zeit genommen. Unlängst ist die schlicht „Holly“ betitelte neue CD erschienen, die sie in Leipzig im Gepäck haben wird. Duke Ellington, George Gershwin, Hart/Rodgers und immer so fort – große Stücke von „It Could Happen To You“ über „Teach Me Tonight“ bis „We’ve Got A World That Swings“. Oh ja, in der Welt der Chanteuse ist die Vokabel Swing ein Hauptwort.

CD-Produktion mit Legende Russ Titelmann

Mit der 73-jährigen Produzenten-Legende Russ Titelmann, der schon mit Randy Newman, Steve Winwood oder Eric Clapton aktiv war, hat sie an ihrem neuen Opus im New Yorker Sear Sound-Studio gearbeitet. Die Hammond B3 schnauft, die Posaune growlt und das Piano träumt vor sich hin hinter dieser faszinierenden Stimme.

30 Jahre schon währt die Karriere der Holly Cole. Künstlerische Integrität und musikalische Qualität sind bei ihr ebenso garantiert wie kurzweilige, den Hörer nie unterfordernde Unterhaltung. Zur Beschreibung ihres Erfolgsrezeptes betonte sie immer wieder, die Subtexte zu lieben, die verborgenen Unterströme in den Songs, die sie in ihren Interpretationen nuancieren und zutage fördern möchte.

Unterstützt wird sie dabei von einer grandiosen Band, die dezent zu improvisieren versteht und ihre Sängerin zu immer neuen verblüffenden Interaktionen herausfordert auf der Suche nach den musikalischen Essenzen.

Konzert von Holly Cole am Samstag ab 20 Uhr in der Peterskirche Leipzig, Karten gibt’s noch an allen LVZ-Geschäftsstellen sowie an der Abendkasse.

Von Ulrich Steinmetzger

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