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Kultur Krimi in 12 Stationen: Neuer Audio-Guide führt durchs Schumann-Haus
Nachrichten Kultur Krimi in 12 Stationen: Neuer Audio-Guide führt durchs Schumann-Haus
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15:21 10.10.2016
Gregor Nowak mit dem neuen elektronischen Museumsführer.
Gregor Nowak mit dem neuen elektronischen Museumsführer.  Quelle: Foto: kfm
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Leipzig.

 Eigentlich ist diese Dreiviertelstunde aus Sprache, Geräuschen und natürlich Musik viel zu schade für die so bunten wie robusten Audioguide-Geräte des Museums im Leipziger Schumann-Haus. Denn „Schumanns Hausgeister“, der neue elektronische Museumsführer, ist ein veritables Krimi-Hörspiel von und für Kinder geworden. Dass es einstweilen noch nicht als so spannende wie unterhaltsame und lehrreiche CD vorliegt, hat einen einfachen Grund: „Dafür“, sagt Gregor Nowak, als Geschäftsführer des Leipziger Robert-und-Clara-Schumann-Vereins Hausherr im Museum, „habe ich im Moment kein Geld. Aber wir arbeiten dran“. Damit sollte er sich ranhalten, denn „Schumanns Hausgeister“ ist trotz der bescheidenen Mittel, die für die Verwirklichung zur Verfügung standen, hinreißend geworden.

Bescheiden waren die Mittel, aber dennoch professionell. Denn der Schumann-Verein konnte sich auf zwei bemerkenswert leistungsfähige Partner verlassen: auf die Rahn-Schule, mit der er das Dach teilt, und aus deren Musenkunde-AG die erstaunlich sicher agierenden Sprecher kommen; und auf die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, in deren Tonstudios die Produktion über die Regler ging.

Regie führte ein Profi: Für Ulrike Werner, war „das Hören das Mittel, den Alltag der Schumanns spürbar zu machen. Die Kinder probierten und hörten, was ihre Geister für Geräusche machen. Sie entdecken, welche akustischen Brücken es im Museum in die Vergangenheit gibt – zum Beispiels die knarrenden Dielen.“

Mit denen fängt im Audioguide alles an: Auf dieser sehr konkreten Brücke in die Vergangenheit, begegnen junge Detektive den Hausgeistern Schumanns, hinter denen sich Figuren der Davidsbündler verbergen, und die sich nun gemeinsam auf die Suche nach dem Hauptquartier von Schumanns ideeller Künstlerloge machen, über zwölf Stationen, die jeweils ein Detail des Museums ins Auge fassen. Vom Doppelporträt über Schumanns Klavier bis zum Arbeitszimmer.

So entsteht ein plastisches Bild des Lebens in diesem Haus in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, und wie nebenbei nimmt der Hörer noch wichtige Informationen über die Musik- und Kulturgeschichte Leipzigs aus dieser Blütezeit mit nach Hause.

Die Zielgruppe des Audioguides sind Kinder zwischen fünf und zwölf, die ihn beim Besuch des Museum kostenlos ans Ohr gedrückt bekommen. Aber auch Erwachsene können ihn mit Genuss und Mehrwert nutzen.

Robert-und-Clara-Schumann-Museum im Schumann-Haus,Inselstraße 18, geöffnet täglich 14 – 18 Uhr; www.schumann-verein.de

Von Peter Korfmacher

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