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Kultur Regional 50 Jahre auf der Bühne: Tom Pauls spielt sein „heiteres Weihnachtskonzert“
Nachrichten Kultur Kultur Regional 50 Jahre auf der Bühne: Tom Pauls spielt sein „heiteres Weihnachtskonzert“
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16:28 02.12.2019
So geht das: Tom Pauls dirigierte aushilfsweise die Elbland Philharmonie im Gewandhaus. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Alles Gute, Tom Pauls! – Seit nunmehr einem halben Jahrhundert bringt die beliebte ursächsische Schauspiel- und Kabarettkoryphäe mit lokalpatriotischem Witz, bodenständigem Humor und einer gehörigen Portion Charme das Publikum zum Lachen. Wenn das kein Grund zum Feiern ist: Mit gleich zwei Vorstellungen seines „heiteren Weihnachtskonzerts“ zelebrierte Pauls am ersten Adventssonntag ein halbes Bühnenjahrhundert – und füllte das Gewandhaus bis unters Dach.

Etwas andere Version des Froschkönigs

Der heute 60-jährige Pauls, der schon 1969, im Alter von zehn Jahren seinen ersten großen Auftritt hatte, bietet passend zum Anlass ein bunt zusammengewürfeltes Potpourri seiner vergangenen Programme. Ausschnitte z. B. aus „Ein Sommernachtstraum auf Säggs’sch“ und der Märchenstunde „Es war ämal“, bei der Pauls seine ganz besondere Version des Froschkönigs – wenngleich mit einer in Sachen political correctness leicht angestaubten Pointe – unter Einsatz seiner herrlich lebendigen Stimmvarianz vorträgt, sorgen für dauerhafte Lachsalven. Nicht zuletzt kommen auch die Fans von Pauls’ Paraderolle, Ilse Bähnert auf ihre Kosten. Die rüstige Rentnerin erscheint zwar leider nicht persönlich, dafür aber der einfältige Kommissar Strietzel aus „Ilse Bähnert jagt Dr. Nu“, der mit seiner Klarinette und einem schwarzhumoristischen Blick auf Dresden das Thema der früheren Erfolgsserie „Die Olsenbande“ als neue „heimliche Nationalhymne“ anstimmt.

19-jährige Violinsolistin bezaubert mit dem „Norwegischen Tanzes Nr. 1“

Die Musik steht ohnehin im Zentrum der Veranstaltung, der es durch das Potpourri-Format mitunter ein wenig an programmatischer Stabilität fehlt. Der Gastauftritt der 19-jährigen Violinsolistin Charlotte Thiele, die mit einer frischen, energetischen Interpretation des „Norwegischen Tanzes Nr. 1“ von Johan Halvorsen bezauberte, wirkte beinah ein wenig verloren im übrigen Programm, was der sauberen Performance der jungen Künstlerin jedoch keinerlei Abbruch tat.

Tom Pauls lässt sich wie gewohnt von der Elbland Philharmonie Sachsen begleiten, die das freudige Publikum unter der Leitung von Geburtstagskind Ekkehard Klemm mit zahlreichen beliebten Klassikern von Johann Strauss (Sohn), Mendelssohn, Tschaikowsky, Lortzing und vielen anderen, aber auch mit Filmmusik, zum Beispiel aus den „James Bond“-Filmen versorgt. Pauls, der die Stücke meist als musikalischer Sidekick auf äußerst spaßige und liebenswerte Weise veranschaulicht – sei es durch überambitioniertes Vogelgezwitscher in Strauss‘ „Krapfenwald’l“ oder durch unbeholfene Umsetzung von Lortzings „Holzschuhtanz“– verbannt Klemm sogar hin und wieder von seinem Pult, um selbst gekonnt den „Zappelmann“ vorm eifrigen Orchester zu geben.

Gewiefter Stimm- und Sprachkünstler

Durch festliche Weihnachtsmedleys von Leroy Anderson, sowie durch die komisch-dramatisch untermalte Geschichte der „Weihnachtsgans Auguste“ wurde der zweite Teil des Programms mit einer angenehm erwärmenden Prise Adventsstimmung versehen. Und spätestens nach den weihnachtlichen Gedichten, die der gewiefte Stimm- und Sprachkünstler Pauls in sächsischem beziehungsweise buchstäblich „angelsächsischem“ Dialekt vorträgt, bleibt kein Auge im Saal mehr trocken. Für einen letzten großen Aufwecker sorgen die Zugaben: Bei Offenbachs berühmtem Stimmungsmacher „Can Can“ führt Pauls höchst selbst den Taktstock und dirigiert abwechselnd – ganz nach Neujahrskonzert-Manier – Musiker und Publikum, letzteres kann sich begeistert mitklatschend nun kaum noch auf den Sitzen halten. Mit Eilenbergs rasanter „Petersburger Schlittenfahrt“ schlittert der gesamte Saal nun zufrieden der Adventszeit

Von André Sperber

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