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Kultur Regional Abtauchen im Lofft: In „SUB“ werden die Zuschauer zur U-Boot-Besatzung
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15:46 28.11.2017
Minimalistische Ausstattung, düstere Lichtstimmung und eine traum- bis alptraumhafte Atmosphäre: das experimentelle Stück „SUB“ im Lofft. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

„Audio Experiment“ nennt sich das vierköpfige Künstlerkollektiv, das derzeit im Lofft aktiv ist. Und in der Tat ist das, was dieser Tage vor und auf der Werkstattbühne zu erleben ist, reichlich experimentell. „SUB“, so der Name des Stücks, will seine Gäste ins Innere eines U-Boots versetzen. Eine „intermediale Konzert-Performance, die durch die Teilnahme aller Anwesenden ein Spiel mit Licht, Klang und Textfragmenten entstehen lässt“ – so beschreiben es die Verantwortlichen. Und: „Das Publikum prägt die Installation.“

Die Voraussetzungen dafür werden bereits am Einlass geschaffen. „Vielen Dank, dass Sie sich bereit erklärt haben, Ihre Erfahrungen als Forscher für diese Reise bereit zu stellen“, begrüßt Gwen Kyrg, zugleich Leiterin der Künstlergruppe und Kapitänin des Schiffs, die 24 neuen Crewmitglieder auf dem Unterwasser-Forschungsschiff, bevor der fiktive Bug betreten werden darf. Leichter Dunst hängt in der Luft, die Beleuchtung ist minimal. Die Nachwuchswissenschaftler werden gruppiert und platziert.

Dann kehrt Dunkelheit ein. Die Schiffsschrauben springen an, das Röhren und Dröhnen der Motoren wird lauter, bohrt sich immer tiefer in den Gehörgang, bringt Wände und Boden zum Vibrieren. Die Tonkulisse dieses Tauchgangs ist eindrücklich, an den Wänden flackern wirre, fragmentarische Videomontagen auf. Knapp zehn Minuten dauert dieser erste Akt an, dann heißt es: Platzwechsel. Weiße Bodenlinien geben die genaue Position an, die Sitzunterlage muss mitgenommen werden.

Neuer Platz, neue Perspektive, neue Stimmung. Über drei weitere Akte erstreckt sich dieser audiovisuelle Rausch. Faszinierende bis verstörende Bilder von Unterwasserlebewesen und Korallenriffen weichen Szenen aus den Disney-Filmen „Arielle, die Meerjungfrau“ und „20 000 Meilen unter dem Meer“. Die abstrakte, sphärische Tonkulisse speist sich aus einer Zither, einem E-Piano, einem Synthesizer. Vor allem aber prägt Gwen Kyrgs Stimme das Geschehen: Mal säuselt sie ins Mikrofon, mal singt sie, mal röchelt sie, mal schreit sie. Bedeutung und Zusammenhänge muss man in dieser hypnotischen Atmosphäre, die irgendwo zwischen Traum und Alptraum schwankt, selbst suchen. Ob man sie findet, steht auf einem anderen Blatt.

Eine gute Stunde dauert dieses Experiment an und bietet dabei eine ungewöhnliche, audiovisuelle Erfahrung, der Worte nur schwerlich gerecht werden können – die einen aber auch ein wenig ratlos zurücklässt. Der Anspruch, dass das Publikum die Interaktion präge, ist freilich zu hoch gegriffen: Die Interaktion beschränkt sich auf drei Sitzplatzwechsel, die übrige Zeit ist man zur Passivität verdammt. Dennoch: Der wilde, freigeistige Charme dieser Künstlertruppe ist hier spür- und erlebbar. Der Forscherdrang ist das Leitmotiv der Installation – ob nun unter Wasser oder in der Kunst.

„SUB“ wird im Lofft (Lindenauer Markt 21) am Dienstag und letztmals am Mittwoch um jeweils 20 Uhr aufgeführt. Eintritt 9/6 Euro. Schwarze Bekleidung ist Pflicht.

Von Christian Neffe

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