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Kultur Regional Adel Tawil vor der Leipziger GRK-Spendengala: „Davon brauchen wir noch viel mehr“
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12:25 26.07.2019
Name und Geschlechts seines ersten Kinds verrät er nicht: Adel Tawil, 40. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Für 120 000 Euro wurde beim GRK-Golf-Charity-Masters vor zwei Jahren ein Wohnzimmerkonzert von ihm versteigert. Bei der zwölften Ausgabe tritt der frisch gebackene Vater Adel Tawil nun bei der Spendengala selbst auf – um den knapp 400 geladenen Gäste im Hotel Westin am Samstagabend nicht nur den Geldbeutel, sondern auch das Tanzbein zu lockern.

Stehen bei der Spendengala viele Songs Ihres gerade erschienenen dritten Soloalbums „Alles lebt“ in der Setlist?

Wir haben natürlich ein paar Lieder vom neuen Album im Gepäck. Die passen auch sehr gut zu einem Galaabend, weil sie zum Teil sehr tanzbar sind. Es wird auf jeden Fall eine schöne Show werden, und ich freue mich sehr darauf.

Hat der etwas frischere und positivere Sound der Platte etwas damit zu tun, dass Sie im vergangenen Jahr zum ersten Mal Vater geworden sind?

Ja, auf jeden Fall. Das ist so ein einschneidendes Erlebnis und floss natürlich in viele Songs ein. Das spürt man auch in der kompletten Charakteristik des Albums. Es ist einfach so ein Flash, wenn man dieses kleine Wesen im Arm hat und mit ansieht, wie das Baby wächst und irgendwann seine ersten Schritte macht. Wahnsinn! Ich bin mir auch sicher, dass dies auch bei meinen künftigen Alben eine Rolle spielen wird, denn es gibt so viel zu erzählen.

„Gerade als Vater bin ich noch demütiger geworden“

Ein Stück trägt den Titel „Neues Ich“. Haben Sie in Ihrem Kind auch Ihr „Neues Ich“ entdeckt?

Ja, natürlich! Das ist ja so eine Art Mini-Me. Man schaut das Kind an und denkt: wow! Die Urgewalt der Natur kommt einem so entgegen, wenn man dabei ist, wenn Leben auf die Welt kommt. Das ist einfach der Hammer!

Das GRK-Golf-Charity-Masters sammelt unter anderem Spenden für Organisationen, die sich um das Wohl von Kindern kümmern. Wie wichtig ist Ihnen als frisch gebackener Vater dieser Aspekt?

Natürlich sehr wichtig. Davon braucht die Gesellschaft noch viel, viel mehr. Gerade als Vater bin ich noch demütiger geworden. Ich sehe es nicht als selbstverständlich an, dass alles so reibungslos funktioniert hat und dass mein Kind gesund ist. Es kann jeden treffen. Umso wichtiger sind all die Menschen, die sich engagieren und viel Arbeit investieren, um Menschen zu helfen, denen es nicht so gut geht.

Sie gehen ab Januar auf große „Alles lebt“-Tour. Wann treten Sie wieder in Leipzig auf?

Am 21. Januar in der Arena. Zuvor werde ich in Zwickau und Erfurt spielen. Das Publikum in Sachsen und Mitteldeutschland war mir ja schon immer sehr treu, so dass ich mich wahnsinnig darauf freue. Es gibt meines Erachtens eine spezielle Verbindung, und ich habe das Gefühl, dass dies in den östlichen Bundesländern besonders stark ausgeprägt ist. Das könnte vielleicht auch daran liegen, dass man dort noch etwas mehr auf die Texte und die Botschaften achtet. Das ist ja auch genau das, was ich erreichen möchte mit meiner Musik: Botschaften setzen und gleichzeitig Gefühle und Emotionen wecken.

„Der Hass repräsentiert nicht die Mehrheit dieses Landes“

Welche Emotionen werden in Ihnen geweckt, wenn Sie an die diesjährige Landtagswahl in Sachsen und an die möglichen Ergebnisse denken?

Jede demokratische Partei, die gewählt wird, ist für mich in Ordnung. Allerdings ist es so, dass sich mitunter der Ton verschärft hat und Aussagen teilweise unter die Gürtellinie gehen. Wenn so etwas passiert, ist das meiner Meinung nach nicht zu akzeptieren. Umso mehr sollten die Menschen Haltung zeigen. Jeder kann wählen, was er will, aber es gibt klare Grenzen im Umgang miteinander. Vor allem wenn es um die Würde des Menschen und um Verletzungen geht. Ich kenne dieses Land wirklich sehr gut, und überall in der Republik, wo ich gespielt habe, ist mir sehr viel Liebe entgegengebracht worden. Deswegen weiß ich auch, dass dieser Hass, der teilweise von Politikern, aber auch von normalen Bürgern verbreitet wird, nicht die Mehrheit dieses Landes repräsentiert. Deswegen sollten wir Haltung zeigen. Denn die Mehrheit ist tolerant, weltoffen und will ein friedliches Miteinander. Das gilt auch für Sachsen.

Also sollte die Mehrheit in diesem Land einfach lauter und klarer sein?

Es gibt halt einfach Grenzen, und auf die haben wir uns alle im Grundgesetz geeinigt. Und deshalb gilt es, absolut konsequent zu sein. Alle Menschen, die die demokratischen Werte vertreten, dürfen kein Stück nachgeben. Das geht schon im eigenen Umfeld los. Wenn man merkt, dass jemand abfällig über andere Menschen spricht, egal welcher Herkunft, dann muss man ganz klar etwas dagegen sagen. Das ist mitunter zwar mühselig, aber es muss sein.

Karten für Adel Tawils Konzert am 21. Januar in der Arena Leipzig von 44,90 Euro bis 59,90 Euro gibt es unter anderem in der Ticketgalerie im Barthels Hof, in den LVZ-Geschäftsstellen, unter 0800 2181050 und unter www.ticketgalerie.de

Von André Hoffmann

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