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Kultur Regional Am 12. Dezember erhält Henrike Naumann den 13. Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung
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14:46 03.12.2019
Henrike Naumann erhält den 13. Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung. Hier bereitet sie gerade eine Installation für die Ausstellung „Point of No Return“ im Museum der bildenden Künste in Leipzig vor. Quelle: André Kempner
Leipzig

Zum Geburtstag bekommt man in der Regel gut gemeinte Gaben. Zum 100. der Leipziger Volkszeitung verschenkte die Zeitung selbst etwas: einen Kunstpreis. Das war 1994, ein Jahr später, 1995, wurde der Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung zum ersten Mal vergeben – als Starthilfe für junge Künstler, die mit der Region Leipzig (später ganz Sachsen) verbunden sind, die bereits von sich reden gemacht haben, ohne jedoch arriviert zu sein. Im Zwei­jahres-Rhythmus wird der Preis seitdem aus­gelobt. Er beinhaltet neben dem Preisgeld von 10 000 Euro eine Ausstellung im Museum und einen begleitenden Katalog.

13 LVZ-Kunstpreisträger: von Via Lewandowsky bis Henrike Naumann

Via Lewandowsky war der 1. Preisträger. Ihm folgte Neo Rauch, der Leipziger Maler, der später weltberühmt wurde, aber seiner Heimatstadt die Treue hielt. Die weiteren Preisträger waren Jörg Herold (1999), Tamara Grcic (2001), Daniel Roth (2003), Matthias Weischer (2005), Claudia Angelmaier (2007), Julius Popp (2009), Jochen Plogsties (2011), Sebastian Nebe (2013), Owen Gump (2015) und Benedikt Leonhardt (2017).

Leicht hat es sich die unabhängige, aus wechselnden Mitgliedern (jeder hat in der Regel zwei Vorschläge) bestehende Jury eigentlich nie gemacht. Auch nicht jene, die sich im Frühjahr 2019 für Henrike Naumann entschied. Die 1984 in Weißbach bei Zwickau geborene und in Berlin lebende Künstlerin hatten jedoch gleich zwei Jurymitglieder auf dem Zettel – ohne voneinander zu wissen: Hilke Wagner, Direktorin des Albertinums der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, und Via Lewandowsky, erster LVZ-Kunstpreisträger 1995. Weitere Jurymitglieder unter dem Vorsitz von Museumsdirektor Alfred Weidinger waren Julia Schäfer, Kuratorin und Kunstvermittlerin an der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig, der frühere LVZ-Geschäftsführer Bernd Radestock und der heutige LVZ-Geschäftsführer Björn Steigert (beratend, aber nicht stimmberechtigt).

Werke von acht weiteren Kunstpreisträgern im Museum

Die 13. Kunstpreisträgerin Henrike Naumann erhält die Auszeichnung am 12. Dezember. Preisverleihung und die Eröffnung ihrer Ausstellung finden ab 18 Uhr statt. Zu sehen ist die Schau bis 15. März in der Zündkerzenhalle. Gleichzeitig werden im Museumsfoyer die Arbeiten von acht LVZ-Kunstpreisträgern gezeigt, die im Zusammenhang mit dem Extra-Blatt zum 125-jährigen Bestehen der Zeitung in diesem Jahr entstanden – dabei sind unter anderem Via Lewandowsky, Matthias Weischer, Jochen Plogsties und Benedikt Leonhardt.

Die Installationskünstlerin Henrike Naumann ist für viele Kritiker so etwas wie die Künstlerin der Stunde. Das Magazin „Monopol“ wählte sie unlängst unter die zehn wichtigsten deutschen Gegenwartskünstler. Die 35-Jährige, die Bühnenbild und Szenografie studiert hat, arbeitet multimedial. Möbel und Dekoelemente spielen eine große Rolle. In ihren Installationen kombiniert sie Video und Sound. Sie erkundet Folgen der Wiedervereinigung, Auflösungserscheinungen, Radikalisierungen.

„Mich interessieren immer die Dinge, die mich nervös machen, sowohl politisch als auch ästhetisch“, sagte sie im LVZ-Interview. Naumanns Arbeiten waren und sind unter anderem in Hannover, Frankfurt, Berlin, Wien und München zu sehen. Dennoch sei die Auszeichnung in Leipzig für sie etwas Besonderes, sagt sie: „ Es ist für mich etwas Besonderes, meine erste museale Einzelausstellung in einer ostdeutschen Institution zu haben. Zudem publiziere ich im Rahmen des Kunstpreises mein erstes Buch.“

Zwei Plüschkränze mit Trauerflor

Die LVZ wird zwei Plüschkränze mit Trauerflor ihrer Installation „Traueraltar Deutsche Einheit“ ankaufen – und im Verlagsgebäude zeigen. So wirkt der Preis auch nach innen. „Die im ganzen Haus platzierten Werke der Kunstpreisträger sind uns zu Begleitern geworden“, sagt LVZ-Geschäftsführer Björn Steigert. „Die Bedeutung des Preises bemerkt man erst so richtig, wenn man die Sammlung sieht, die sich über die Jahre aufgebaut hat, mit der sich die Mitarbeiter umgeben, und wenn man sieht, wie sie das leben.“

Von Jürgen Kleindienst

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