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Kultur Regional Animateur aus dem All: DJ Bobo begeistert mit „KaleidoLuna“ in Leipzig
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16:59 13.05.2019
Zwischenstopp aus dem All: DJ Bobo mit seiner Frau Nancy in der Arena. Quelle: André Kempner
Leipzig

Der zweite Schweizer im All: René Baumann, der mit seinem Mittachtziger DJ-Namen Anfang der Neunziger auf der Eurodance-Welle mitschwamm, erfüllt sich interstellare Reiseträume. Das steckt an, weil er dafür die Bühne braucht.

Zur neuen „KaleidoLuna“-Show meldet sich der 51-jährige DJ Bobo spitzbübisch aus dem Cockpit und macht die Menschen in der ausverkauften Arena vorab miteinander bekannt. Die europäische Datenschutz-Grundverordnung ist unter Bekannten schließlich kein Problem. Das Fotografieren und Filmen sei gleich ausdrücklich erlaubt, teilt bitte alles auf Insta & Co, instruiert er und macht sich in seinem Raumanzug bereit.

Grüße aus der Schweiz: DJ Bobo am 12. Mai in der Arena Leipzig

Für den hat sich die Show sichtlich beim Avenger Iron Man inspirieren lassen. Wie dessen Kampfanzug fliegen die Segmente auseinander, als er aufschlägt: DJ Bobo ist gelandet. Auf der Bühne, die sich am dem Abend durch Umbauten und Videoprojektionen mehrmals verändern wird, steht jetzt sein Raumgleiter.

Bewährtes Rezept aus den 90ern

Und für einen Moment wirkt alles wie aus der Zeit gefallen: Da steht noch immer der Mann, der sich DJ nennt, aber keine Turntables bedient, sondern sich mit seinen Tänzern durch Choreographien bewegt oder auf seine Art „rappt“. Zum Sprechgesang, mit seiner warmen Stimme, in der das Schweizerdeutsch durchscheint, gibt es noch immer kräftigere Stimmen.

Dazu gibt es Textzeilen, deren Gehalt überschaubar bleibt: „We’re made of colours, made of stars.“ Simple Botschaften, die zumeist von Liebe und Respekt künden, und dabei nicht tiefer gehen müssen. Das wirkt vertraut, ein Rezept, mit dem DJ Bobo in den 90ern die Charts eroberte und heute Arenen füllt. Statt Goldener Schallplatten gibt es für 8000 Besucher in Leipzig nun den „Sold Out Award“.

Zwei Stunden ausgelassene Heiterkeit

Das klingt nach Ausverkauf und Kommerz, was es auch ist, aber eben nicht nur. Statt die Menschen in der Arena auf einer bloßen Welle der Nostalgie reiten zu lassen, hat er auch Neues dabei. Die alten Songs liefern dafür den Soundtrack.

Das sich „KaleidoLuna“ dafür manchmal am popkulturellen Bestand bedient und dann und wann einen wirklichen roten Faden vermissen lässt: Geschenkt. Statt einer logisch zwingenden Handlung, bekommen die Zuschauer heitere Zusammenhangslosigkeit auf der Bühne.

Invasion der Weltraum-Vampire

Wo zunächst Tänzer in eng anliegenden, neonfarbenen Kostümen aus dem Weltraum landen, hüpfen später Vampire durch marode Villen oder den Weltenbrand. Spandexhelden wie aus dem 80er Flash Gordon-Film gekreuzt mit den Power Rangern treffen auf Mad-Max-Verschnitte.

Das klingt abstrus, reißt aber im Zusammenspiel mit den Effekten mit: Die sind dicht, aber nicht überfordernd eingesetzt: Leuchtdioden, Bildschirme, Gasexplosionen und Stichflammen wechseln mit Video-Projektionen, einem Drohnenballett und Konfettikanonen. Dazu gibt Dj Bobo den stets gut gelaunten Animateur.

Show-Spektakel lässt nicht kalt

Die Selbstironie, mit der er von seinen Anfängen als Musiker spricht, deuten Bescheidenheit und Demut an. Das stets breite, nie falsche Lächeln, zeigt jemanden, der liebt, was er macht. Und wie er Schabernack treibt und manchmal Finten fürs Publikum legt, das er zum Mithüpfen, -klatschen und zum Griff zur Handytaschenlampe antreibt, zeigen den Entertainer. Der nicht nur sich Träume erfüllt, sondern auch dem Publikum.

Das ruft schon nach der Zugabe und skandiert „Seven Nation Army“, da steht er noch auf der Bühne. „Wollt ihr noch einen?“, fragt er, bevor er sie mit „There is a Party“ satt und prall von Glück in den Sonntagabend entlässt.

Von Manuel Niemann

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