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Kultur Regional Wenig Zuschauer, keine Proteste, keine Schlägerei: Kollegah im Haus Auensee
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10:17 15.11.2019
„Was haben sich hier schon für dramatische Szenen abgespielt“ – Kollegah Donnerstagabend im Haus Auensee. Quelle: Christian Dittmar
Leipzig

Die Schlägerei auf der Bühne des Haus Auensee zwischen Kollegah und einem Fan vor zweieinhalb Jahren. Der Eklat um die Echo-Verleihung2018 für den Gangster-Rapper und seinen Kompagnon Farid Bang, in dessen Zuge der Preis wegen Antisemitismus-Vorwürfen gleich komplett abgeschafft wurde. Und schließlich ganz aktuell Proteste vor dem Auftritt am Dienstag in Köln, nachdem die Zeitschrift „Emma“ Kollegah zum „Sexisten des Jahres“ gewählt hatte.

So war auch vor dem Konzert von Felix Antoine Blume, wie der 35-Jährige mit bürgerlichem Namen heißt, am Donnerstagabend, passenderweise erneut im Haus Auensee, viel Wirbel erwartet worden. Doch stattdessen: nichts. Und das quasi im wörtlichen Sinne, denn die Veranstaltungshalle in Wahren ist nicht einmal zur Hälfte gefüllt, sodass der hintere Bereich sogar mit Vorhängen abgedeckt wird. Ganz im Gegenteil etwa im Vergleich zum Gig von Kollegahs Intimfeind Sido am Dienstagabend, als sich die Menge noch bis in den Vorraum staute.

Nur ein Schmierentheater?

Über die Gründe kann nur spekuliert werden, aber vielleicht haben die vielen Skandale der vergangenen Jahre nicht nur einfach die gewünschte Publicity produziert, sondern auch ein paar alte Anhänger abwenden lassen. So schaffte auch das den Tournamen-prägende Album „Monument“ nicht den Erfolg der Vorgängerplatten und stand und „nur“ 13 Wochen auf Platz eins der deutschen Charts. Und das, obwohl „Kolle“ eine längere Schaffenspause im Anschluss angekündigt hatte – die aber auch schon wieder Makulatur ist, weil bereits in einem Monat das nächste Album erscheinen wird. Es soll wohl eine Art Zurück zu den Anfängen werden, denn benannt ist „Alphagene II“ nach seinem Debüt-Longplayer.

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Und auch auf der Bühne gibt sich Kollegah am Donnerstag erstaunlich defensiv. Mit „Was haben sich hier schon für dramatische Szenen abgespielt“, eröffnet der gebürtige Hesse seine Darbietung und spielt damit auf besagte Schlägereian. Diese wird später noch parodiert werden und damit der Eindruck verstärkt, dass es sich bei dem Leipziger Beef im März 2017 nur um Schmierentheaterhandelte.

Sowieso wirkt der Auftritt wie eine Ansammlung von Bühnenaufführungen mit ein bisschen Musik zwischendurch. Am Anfang dürfen sich zwei weibliche Besucher bei einem Hanteldrück-Wettbewerb versuchen, später zwei männliche bei einem Live-Battle-Rap und schließlich setzt sich der Meister persönlich auf einen eigens für ihn angefertigten „Alphagene“-Thron.

„Mich haben einige Leute verraten und verlassen“

Unterstützt wird Kollegah von seinem neuen Sozius Asche, nachdem es auch hier in letzter Zeit Schwund gegeben hatte, da etwa die früheren Zöglinge Seyed und Jigzaw sein Label „Alpha Music Empire“ verlassen hatten. Was die Boss-Trafo angeht, muss der Bochumer mit tschetschenischen Wurzeln aber auch noch einiges nachholen und auch stimmlich kommt „Aschkobar“ noch nicht an seinen Mentor heran.

Der geht zum Ende im Haus Auensee noch einmal auf alle Vorwürfe ein, erklärt, dass einer seiner besten Freunde Jude und er schon seit Jahren glücklich verheiratet sei. „Mich haben einige Leute verraten und verlassen“, erklärt Kollegah und zeigt seinen 44er-Bizeps, um mit den Bizepsen der Besucher ein großes Abschlussfoto zu schießen. Für das Konzert am 14. Dezember in München sind die nächsten Proteste angekündigt.

Von Christian Dittmar

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