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Kultur Regional Beutel-Schneider: Eidinger und die Einwegtasche der Zukunft
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16:22 19.01.2020
Lars Eidinger: Schauspieler, DJ, Taschendesigner. Quelle: Axel Heimken/dpa
Leipzig

Empörung und Prominenz finden zueinander wie Motten und Licht. Beteiligt sind im aktuellen Fall ein Schauspieler, ein Taschenhersteller und die berühmteste Tüte des Landes. Also Lars Eidinger (LE), Philipp Bree (PB) und Aldi (Aldi).

Natürlich ist Eidinger mehr als ein Schauspieler, er ist DJ und Instagramfotograf. Und schon lange ist die Aldi-Nord-Tüte mehr als eine Tragetasche, sie steht für Modernität, gestaltet vom Künstler Günter Fruhtrunk. Und sie war Stigma, bevor Understatement Statement wurde.

Mineralisch gegerbte Verneigung

„LE 1“ heißt nun der erste von Eidinger entworfene Kultbeutel und Auslöser sozialmedialer Erregung. 550 Euro kosten die 522 Gramm aus „mineralisch gegerbtem Rindleder aus Deutschland“ (PB), inspiriert von Fruhtrunks „Progression, Etude I“. Dass die Original-Tüten-Maße lediglich den Komfort eines einzigen Hauptfaches bieten, macht sie für Frauen uninteressant und damit zum – nach allem, was man hört – Gegenteil von Eidinger.

„Die Tasche ist eine Verneigung und eine Wertschätzung des Alltäglichen“, wird LE im Online-Shop zitiert. Überdies spiele sie „natürlich“ damit, „ein Einwegprodukt nachhaltig zu machen“ und sei „ein Beitrag zur Plastiktüten-Diskussion in Deutschland und weltweit“.

Dekadenz an Henkeln

Nun, ein Beitrag zur Diskussion ist die Beutel-Schneiderkunst durchaus. Darüber nämlich, ob es schicklich ist, für Vermarktung aufs Prekäre zu setzen, für eine „Hommage an die Dinge des täglichen Gebrauchs“ am Schlafplatz Obdachloser zu posieren.

Im Rapper-Wesen wär’ ein Liedchen „Progression, Etude I“ sofort ein Hit. Dekadenz wurde erfunden, um sie zu tragen. In diesem Fall an zwei Henkeln

.

Von Janina Fleischer

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