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Kultur Regional Bülent Ceylan in der Arena: Sächsisch für Sachsen
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16:05 30.11.2018
Gastspiel von Comedian Bülent Ceylan mit seinem neuen Programm LASSMALACHE in der Arena in Leipzig Foto: Andre Kempner Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Die Bühne sieht aus wie im Zirkus. Pünktlich um 20 Uhr ertönt der letzte Gong in der Arena. Kurze Zeit später klatscht das Publikum Bülent Ceylan auf die Bühne. Schon nach wenigen Sekunden hat er die Besucher auf seiner Seite, als er einen Witz über die nicht sehr volle Arena bringt. Als er zu sächseln beginnt, ist die Begeisterung schon auf dem Höhepunkt. Besonders scheint er „seichen“ für urinieren zu mögen. „Man muss nur die Sprache lernen, dann wird man akzeptiert“, sagt er. Während er einen Witz nach dem nächsten bringt, muss er ständig selbst lachen. „Egal, wer lacht, egal, wie man lacht – Hauptsache, wir lachen heute Abend gemeinsam“, verkündet Ceylan. Passend zum Titel seines Bühnenprogramms „Lassmalache“.

Spaß statt Hass: Lasmalachen

Dreistündige Show

Während der fast dreistündigen Show macht sich der Entertainer über Politiker lustig und stellt sich vor, wie sich Trump, Erdogan, Kim Jong Un und Putin in einer Selbsthilfegruppe Witze erzählen. „Wie sonst bringt man solche Menschen wohl zum Lachen?“, fragt sich der Deutschtürke. Wie er seine Zuhörer zum Lachen bringt, weiß Ceylan genau. Schließlich steht er seit 20 Jahren auf der Bühne, wie er stolz erzählt. Der Komiker schlüpft während der Show in seine allseits bekannten Rollen: Türkenproll Hasan, Anneliese, die Besitzerin eines Pelzladens und Hausmeister Mompfred.

Er geht die Besucher nach ihrer möglichen Herkunft durch. „Türken? Griechen? Italiener? Polen? Russen?“ Als sich nur ein Mann mit russischen Wurzeln meldet, fragt er die Sachsen ab. Fast der ganze Saal meldet sich. Ein Besucher hat es die gesamte Show über nicht leicht: Quentin, ein Elfjähriger. An seinem Namen findet Ceylan besonders großen Gefallen: „Wie wirst du denn geschrieben? Gwentün?“ Als Trost darf er sich in der Pause etwas am Merchandise-Stand aussuchen. Dass Ceylan auch spontan Witze reißen kann, zeigt er zum Ende der Show. Mit einem etwas kitschigem Song bedankt er sich beim Publikum dafür, dass die Stimmung in der Arena „besser als ausverkauft“ ist. Die Zuschauer stehen auf und jubeln laut. „Setzt euch wieder hin, sonst seiche ich aus den Augen“, witzelt er und schnappt sich eine Kamera.

Spaß statt Hass

Er verlässt die Bühne und geht durch die Reihen. Dabei zoomt er auf einzelne Gesichter im Publikum, die nun auf den riesigen Leinwänden zu sehen sind. Die Show endet mit viel Pyrotechnik und einem Heavy-Metal-Song, bei dem sein langes schwarzes Haar zum Einsatz kommt. Gemeinsam singen die Fans mit Ceylan zum Abschied „Wir haben Spaß statt Hass.“ Doch eine Frage bleibt bis zum Ende der Show unbeantwortet: Warum stand er denn eigentlich den ganzen Abend lang in einer Manege?

Von Maria Sandig

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