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Kultur Regional Cypress Hill in Leipzig: Mit Joint und Fischerhut im Gepäck
Nachrichten Kultur Kultur Regional Cypress Hill in Leipzig: Mit Joint und Fischerhut im Gepäck
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17:15 12.12.2018
B-Real, der den typischen Cypress Hill Sound prägt, im Haus Auensee in Leipzig. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Mit einem viertelstündigen Set stimmt DJ Mix Master Mike das Publikum auf die Band ein. Als Sen-Dog und B-Real von Cypress Hill am Dienstagabend auf die Bühne kommen, hat sich im Haus Auensee schon ein verdächtiger Geruch breit gemacht. Kaum eine andere Band ist so bekannt für ihre Haltung zur Legalisierung von Marihuana, was sie nicht selten in ihren Texten thematisiert. Das Publikum ist von den ersten Minute an dabei und zeigt einen ausdauernden Einsatz der Arme.

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Senen Reyes aka Sen Dog, 53, übernimmt den Old School-Rap, B-Real mit dem bürgerlichen Namen Louis Freese, 48, sorgt mit seiner markanten nasalen Stimme für den typischen Cypress-Hill-Sound. Die zwei Musiker sind Veteranen des Hip-Hop, seit 30 Jahren in der Musikszene unterwegs. Sie selbst bezeichnen sich als „Black Sabbath der Rap-Musik“.

Sen Dog übernimmt bei Cypress Hill den Old School-Rap. Quelle: André Kempner

„Insane in the brain“ zieht noch immer

Einen markanten Stilwechsel haben Cypress Hill seit der Bandgründung 1988 nicht zu verzeichnen. Ihr aktuelles Album „Elephants on Acid“ reiht sich musikalisch und textlich nahtlos ein. Beim Konzert am Auensee feiern die Fans weniger die aktuellen Songs wie „Band of Gypsies“. Klassiker wie „Insane In The Brain“, „I Wanna Get High“ oder „How I Could Just Kill A Man“ stoßen bei den Besuchern auf glückliche Gesichter und eine beachtliche Textsicherheit.

Neben DJ Mix Master Mike unterstützt Perkussionist Eric Bobo die Rapper, der seit fast 25 Jahren zur Stammformation der kalifornischen Hip-Hopper zählt. Als dieser einen seiner Drum-Sticks verliert, fällt das dem überwiegend männlichen Publikum kaum auf.

Ein Markenzeichen der Band kommt auch in Leipzig zum Tragen: Der Fischerhut, der durch Cypress Hill vor fast 20 Jahren zum Mainstream-Hype wurde, gehört noch immer zum Dress-Code.

Gegen Ende des Konzerts macht sich das lange Reisen zu den Bühnen der Welt bemerkbar: Schon nach knapp 60 Minuten verlassen die Musiker die Bühne. Immerhin – für zwei Songs als Zugabe kehren sie noch einmal kurz zurück. Dass sich die zwei Rapper-Urgesteine während des Auftritts einen Joint anzünden und eine insgesamt recht knapp bemessene Show bieten, kümmert hier niemanden.

Von Maria Sandig