Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Kultur Regional David Hasselhoff: „Und dann kommt dieser Lindner mit seinen dämlichen Aussagen“
Nachrichten Kultur Kultur Regional David Hasselhoff: „Und dann kommt dieser Lindner mit seinen dämlichen Aussagen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:38 12.09.2019
David Hasselhoff vor dem Brandenburger Tor. Quelle: picture alliance/dpa
Leipzig

Er war Knight Rider, Strandretter und ist immer noch Sänger. Am 5. Oktober tritt David Hasselhoff im Haus Auensee in Leipzig auf – und will Metal-Songs spielen.

Waren Sie schon mal im Gefängnis?

Einmal hat es mich erwischt. Ich musste vor vielen Jahren einen Abend im Knast verbringen. Sie machten dann dieses Häftlingsfoto von mir, und ich fragte „Soll ich deprimiert gucken oder so wie immer?“ War denen egal, und ich dachte mir, wenn ich einen traurigen Blick aufsetze, erregt das Bild mehr Aufsehen und landet in den Zeitungen. Also lachte ich und gab ihnen den üblichen Hasselhoff-Look. Hat funktioniert. Kaum jemand druckte das Foto.

Was war der Grund für Ihre Festnahme?

Rücksichtsloses Fahren. Ich bin ein bisschen gerast, weil ich so abgelenkt war.

Wovon?

Dem Mädchen im Auto neben mir. Genauer: Ihren Brüsten. Ich so „Wooowww“, dabei muss ich wohl aufs Gas gekommen sein.

Und dafür landet man im Bau?

Die Cops waren überzeugt, ich sei betrunken. Und als ich ihnen die Sachlage erklärte, meinten sie, ich wolle sie verarschen. Aber es war wirklich so, diese Brüste waren extraordinär, außerdem hatte ich keinen Alkohol im Blut und durfte schließlich wieder gehen.

Achten Sie generell zuerst aufs Dekolleté?

Ein schöner Busen ist schon etwas Wunderbares. Aber ich bin kein Fetischist. Meine Frau zum Beispiel, die hat tolle Beine. Durch Hayley bin ich zum Beine-Liebhaber geworden.

Sie sind annähernd 30 Jahre älter.

Die Liebe zwischen erwachsenen Menschen fragt nicht nach dem Alter.

Vor einem Jahr haben Sie geheiratet. Ihre dritte Ehe.

Und die letzte, wie ich sehr stark annehme. Wissen Sie, Hayley ist wie ein Mann. Sie liebt viele der Dinge, die ich auch liebe. Wir gucken oft zusammen Sport, Fußball, Basketball, als Waliserin steht sie sehr auf Rugby. So, und dann schauen wir zusammen ein Spiel, werden heiß, haben Sex, und gucken das Spiel weiter. Sie will dann gar nicht groß reden. Einmalig.

Sie sind dafür bekannt, dass Sie im Showgeschäft so ziemlich jeden Quatsch mitmachen.

So hätte ich es nicht ausgedrückt, doch es stimmt, ich bin offen und neugierig. In meinem Alter will ich dahingehen, wo die Kids sind. Letztens trat ich bei so einem riesigen 90er-Festival auf, in Gelsenkirchen. Vor lauter jungen Leuten. 50 000 Fans, totaler Wahnsinn. Es gibt Kids, richtig kleine Kinder, die wissen, wer David Hasselhoff ist. Die „I’’ve Been Looking For Freedom“ singen. Das macht mich so verdammt glücklich.

Ihre neue Single haben Sie mit unserer 90er-Ikone Blümchen aufgenommen.

Blümchen ist phantastisch. Wir hatten superviel Spaß zusammen. Und wenn ich Spaß habe, dann haben alle Spaß.

Ihre erste Rolle war die des „Peter Pan“. Das ewige Kind. Sind Sie für immer ein kleiner Junge?

Sind wir das nicht alle? Wir vergessen das nur viel zu schnell. Als Kind bist du voller Leichtigkeit, du weißt noch nicht, was schwarz, weiß, schwul, hetero, Moslem, Christ oder was auch immer bedeutet. Das ist dir egal. Du hast einfach Spaß mit anderen Kindern. Diesen Spaß habe ich mir im Herzen bewahrt.

Ist es eigentlich immer ein Spaß, eines der bekanntesten Gesichter auf Erden zu haben?

Der berühmteste Mann auf Erden war nicht ich, das war Muhammad Ali. Ali war über viele Jahre lang ein guter Freund von mir, immer wenn er mich sah, flüsterte er „Hey, Knight Rider, du bist hübsch, aber nicht so hübsch wie ich.“ Und er lächelte. Er mochte es, wenn man ohne Scheu gegenüber seiner Krankheit auf ihn zuging. Da war er bei mir natürlich an der richtigen Adresse (lacht). Neulich war ich in Wien, im Hotel Sacher. Ich so rein und „Hallo“ gesagt, und dann die Omas. Wie sie reagierten. Sie kreischten beinahe. Frauen über 80, die gepflegt ein Stück Kuchen essen wollten, wurden wieder zu kleinen Kindern.

Warum haben Sie eigentlich keine TV-Show bei uns?

Ich arbeite daran. In Schweden mache ich eine Talkshow, mit großen Stars und vielen Überraschungen, auch für mich selbst. Da kommt zum Beispiel ein Mann auf die Bühne, ich frage ihn „Was machst du so?“, und er antwortet „Ich bin der Premierminister von Schweden“. Und dann unterhalten wir uns ein bisschen.

Das ZDF sucht einen Nachfolger für Carmen Nebel. Wollen Sie?

Nee, ich mag Carmen, aber da wäre wohl jemand wie Thomas Gottschalk oder Florian Silbereisen besser geeignet.

Vor einiger Zeit waren sie bei Markus Lanz und sind verbal auf FDP-Chef Christian Lindner losgegangen. Wie beurteilen Sie Ihren Auftritt im Nachhinein?

Ich bin ein bisschen ausgerastet, aber dieser Lindner, mir war schnell klar, dass der Typ ein Idiot ist. Ich habe die junge Frau verteidigt, die Klimaaktivistin (Luisa Neubauer). Zum einen habe ich selbst Töchter in ihrem Alter, zum anderen müssen wir endlich lernen, alle irgendwie miteinander auszukommen. In den USA knallen sich die Kids gegenseitig ab, und was mit dem Klima passiert, ist sowieso Wahnsinn. Und dann kommt dieser Christian Lindner mit seinen dämlichen Aussagen.

Haben Sie anschließend noch geredet?

Nein, er wollte nicht mit mir sprechen. Vor der Sendung war es schon seltsam. Ich sagte zu ihm „Hätte damals Al Gore die US-Präsidentenwahl gewonnen, gäbe es viele Probleme heute gar nicht“. Und er: „Hätte Gore gewonnen, dürften wir nur drei Mal im Jahr fliegen“. Trottel. Erst meinte er noch, „Ach, Knight Rider, das war als Kind meine Lieblingssendung“. Aber dann einen mit dem Arsch nicht mehr angucken.

Sie haben „Looking For Freedom“ 1989 auf den Resten der damals frisch gefallenen Mauer gesungen. Würden Sie ins Weiße Haus gehen und Donald Trump, der eine neue Mauer bauen will, das Lied singen?

Wenn das etwas bringen würde, würde ich es sofort tun.

Haben Sie noch Mauerteile zu Hause?

Ja. Viele kleine und große Stücke. Wir haben seinerzeit Schnaps getrunken und die Brocken eingesammelt. Ich habe später für eine Dokumentation mehr Zeit im Osten verbracht und bin mit unglaublich mutigen Menschen zusammengekommen. Sie haben Tunnel gegraben, sie sind mit dem Ballon geflogen, geschwommen, Liebespaare waren jahrzehntelang getrennt und fanden später wieder zusammen, es gab einen Spion, der aussah wie ich, Otto von der Stasi. Ich traf diesen Kerl, der entkommen konnte und Koch auf einem Fährschiff in Chicago wurde. Er war in den Westen ausgereist, aber seine Familie lebte noch in Ost-Berlin. Jedes Mal, wenn er die besuchte, schmuggelte er ein, zwei Leute im Kofferraum raus. Erst bei der 63. Person wurde er verhaftet. Alle diese Geschichten erzähle ich in meinem Buch „Up Against The Wall“.

Wie sieht das Programm Ihrer Tournee aus?

Bunt. Wir haben neue Songs dabei, fröhliche Songs, denn ich kenne mein Publikum. Die laufen teilweise mit Schwimmwesten und Perücke auf, das sind Leute, die sehr aufnahmebereit sind für meinen herrlichen Quatsch. Doch ich werde auch Cover-Versionen von Songs aus den 80ern spielen. Außerdem gibt es Heavy Metal. Denn ich habe festgestellt: Wer Metal liebt, der liebt oft auch The Hoff.

Am 5. Oktober tritt David Hasselhoff im Leipziger Haus Auensee auf. Karten gibt es unter anderem in der Ticketgalerie Leipzig (LVZ-Foyer, Peterssteinweg 19; Barthels Hof, Hainstr. 1), unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800 2181050, auf www.ticketgalerie.de

Von Steffen Rüth

Auf Ann-Elisabeth Wolff, langjährige Leiterin der Euro-Scene, folgt 2021 Christian Watty an der Spitze des Tanz- und Theaterfestivals. Watty, derzeit für die Internationale Tanzmesse NRW in Düsseldorf tätig, ist in Leipzig kein Unbekannter. Seit 2013 setzt er bei der Euro-Scene als Mitglied des künstlerischen Beirats Programmimpulse.

12.09.2019

Am Donnerstag spielt im Naumanns spielen nicht nur die Rockband Four Roses, auch die Heavy-Rocker von Metall sind dabei. 1989 war Roses-Sänger Thomas Rosanski Mitglied bei den Ost-Berlinern. Über die Kunst des Coverns, Mauerfall und den Neuen in der Band spricht der Leipziger im Interview.

12.09.2019

Zum 200. Geburtstag Clara Schumanns spielten Lauma (Klavier) und Baiba Skride (Violine), Harriet Krijgh (Cello) sowie dem Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons an der Trompete Kammermusik im Mendelssohn-Saal des Gewandhauses.

11.09.2019