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Kultur Regional Demo am Samstag: Leipzigs freie Szene will auf „Kulturnot“ aufmerksam machen
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Demo am Samstag: Leipzigs freie Szene will auf „Kulturnot“ aufmerksam machen

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15:42 18.06.2021
Vor rund eineinhalb Jahren haben Leipzigs Clubs ihren Betrieb eingestellt, eine Öffnungsperspektive gibt es weiterhin nicht. (Symbolbild)
Vor rund eineinhalb Jahren haben Leipzigs Clubs ihren Betrieb eingestellt, eine Öffnungsperspektive gibt es weiterhin nicht. (Symbolbild) Quelle: IMAGO
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Leipzig

Mit einer bundesweiten Demo-Aktion soll am Samstag auf die Nöte der Kultur- und Clubbranche aufmerksam gemacht werden. Auch Leipzig gehört zu den 15 teilnehmenden Städten: Unter dem Motto „Kulturnot – Wir kulturrelevant ist das System?“ wurde für den Nachmittag ein Fahrradaufzug mit zirka 1000 Personen angemeldet.

Beginn ist um 14 Uhr in der Markranstädter Straße. Von dort aus geht es über die Zschochersche Straße und die Jahnallee zum nördlichen und östlichen Innenstadtring, anschließend über die Dresdner und Riebeckstraße zum Technischen Rathaus. Von dort aus über Prager- und Richard-Lehmann- zur Karl-Liebknecht-Straße, der letzte Abschnitt führt entlang der Karl-Tauchnitz-Straße zur Rennbahn Scheibenholz. Das Ende ist für 17 Uhr geplant.

Mutmaßliche Ungleichbehandlung in der Corona-Krise

Die Organisierenden wollen nach eigenem Bekunden auf die Nöte der Kultur- und Clubbranche sowie die mutmaßliche Ungleichbehandlung gegenüber anderen Wirtschaftszweigen in der Corona-Krise aufmerksam machen: „Seit mehr als einem Jahr steht die Kultur- und Veranstaltungsbranche in Deutschland mit knapp 1,5 Millionen Beschäftigten und seiner Wertschöpfungskette still. (...) Währenddessen läuft die industrielle Produktion weiter. Konzerne erzielen Rekordgewinne, Steuern werden kaum gezahlt. Während Clubs, zusätzlich zu den staatlichen Hilfen, noch auf Spenden angewiesen waren um sich über Wasser halten zu können, werden riesige Dividenden an Aktionäre ausgezahlt, die aus eben diesen steuerlichen Mitteln refinanziert worden sind. Die Prioritäten sind klar verteilt“, heißt es.

Die Veranstaltungswirtschaft sei der viertgrößte Arbeitgeber in Deutschland und habe vor anderthalb Jahren eigenverantwortlich und aus Solidarität den Betrieb eingestellt. Sämtliche Lockerungen der vergangenen Wochen seien jedoch „an der freien Veranstaltungsszene vorbeigegangen. Angekündigte Entscheidungen zu Öffnungsstrategien und Perspektiven wurden vertagt. Laut den Ministerpräsidenten ist es weder wichtig noch notwendig sich darüber Gedanken zu machen.“ Es wird gefordert, vorgelegte Konzepte der Clubs anzuerkennen und Sicherheiten für die Zukunft zu schaffen, „anstatt die Abschaffung der Masken und Testpflicht im Einzelhandel zu diskutieren“. Und: „Wir fordern die Parks und Grünflächen der Stadt endlich für Veranstaltungen freizugeben.“

Von CN