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Kultur Regional Der Leipziger Krimi-Autor Alex Pohl stellt „Eisige Tage“ vor
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18:00 05.02.2019
Der Leipziger Krimi-Autor Alex Pohl (41). Quelle: Michael Bader
Leipzig

Knutschen, kiffen, klauen, am Leipziger Hauptbahnhof rumhängen. Das ist für die 13-jährige Elise ein verführerisches Kontrastprogramm zum Leben in der elterlichen Villa in der Waldstraße, das sie als verlogen und spießig empfindet. Was sie nicht ahnt: Aljoscha, der sie in diese Welt lockt, hegt finstere Pläne. Der bereits mit allen kriminellen Wassern gewaschene, so nett wirkende Junge hatte Kontakte zu einem Anwalt, dessen steifgefrorene Leiche in einem Auto im Elster-Saale-Kanal liegt.

Bei dem Toten findet die Polizei das Bild eines vermissten Mädchens. Es ist die erste Spur, die die Kriminalkommissarin Hanna Seiler und ihren Kollegen Milo Novic in eine Halb- und Unterwelt führt, die ein Verbrechens-Veteran mit Hilfe brutaler Gefolgsleute regiert und in der schon die Jüngsten gefährliche Spiele treiben.

Verzicht auf Vermarktungschancen?

„Eisige Tage“ lautet der Titel des ersten Kriminalromans von Alex Pohl, der am 11. Februar erscheint und den er während der Leipziger Buchmesse in der LVZ-Kuppel vorstellt. Von einem Debüt zu sprechen, wäre indes eine große Untertreibung. Denn unter dem Pseudonym L.C. Frey veröffentlichte der Leipziger in Eigenregie etliche Thriller und Horror-Romane, die bei Amazon sechsstellige Auflagen erreichten, bekam Auszeichnungen, brachte sogar einen Ratgeber für angehende Autoren heraus.

Ist der Verzicht auf ein solch erfolgreiches Pseudonym nicht auch ein Verzicht auf damit verbundene Vermarktungschancen? „Nein“, meint Pohl. Zum einen nutze er die sozialen Medien, um seine Fans zu informieren. Zum anderen: „Es ist ein schönes Gefühl, ein richtiges Buch unter dem eigenen Namen herauszubringen. Und es läutet auch eine neue Lebensphase ein.“

Eisige Tage von Alex Pohl Alex Pohl: Eisige Tage. Penguin-Verlag; 432 Seiten, 10 Euro Quelle: Verlag

Neue Lebensphasen sind für den Elektroingenieur nichts Besonderes. Der 41-Jährige programmierte Roboter, organisierte Fließbänder, arbeitete als Musiker, betrieb ein Tonstudio, entwarf Platten- und Bücher-Cover. Hierdurch kam er zum Schreiben. „Schuld der Engel“ hieß sein erster Thriller. Er veröffentlichte ihn auch deshalb als L.C. Frey, weil sein echter Name außen vor geblieben wäre, wenn sich das Ganze als Flop erwiesen hätte.

Jetzt also Alex Pohl. Was unterscheidet dessen Geschichten von denen Freys? „Sie sind weniger brutal“, sagt Pohl. Er und der Verlag hätten bewusst auf das reißerische Attribut „Thriller“ verzichtet und den klassischen Untertitel „Kriminalroman“ verwendet. Ein weiterer Unterschied: Als Selfpublisher müsse man sich um alles auch selber kümmern, jetzt biete ihm der Verlag die professionelle Betreuung im Lektorat, beim Marketing.

Mehr Zeit für Tempo

Und der Veröffentlichungsdruck sei geringer, Amazon, Kindle und Co. brauchten in rascher Folge neues Lesefutter. Pohl hat es schon geschafft, in vier Wochen einen Thriller zu schreiben, für „Eisige Tage“ nahm er sich anderthalb Jahre Zeit.

Dem Buch selbst fehlt es nicht an Tempo: Perspektivwechsel und Zeitsprünge halten den Leser in Atem, die Handlung nimmt unverhoffte Wendungen, das Leipzig-Lokalkolorit ist erkennbar, aber nicht zu dick aufgetragen. Und ein Einzelfall soll der Pohl-Erstling auch nicht bleiben. Der zweite Krimi um das Ermittlerpaar Hanna Seiler und Milo Novic liegt im Lektorat, der dritte ist in Arbeit.

Bei der LVZ-Kriminacht zur Leipziger Buchmesse liest Alex Pohl am 22. März im Medienhaus am Peterssteinweg 19. Mit ihm dabei: Klaus-Peter Wolf, Wiebke Lorenz und Iva Prochazkova. Karten für 18/15 Euro (15/12 Euro für LVZ-Abonnenten) gibt es in der Ticketgalerie Leipzig (LVZ-Foyer, Peterssteinweg 19; Barthels Hof, Hainstr. 1), in allen LVZ-Shops, unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800 2181050 und auf www.ticketgalerie.de

Alex Pohl: Eisige Tage. Kriminalroman.Penguin-Verlag;432 Seiten, 10 Euro (Der Roman erscheint am 11. Februar)

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