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Kultur Regional Die Kelly Family ist zurück – und wie!
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09:40 27.01.2018
Die Kelly Family in Leipzig. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Sie sind wieder da. Sie sind zurück auf der Bühne. Auch Jimmy, der zuletzt ja regelmäßig in der Petersstraße mit Hut, mobilem Verstärker, Gitarre, metallener Stimme und wunderbaren Songs auftauchte. Die Kelly Family ist wiedervereint. In Teilen jedenfalls. Jimmy, Kathy, Joey, Angelo, John, Kathy und Paul, der zur Hitparaden-Zeit der Kellys längst schon ausgestiegen war. Nun ist er wieder dabei – mit Kilt, Drehleier, Flöte, Bart. Taucht er auf, weht der Geruch von Irland über die Bühne. Kommt Kathy mit ihrer unendlich klaren, tief ins Gemüt schneidenden Gesang dazu, gibt es jene magischen Momente, in denen inselgrün leuchtende Magie lebt.

So wurde gestern Abend in der ausverkauften Arena „Only our Rivers run free“ zu einer verzaubernden Stimmungsmalerei unter blauem Licht. Zu einem jener Augenblicke, die nach fast zweieinhalb Stunden Kelly Family (unterbrochen von 30, viel zu langen Minuten Pause) den Niesel vor der Halle glatt vergessen ließ.

Sie sind zurück auf der Bühne: Die Kelly Family. Am 26. Januar 2018 wurde sie in der ausverkauften Arena bei einer mehr als zweistündigen Hit-Reise durch ihre Vergangenheit gefeiert.

Die Kellys, außer Jimmy (Kathy und Patricia mal beiseite gelassen) immer noch Träger von wirklichen Frisuren, auf einer Reise durch ihre Charts-Vergangenheit. Über 30 Lieder, mal in Rock, mal in Romanze, mal in Gefühl, mal in Fiesta, die den begeisterten Saal ständig in Erinnerungen schwimmen ließen. „I can´t stop the Love“ – und Jimmy marschiert über den langen U-förmigen Steg vor der Bühne, in dessen Mitte Fans dicht an dicht standen. „Why Why Why“ gehört Joey, „First Time“ Patricia, „Come back to me“ Kathy, „Imagine“ und „Red Shoes“ John. Immer wieder klingt das Akkordeon von Kathy auf und gibt den Liedern Atmosphäre. Wunderbar musettig bei „Une Famille c´est une chanson“, dem Blick zurück auf die Jahre in Frankreich. „An Angel“, das Ex-Angelo-Solo, gehört nun allen Kellys. Kathy treibt die Titelzeile in die höheren Lagen. Das Licht macht die Kathedrale. Diese Strahlen kehren immer wieder, wenn ein Song heftig ans Herz greift. Dann leuchtet die Arena voll wippender Lichtstäbe, während im Hintergrund alte Kelly-Fotos und Kelly-Videos auftauchen. Sehr innig kommen „When I was in town“ (John) und „Because it´s love“ (Angelo, greift hin und wieder zur Gitarre), sehr quirlig „Ares qui“ und „When the Boys comes into town“. Da geht dann auch in der Arena die Fiesta los. „I can´t help myself“ (Angelo) – und der Saal singt ein bisschen allein. „NaNaNa“ –und ein Blätterregen rieselt herab.

Rockig heult Joey mit „The Wolf“ los. „Please don´t go“ (Jimmy und Patricia) wird zur Hymne auf geschwisterliche Harmonie, „Fell in Love with an Alien“ setzt mit einem Aufschrei auf dem ersten Akkord ein. Endlich! Ja, endlich sind die Kellys wieder da, wo sie hingehören: auf der Bühne. Dass sie neue Songs schreiben können, überrascht wenig. „Brothers and Sisters“ jedenfalls besitzt das Zeug zu einem Ohrwurm. Eine Beschwörung der Familie. Gegen alle Zerwürfnisse nach 1999 (letzte Konzerte), auf die Jimmy vor dem unplugged „Cover the Road“ abhob. Die Kelly Family ist zurück – und wie!

Norbert Wehrstedt

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