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Kultur Regional Die Komponistin Adriana Hölszky spricht über Klänge und Texte
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08:10 02.11.2019
13. Poetikvorlesung mit der Komponistin Adriana Hölszky im Leipziger Paulinum. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Wenn einer zeitgenössischen Komponistin die Ehre zuteilwird, in der Leipziger Poetikvorlesung über ihre Musik zu sprechen, muss das einen besonderen Grund haben. Zwar waren mit Herbert Grönemeyer oder Doris Dörrie auch in der Vergangenheit immer wieder Vertreter anderer Kunstgattungen zu erleben, bei Adriana Hölszky aber, 1953 geborene rumänisch-deutsche Komponistin, eine der profiliertesten ihrer Zunft, liegen die Dinge anders.

Hölzskys Werk sei durch ein sich jeder Etikettierung entziehendes Verhältnis zum geschriebenen Wort geprägt, sagt am Reformationstag Laudator Michael Lentz vom Deutschen Literaturinstitut Leipzig, zusammen mit Universität und Stadt Ausrichter dieser seit 2007 bestehenden Reihe.

Mit dem Text zu arbeiten, heiße bei ihr nicht Vertonung, sondern Musik zu schreiben, indem man den Text vergisst und ihn neu komponiert. „Er ist aufgelöst und dient als Baustein eines neuen Organismus.“

72 Stimmen heulen, lachen, klagen

Nachzuhören ist das in der Komposition „Gemälde eines Erschlagenen“ nach einem Text von Jakob Lenz. 72 Stimmen heulen, jodeln, stöhnen, summen, lachen, klagen. Einzelne Wörter sind kaum zu verstehen, raue, gutturale Klänge und unterschiedlichste Sprech- und Singarten werden in allen Varianten durchgespielt.

Für Hölszky, die 1976 mit ihrer Familie nach Deutschland übersiedelte und an der Stuttgarter Musikhochschule studierte, ist der Akt des Komponierens kein vollends kontrollierbarer Prozess.

In ihrer anderthalbstündigen Vorlesung geht es um das ganz persönliche Suchen, Klänge, Texte oder szenische Aktionen für die Zuhörer begreiflich zu machen. „Der Komponist ist wie ein Naturwissenschaftler: Er setzt einen Prozess in Gang und begibt sich daraufhin in die Rolle des Beobachters, wohl wissend, dass der Ablauf, den er betrachtet, nicht planbar ist.“

Zum Abschluss staunt das Auditorium beim Orgelstück „wie ein gläsernes Meer, mit Feuer gemischt“ über die faszinierend-farbreiche Vielschichtigkeit dieser Komponistin.

Von Werner Kopfmüller

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