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14:16 14.02.2019
Traditionell am ersten Messetag in der Glashalle: die Bekanntgabe der Preisträger, diesmal am 21. März. Quelle: Tom Schulze
Leipzig

Diese nominierten Bücher bilden das perfekte Lektürepaket für eine Urlaub auf der Insel. Auf einer belebten Insel. In der Gegenwart. am Donnerstag hat die Jury ihre 15 Kandidaten für den Preis der Leipziger Buchmesse bekanntgegeben, der in drei Kategorien vergeben wird: Belletristik, Sachbuch/Essay sowie Übersetzung.

Für den tschechischen Schriftsteller, Dramatiker und Drehbuchautor Jaroslav Rudiš bedeutet das, dass er es gleich mit seinem ersten auf Deutsch verfassten Roman auf die Liste geschafft hat. „Winterbergs letzte Reise“ erscheint am 25. Februar und erzählt die Geschichte eines Altenpflegers, der im Böhmerwald geboren wurde und seit den 80ern in Berlin lebt. Eine letzte Reise mit einem seiner Patienten führt beide durch die Geschichte Mitteleuropas. Tschechien ist in diesem Jahr Messe-Gastland.

Berlin, Berlin

Berlin ist Handlungsort der Romane von Anke Stelling und Matthias Nawrat. In „Schäfchen im Trockenen“ kreist Stelling um steigende Hauptstadtmieten und sinkenden Zusammenhalt. Resi, die Heldin, klärt ihre Kinder auf über eine Ankunft im Alltag, die Ankunft am (Stadt)Rand ist – jenseits aller Versprechungen.

Plätze in der Stadt und mehr noch im Leben besucht in Matthias Nawrats „Der traurige Gast“ ein Ich-Erzähler, der – wie der Autor – aus dem polnischen Opole stammt. Er streift durch Berlin, kommt ins Gespräch und manchem näher, auch dem Elend. Dabei geht es um nicht weniger als Leben und Tod.

„Die großen Themen der Literatur bleiben über die Jahrhunderte ähnlich“, sagt der neue Jury-Chef Jens Bisky: „Liebe, Gewalt, Enttäuschungen, Hoffnungen“. Ihm sei es wichtig, „die verschiedenen Handschriften zur Geltung zu bringen, die es auf dem Buchmarkt gibt“. Er habe das Gefühl, „dass wesentliche Debatten immer noch anhand von Büchern geführt werden“.

„Zarte Empathie“

Über den ebenfalls nominierten Roman „Die Geschichte der Frau“ von Feridun Zaimoglu, vom Verlag als feministisches Manifest angekündigt, sagt die Jury, er finde die hinter den Stimmen der Männer verborgenen Frauen und sei dabei „sprach- und bildmächtig und zugleich voll zarter Empathie“.

Mit ihrem Roman-Debüt ist Kenah Cusanit nominiert: In ihrer Ideen- und Zeitgeschichte „Babel“ erzählt die Altorientalistin und Ethnologin, die bisher Essays und Gedichte veröffentlicht hat, die Geschichte des Archäologen Robert Koldewey, der im Jahr 1913 bei Bagdad die Ausgrabungen des alten Babylons leitete.

Der mit insgesamt 60 000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse wird seit 2005 vergeben, im vergangenen Jahr ging er an Esther Kinsky, Karl Schlögel sowie Sabine Stöhr und Juri Durkot.

Die Preisträger werden am ersten Buchmesse-Tag bekanntgegeben: 21. März, 16 Uhr, in der Glashalle auf dem Leipziger Messegelände, im Livestream unter www.facebook.com/leipzigerbuchmesse

Die nominierten Autorinnen und Autoren der Kategorie Belletristik präsentieren sich am 22. Februar im Schauspiel Leipzig: 19.30 Uhr in der Diskothek, Bosestraße 1; Eintritt frei

In der LVZ-Autorenarena auf der Leipziger Buchmesse (21. bis 24. März) ist Feridun Zaimoglu am 21. März, 15 Uhr, zu erleben; Jaroslav Rudiš ist am 24. März, 11 Uhr, mit seinem Roman zu Gast (Halle 5/Stand D 100)

Die 15 Nominierten

Belletristik: Kenah Cusanit: „Babel“ (Carl Hanser Verlag); Matthias Nawrat: „Der traurige Gast“ (Rowohlt); Jaroslav Rudiš: „Winterbergs letzte Reise“ (Luchterhand); Anke Stelling: „Schäfchen im Trockenen“ (Verbrecher Verlag); Feridun Zaimoglu: „Die Geschichte der Frau“ (Kiepenheuer & Witsch, erscheint am 19. März)

Sachbuch/Essay: Frank Biess: „Republik der Angst. Eine andere Geschichte der Bundesrepublik“ (Rowohlt); Harald Jähner: „Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945–1955“ (Rowohlt); Marko Martin: „Das Haus in Habana. Ein Rapport“ (Wehrhahn); Lothar Müller: „Freuds Dinge. Der Diwan, die Apollokerzen & die Seele im technischen Zeitalter“ (Die Andere Bibliothek); Kia Vahland: „Leonardo da Vinci und die Frauen. Eine Künstlerbiographie“ (Insel Verlag, März)

Übersetzung: Georg Aescht aus dem Rumänischen: „Der Wald der Gehenkten“ von Liviu Rebreanu (Paul Zsolnay Verlag); Susanne Lange aus dem Spanischen: „Gringo Champ“ von Aura Xilonen (Hanser); Timea Tankó aus dem Ungarischen: „Löwenchor“ von György Dragomán (Suhrkamp); Karin Uttendörfer aus dem Französischen: „Tierreich“ von Jean-Baptiste Del Amo (Matthes & Seitz, März); Eva Ruth Wemme aus dem Rumänischen: „Verlorener Morgen“ von Gabriela Adameşteanu (Die Andere Bibliothek)

www.preis-der-leipziger-buchmesse.de

Von Janina Fleischer

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Die Shortlist steht: 15 Autoren können sich über eine Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse freuen, darunter Feridun Zaimoglu. Auch eine Leipzigerin kann sich Chancen ausrechnen.

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