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Kultur Regional Dienstantritt für neue Dresdner Tatort-Kommissarin
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18:35 24.04.2019
Cornelia Gröschel tritt ihren ersten Dienst als Kommissarin Leonie Winkler beim MDR-Tatort "Das Nest" an. Quelle: Robert Michael/dpa
Dresden

Dunkel, düster, Gänsehaut: „Is sie das?“ In Sekunden mustert die erfahrene Dresdner „Tatort“-Ermittlerin Karin Gorniak (Karin Hanczewski) die Neue. Lauernd stehen sich die Oberkommissarinnen nachts im Wald gegenüber, es ist ihr erster gemeinsamer Einsatz. „Angenehm, können wir dann?“, sagt Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) kühl und stürzt sich in ihren ersten Einsatz, der zur Jagd nach einem kaltblütigen Serienmörder wird. Der siebte „Tatort“ aus Dresden, der unter dem Titel „Das Nest“ an diesem Sonntag (28. April) um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird, ist ein Psychothriller und nichts für schwache Nerven.

Erste Szene: Ein junges Mädchen läuft nach einem Autounfall nachts allein durch den Wald. Statt Hilfe findet sie sich in einem Gruselkabinett wieder - und alarmiert die Polizei. Wenig später durchstreifen Gorniak, Winkler und ihr Chef Schnabel (Martin Brambach) mit Verstärkung die abgelegene Villa, die gar nicht so verlassen ist wie gedacht. In verborgenen Räumen sitzen vier mumifizierte Leichen - je zwei am Frühstückstisch und auf dem Sofa. Das fünfte Opfer liegt auf einem Stahltisch in der Küche, die einem Obduktionssaal gleicht - leblos und blutleer.

Messerattacke auf Polizistin

Im Angesicht der Toten kommt es zum ersten Disput zwischen Gorniak, die den Täter in eine Falle locken will, und „LeoWinkler, die nach Lehrbuch und „den Regeln“ vorgehen will. „Ihre Entscheidung“, blafft Gorniak Schnabel fordernd an. Der lässt die unfreiwilligen „Partner“ schließlich zusammen auf die Rückkehr des Unbekannten warten. Wirklich näher kommen sich die Frauen nicht, trotz zarter Sondierung des Privatlebens. Dann kehrt der Täter zurück und entwischt ihnen.

Gorniak und Winkler verfolgen den Vermummten, der Menschen auf immer gleiche Weise ermordet und präpariert. Plötzlich steht er vor der gestandenen Polizistin - und rammt ihr ein Messer in den Bauch. „Die Spannung zwischen den Ermittlerinnen ist gleich nach dem ersten Akt da, da ist eine ganz klare Furche, ein tiefer emotionaler Graben zwischen den Frauen“, sagt der erfahrene „Tatort“-Autor Erol Yesilkaya. „Eine macht einen Fehler, der die andere eine Menge kostet.“

Kommissarin Winkler nach ersten Härtetest geschockt

Sichtlich geschockt resümiert Winkler den ersten Härtetest und zweifelt kurz: „Ich habe nicht geschossen!“. Hält doch ihr Vater, Schnabels Vorgänger und Freund, sie sowieso für nicht willensstark und talentiert genug für den Job. Und Gorniak? Überlebt zwar, fällt aber aus. Die Chance für Jungermittlerin „Leo“, die schnell wieder Oberwasser hat - aber auch nach zwei Monaten noch keinen Anhaltspunkt, mit wem sie es überhaupt zu tun haben.

Gorniak lässt sich in die Asservatenkammer versetzen, traumatisiert, frustriert, enttäuscht. „Der Fall geht mich nichts mehr an“, behauptet sie. Dabei lässt es Gorniak zu keiner Zeit kalt, dass der Mann davongekommen ist. Offiziell sortiert sie Beweismittel in Kisten, im Hintergrund aber wirft sie all ihre Erfahrung in die Waagschale, um den Kerl zu fassen - und gibt „Leo“ Tipps auf Distanz.

Dreharbeiten waren herausfordernd

Wortwitz, Barockkulisse und lustiges Geplänkel im Dresdner „Tatort“, Fehlanzeige. Schon die Dreharbeiten stachen heraus. Besonders für Hanczewski war der Psychothriller eine intensive Erfahrung und Herausforderung, weil sie auch das Opfer spielt. „Mehr rauskommen aus der reinen Ermittlerinnenrolle kann man ja fast gar nicht“, sagt sie. „In Extreme gehen zu dürfen, macht ja auch wahnsinnig Spaß.“ Obwohl das auch Alpträume zur Folge hatte und sie nach dem Finale „emotional schon ein wenig gerädert war“.

Regisseur Alex Eslam („Soko Köln“, „Souls“) schafft Szenerien, die fesseln und abstoßen zugleich. „Der Film könnte auch im amerikanischen Kino laufen, ein Psycho-Schocker“, findet Brambach. Autor Yesilkaya braucht aber kein Blutbad, um den Horror zu beschreiben.

Von LVZ

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