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Kultur Regional DreamHack mit Besucherrekord: 23300 Fans bejubeln die eSports-Stars
Nachrichten Kultur Kultur Regional DreamHack mit Besucherrekord: 23300 Fans bejubeln die eSports-Stars
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09:01 27.01.2020
Im DreamHack Open in Counter Strike trafen an allen drei Tagen auf der Bühne die besten Teams der Szene aufeinander. Quelle: Dirk Knofe - Picturework.eu
Leipzig

Die Stimmung erinnert an die Atmosphäre vor einem 100-Meter-Sprint. Es herrscht Anspannung im Saal, die knapp 1500 Zuschauer und Zuschauerinnen schauen leise auf den Bildschirm, fiebern aufgeregt mit und hoffen auf einen Sieg ihrer Idole. Freie Plätze auf der Tribüne gibt es keine mehr.

Plötzlich ein Schuss. Kurzer Jubel unterbricht die Stille. Anders als bei der Leichtathletikdisziplin handelt es sich jedoch nicht um einen Start-, sondern um einen Abschuss. Die Sportler rennen nicht, sie sitzen.

Sie spielen das beliebte Videospiel Counter Strike: Global Offensive (CS:GO) und versuchen, ihren Charakter so lange wie möglich überleben zu lassen und gleichzeitig die animierten Versionen der Gegner zu eliminieren – realistische Kriegssimulation vor einem euphorischen Publikum.

Besucherrekord mit 23.300 Gästen

Die Profizocker sind die gefeierten Stars der DreamHack, die am Wochenende auf der Neuen Messe zum fünften Mal seit 2016 stattfand. Sie verteilen Autogramme und posieren für Selfies, ihre Fans tragen die Trikots der eSport-Vereine. Das Team BIG (Berlin International Gaming) gewinnt am Sonntagabend das CS:GO-Turnier und erhält 100 .000 Euro Preisgeld. Auf der gut gefüllten Messe – Besucherrekord mit 23.300 Gästen – herrscht ansonsten, wie auf den zahlreichen Bildschirmen auch, überwiegend Reizüberflutung. Aus verschiedenen Ecken strömen die Sounds der Spiele aus den Lautsprechern, woanders versucht Überbrückungsmusik zwischen den Wettkämpfen die Spielgeräusche zu übertreffen. Moderatorinnen werben lautstark für die Sponsoren, moderne Mousepads oder Tastaturen, irgendwo jubelt ein Publikum über Abschüsse.

Rund 2000 Gamer bei der größten Lan-Party

In der Halle nebenan ist es ruhiger. Hier ist die „Lan-Area“, die größte Lan-Party Deutschlands. Mehr als 2000 Hobbygamer haben sich mit Isomatten oder Feldbetten, koffeinhaltigen Getränken und Pyjama eingerichtet, um in der Halle zu übernachten und zu spielen. Die Frage, ob es sich bei eSports um Sport handelt, lässt sich lange und breit diskutieren. Spannend ist die Situation bei den Gästen der Lan-Area. Treiben diese Sport?

Chris Rohde findet, ja, und möchte einen nicht professionellen Bereich etablieren. Der Diplombibliothekar ist Leiter des Bereichs eFootball des Fußballverbands Stadt Leipzig (FVSL), auf der DreamHack ermittelt seine ehrenamtliche Abteilung Leipzigs ersten FIFA-Champion. Dass der FSVL sich der Fußballsimulation annimmt, liegt auch am DFB. Der Deutsche Fußball Bund habe es den Landesverbänden nahegelegt, sich im digitalen Ballsport neu aufzustellen, erzählt Rohde. „Es war auch längst überfällig“, meint er und verweist auf andere Landesverbände.

Mögliche FIFA-Liga in Leipzig

Das langfristige Ziel: eine Leipziger FIFA-Liga auf Vereinsbasis. „Lindenau gegen Rotation, Leipziger SC vs LVB – so etwas in der Richtung“, nennt er Beispiele. „Aber zuerst musst du die Vereine im Boot haben, bevor du konkret wirst“, bleibt der Ehrenamtler geduldig. Interessierte Anfragen von Eintracht Großdalzig, SG LVB oder SpVGG Leipzig gebe es bereits.

Nicht ganz so brutal wie das CS:GO-Turnier, für die Fans aber ähnlich nervenaufreibend ist die Farming Simulator League. Im Finale der Turnierreihe spielt Team Grimme gegen Team Trelleborg – im vorletzten Spiel bleibt es bis zur letzten Sekunde offen. Der Moderator weiß: „Das wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Heuballen einsortieren.“

Von Anton Kämpf

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