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Kultur Regional Eröffnung der „Bach-Stage“ zwischen Weihnachtsoratorium und Klezmer
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13:17 16.06.2019
Michael Wollny am Klavier, Christian Weber am Bass und Eric Schaefer am Schlagzeug verzauberten den vollen Marktplatz. Quelle: Foto: Christian Modla
Leipzig

„Ein Fenster des Bachfestes zur Stadt Leipzig“, so bezeichnet Moderator Stefan Ebeling die „Bach-Stage“ auf dem Marktplatz. Und dieses Bachfest-Fenster erfuhr am Freitagabend eine durchaus royale Eröffnung: Das Pauliner Barockensemble zog zusammen mit dem Leipziger Universitätschor unter Leitung von Universitätsmusikdirektor David Timm über den Marktplatz auf die Bühne, begleitet und begrüßt von Oberbürgermeister Burkard Jung. Mit der Kantate „Tönet, ihr Pauken!“ demonstrierten Chor, Ensemble und Solisten eindrucksvoll, dass die Klänge, die später im Weihnachtsoratoriums aufgehen, auch ganz gut zu bewölktem Himmel und 25 Grad passen.

Heimspiel für Michael Wollny

Verjazzter Bach ist der nächste Programmpunkt auf der Bühne am Freitagabend, und das ist gewissermaßen ein Heimspiel: Das Michael Wollny Trio sorgt innerhalb kürzester Zeit für einen proppenvollen Marktplatz mit mehreren tausend Hörern, die sich auf Picknickdecken, Campingstühlen oder an heiß begehrten Tischen drängen. Michael Wollny am Klavier, Christian Weber am Bass, Eric Schaefer am Schlagzeug – und ganz viel Magie in der Luft.

Man kann nur aufsaugen, was so unvermittelt aus diesen sechs Händen herauswächst, als gehörten sie zu einem einzigen Körper. Stücke aus dem 14. Jahrhundert, Scott Walkers „Big Louise“, Hindemith, Selbstgeschriebenes – nichts ist vor den verzaubernden Interpretationen der drei sicher, allen voran Tastenmagier Wollny, Professor an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater.

Uri Cain bejazzt die Leipziger

Anders jazzig, aber sehr bachig, auch gut besucht ist es am Samstagabend mit dem Uri Caine Septet auf der „Bach-Stage“. „Goldberg re-imagined“ ist der Titel: Die Goldberg-Variationen neu gedacht. Und zwar so neu gedacht, dass Bach bisweilen hinter der Bearbeitung verschwindet. Jede einzelne der 30 Variationen steht unter einem anderen Stern, unter einem anderen Gefühl oder sogar Genre. Ungewohnt: Gesang dazu, hier von der umwerfenden Barbara Walker. Uri Caine, der Pianist aus Philadelphia, hat am Klavier die Hosen an, lässt seine Kollegen aber strahlen, denn jeder steht mal im Mittelpunkt: Nicolas Geremus an der Violine, Alain Vankenhove an der Trompete, Chris Speed an Klarinette und samtig-mattem Saxofon, Sébastien Boisseau am Bass und Jim Black an agilen Drums und frecher Loop-Maschine. Eineinhalb Stunden werfen die sieben ihre Hörer von einer Stimmung in die nächste, verlegen Bachs Motive in den Klezmer (Ekstase im Publikum!) oder Funk und machen einfach großen Jazz.

Von Katharina Stork

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