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Kultur Regional Eröffnung mit Weltpremiere: Am Montag beginnt die Leipziger Dokwoche
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15:23 28.10.2019
Szene aus“Das Forum" von Marcus Vetter, im Bild Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien (r.), und Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforums. Quelle: World Economic Forum / Christian Clavadetscher
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Leipzig

Hubschrauber zersäbeln die Luft, wenn Trump, Macron, Merkel und Co. anreisen. Immer im Januar trifft sich die globale Elite zum Weltwirtschaftsforum im Luftkurort Davos im Schweizer Kanton Graubünden. Politiker, Wirtschaftsexperten, Wissenschaftler, Journalisten diskutieren globale Fragen. Ein Spektakel, von Anfang an von Kritik und allerlei Verschwörungstheorien begleitet. Mit der Weltpremiere von „Das Forum“ von Marcus Vetter wird am Montag das 62. Dokumentarfilm-Festival Dok Leipzig eröffnet.

Vetter (Deutscher Filmpreis für „Das Herz von Jenin“) wirft einen Blick hinter die Kulissen. Es sei das erste Mal, so Dok Leipzig, dass einem unabhängigen Filmteam solche Einblicke gewährt wurden. Die Frage ist allerdings, wo die Kulisse aufhört und wo das dahinter beginnt. Die Gefilmten wussten schließlich, dass sie gefilmt wurden. Der Film, an dem fünf Jahre gearbeitet wurde, sei laut Produzent Christian Beetz ein „Blick auf die Demokratie mit ihrem weltumspannenden kapitalistischen Wirtschaftssystem und zeigt die Dilemmata auf, in denen wir alle tagtäglich stecken“.

Eröffnungsfilm kostenlos im Hauptbahnhof

Die Eröffnung des Festivals mit Vetters Film findet am 28. Oktober ab 19.00 Uhr im CineStar 8 statt. Gleichzeitig wird die Veranstaltung per Livestream in den Kinosaal CineStar 6 übertragen. „Das Forum“ wird zudem bereits ab 18.30 Uhr kostenfrei im Leipziger Hauptbahnhof (Osthalle) in Anwesenheit des Filmteams gezeigt. Dort sind auch an den weiteren Tagen jeweils ab 19.30 Filme zu sehen.

Bis zum 3. November werden 310 Filme aus 63 Ländern auf dem Dok-Filmfestival präsentiert, wie die Veranstalter mitteilten. 152 Filme aus dem Programm werden erstmals in Deutschland, Europa oder weltweit zu sehen sein. Die Veranstalter rechnen mit etwa 47 000 Besuchern. Zur Orientierung gibt es einen Online-Filmfinder.

Leena Pasanen verlässt das Festival

Das 62. Dokfilm-Festival ist das letzte mit Leena Pasanen als Direktorin. Nach fünf Jahren geht sie. Ihre Amtszeit verlief nicht immer reibungslos. Auch die schwierige Beziehung mit den Verantwortlichen der Stadt Leipzig habe dazu geführt, dass sie den Vertrag nicht verlängern wollte, sagte Pasanen im Vorfeld des Festivals. Im Januar soll sie Christoph Terhechte sie als neuer Intendant und künstlerischer Leiter beerben.

Insgesamt gibt es sechs Festival-Wettbewerbe, den Länderfokus Kroatien, die Defa-Matinee mit Arbeiten von Eduard Schreiber, Hommagen, Filme aus dem Sächsischen Staatsarchiv, eine Retrospektive – und die Spätlese. In der laufen zehn Streifen, die auf anderen Festivals Aufsehen erregten. Im Programm des Mitteldeutschen Rundfunks ist dieses Jahr auch eine Produktion mit einer gewissen Pikanterie:„Gundermann Revier“, eine 90-minütige Erinnerung an den Baggerfahrer und Liedermacher, in der noch einmal Freunde, Verwandte, Mitglieder der Seilschaft und von Silly auf den Querdenker mit proletarischem Herzen zurückblicken. Regisseurin ist Grit Lemke, die 2016 als Programmmacherin das Festival nach über 20 Jahren verließ. Nicht eben in Harmonie.

Symposium über den Umgang mit politischen Gegnern

Erstmals wollen sich Filmexperten und Interessierte bei einem Symposium über den Umgang mit „politischen Gegnern“ in Dokumentationen austauschen. Im Vorjahr war gegen die Vorführung und Auszeichnung des Films„Lord of the Toys“, der von Jugendkultur und deren Sprache handelt, protestiert worden. Vor zwei Jahren war die Vorführung von „Montags in Dresden“, in dem Pegida-Anhänger zu Wort kommen, umstritten gewesen. „Wir wollen ein Angebot machen, sich mit uns zu streiten“, sagte Programmchef RalphEue über das Symposium. Häufig müssten sich Dokumentarfilmer, die sich mit „erklärten Gegnern“ beschäftigen, rechtfertigen oder ihre eigene Haltung zum Thema erklären. Das Symposium findet am Donnerstag und Freitag im Kupfersaal statt, um Anmeldung wird gebeten (symposium@dok-leipzig.de)

Retrospektive BRDDR

Die Retrospektive heißt – nach jenen im Herbst 1989 umgeschriebenen Auto-Landkennzeichen-Ovalen – BRDDR. „Wir wollten keine chronologische Erzählung, sondern thematische und motivische Schneisen in die Zeit von 1949 bis 1989 schlagen“, sagt Ralph Eue. So gibt es in acht Programmen Streifen aus der Bundesrepublik und der DDR, deren Sichten gegeneinander stehen: Stalinstadt und Wolfsburg, Antifaschismus (DDR) als Staatsräson und Umgang mit den alten Nazis (Bundesrepublik).

Dok Neuland mit seinen zwölf neuen virtuellen Arbeiten ist erstmals im Museum der bildenden Künste beheimatet. Gezeigt werden Erfahrungsräume aus Ländern wie Kenia, Taiwan oder Israel. Ein kleines Jubiläum begeht dieses Jahr der Healthy Workplaces Award, der zum zehnten Mal vergeben wird. Für die Preise werden mittlerweile insgesamt 82 000 Euro ausgeschüttet – Rekord.

Von NW/jkl

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