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Kultur Regional „Es geht ums Leben und Lieben auf Erden“
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17:33 27.10.2019
Schaulaufen mit Gitarre in der Plagwitzer Heilandskirche: der viel umjubelte Auftritt der Band Psycho and SKA Funk’L. Quelle: André Kempner
Leipzig

Mitten in Plagwitz liegt am Samstagabend ruhig und unscheinbar die Heilandskriche. Doch durch die sanierten Kirchenfenster strahlen ab 19 Uhr bunte Lichter. Wo normalerweise Kirchenchöre singen, Posaunenensemble spielen und Pfarrer predigen, wurde am Sonnabend zu Rock, Ska, Indie- und Deutschpop getanzt und gefeiert. Mit dem Geko-Festival – lehnt sich an Gemeinde-Jugendkonvent an – verwandelte sich die obere Etage des Sakralgebäudes in eine Konzerthalle mit ganz besonderer Atmosphäre.

Abend verläuft anders als geplant

Dabei verlief der Abend zunächst ganz anders als geplant: Aus dem durchaus bemerkenswerten Line-up sprangen gleich zwei Acts ab. Die Leipziger Swing-Musiker von „Tee und Wein“ und die Deutschpop-Band „Karl die Große“, die als Highlights galten, mussten ihre Auftritte krankheitsbedingt absagen. Dank „Karl-die-Große“-Schlagzeuger Clemens Litschko sprang kurzerhand Liedermacher Felix Meyer mit seiner Band Project Île ein. Die Band probt derzeit in der Stadt für die Tour zu ihrem neuen Album „Die im Dunkeln hört man nicht“ und ist im November mit ihrem eigenen Konzert im Werk 2 zu erleben. Für ihren Spontan-Auftritt ernteten die Musiker anerkennenden Applaus der rund 250 Gäste.

Premiere stand unter dem Eindruck von Paris

Unter anderem mit Lyrics aus ihrem neuen Song „Der Mensch dem Menschen“ trafen sie den Ton der Veranstaltung haargenau: „Es geht ums Leben und Lieben auf Erden. Darum, dass man keinem Menschen seine Würde nimmt.“ Ein Leitgedanke, unter dem das Benefizfestival schon bei seiner Premiere vor vier Jahren stand und schon damals die Menschen aus der Nachbarschaft in die Mauern der roten Backsteinkirche zog. Seinerzeit, erinnert sich Pfarrer Martin Staemmler-Michael, fand das erste Geko-Festival kurz nach den Pariser Terroranschlägen vom 13. November 2015 statt. Damals wie heute laute die Botschaft, sich das Leben von Hass und Intoleranz nicht kaputtmachen zu lassen. Die untere Etage der Heilandskirche soll künftig ein Ort der Begegnung, Bildung, Botschaft und Beratung für alle Menschen sein – egal welchen Glaubens sie sind. Das diesjährige Geko-Festival der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Lindenau-Plagwitz bewies, wie vielfältig dieser Ort künftig gestaltet werden kann.

Junge Leute bringen sich ein

Um das Kulturprogramm der Gemeinde kümmert sich seit dem vergangenen Jahr auch Sandro Standhaft als Projektleiter. Als von den Heiland-Jugendlichen der Wunsch aufkam, das Geko-Festival auch diesmal wieder zu organisieren, war Standhaft sofort überzeugt. In Zusammenarbeit mit Vikarin Lydia Messerschmidt bereiteten rund 20 junge Leute das Event vor und organisierten den Abend von Einlass über Moderation bis hin zum Getränke- und Essensverkauf.

Mit dem Auftritt der noch jungen Erfurter Band Psycho and SKA Funk’L startete das Festival zunächst planmäßig – und vielversprechend. Mit einer bunten Fun-Punk-Mischung versetzten die sechs Musiker das Publikum, das am frühen Abend auch aus vielen jungen Familien bestand, bereits nach wenigen Minuten ordentlich in Feierlaune. Mit viel Lebensfreude animierten Psycho and SKA Funk’L die Gäste zum Mittanzen, Singen und schließlich sogar zu einer klassischen Polonaise durch das neogotische Kirchenschiff.

„Mary Broadcast“ sorgen für musikalische Abwechslung

Mit David Jonathan wurde es dann um einiges ruhiger auf der Bühne. Nur mit Gitarre, Synthies und Loopstation ausgestattet, brachte der Sänger mit seinen englischsprachigen Indiepop-Balladen ein kosmopolitisches Flair in die Leipziger Kirche. Internationale Unterstützung erhielt das Benefizkonzert spontan auch durch „Mary Broadcast“ aus Wien. Die Band hinter Leadsängerin Mary Lamaro konnte über Kontakte zu Zin-Sänger Sebastian Thon für den Abend gewonnen werden und sorgte mit ihren Popsongs in Englisch für musikalische Abwechslung.

Zum Abschluss des Abends spielte – wie in den Jahren zuvor – auch diesmal die Leipziger Elektropop-Band Zin, die 2015 maßgeblich an der Gründung des Festivals beteiligt gewesen war.

Erlös fließt in das Projekt Westkreuz

Der Erlös soll auch in diesem Jahr in den Ausbau des ehemaligen Kirchenarchivs zu einem Stadtteilzentrum für Plagwitz und Lindenau fließen. Dafür benötigt die Gemeinde insgesamt rund 650 000 Euro. Die entstehenden Veranstaltungsräume sollen zu einem Treffpunkt und Kommunikationsraum werden, in dem auch Geburtstage oder Hochzeiten gefeiert werden können. Konkreter sind die Pläne aber noch nicht. „Das heißt, dass es in der Ausgestaltung noch viel Platz und Bewegung zum Mitmachen gibt“, betont Pfarrer Staemmler-Michael. Konkret ist aber mittlerweile der Name, den das Stadtteilzentrum künftig tragen soll: Westkreuz.

Von Elena Burbach

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