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Kultur Regional Film über Pegida beim Leipziger DOK – Sicherheitsvorkehrungen erhöht
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11:13 02.11.2017
DOK-Filmvorführung im Leipziger Hauptbahnhof anno 2015. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Aufführungen im Leipziger Hauptbahnhof gehören zu den beliebtesten beim alljährlichen DOK-Festival in Leipzig. Am Donnerstagabend (19.30 Uhr) steht in der Osthalle Sabine Michels Dokumentarfilm „Montags in Dresden“ auf dem Programm – der auch für den Publikumspreis der Stiftung Friedliche Revolution nominiert ist. Regisseurin Michel portraitiert in ihrem Streifen mehrere Protagonisten der Pegida-Initiative, darunter auch den Mitbegründer René Jahn.

Weil Jahn seit Tagen allerdings im Netz auch offensiv Pegida-Anhänger mobilisiert, an der kostenlosen Aufführung am Donnerstag in Leipzig persönlich teilzunehmen, laufen beim Festival inzwischen die Drähte heiß. Zuletzt schrieb Jahn auf Facebook sogar, die Sitzplätze könnten für Pegida-Anhänger „blockiert“ werden. „Wir haben die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal erhöht“, erklärte DOK-Festivalsprecherin Maria Preußner gegenüber LVZ.de. Genauere Angaben zu den Vorkehrungen wollte sie nicht machen. Eine Absage der Veranstaltung steht aktuell aber nicht zu Debatte.

Screenshot Facebook-Seite René Jahn

Für „Montags in Dresden“ hat Regisseurin Sabine Michel überzeugte Pegida-Anhänger über mehrere Jahre begleitet. „Mit offenem Interesse an Alltag und Denkweisen ihrer Protagonisten rückt ihr Film ganz dicht an jene Phänomene heran, die oft nur noch in dauerschwirrenden Begriffen stillgestellt scheinen: Wutbürger, Lügenpresse, die Abgehängten, die Eliten“, heißt es in der Ankündigung im Festival-Programm.

Abstimmung nach der Aufführung

Die Jury des DOK-Festivals hat den Film über Pegida auch für den Filmpreis „Leipziger Ring“ nominiert. Die Auszeichnung wird alljährlich im Namen der Stiftung Friedliche Revolution vergeben und soll „hervorragende Dokumentarfilme über Menschenrechte, Demokratie oder bürgerschaftliches Engagement“ honorieren.

Am Donnerstag könne jeder Zuschauer nach der Filmvorführung für einen der nominierten Streifen abstimmen. "Die Abstimmung erfolgt über die Eintrittskarte. Auch heute Abend am Hauptbahnhof werden im Rahmen der kostenfreien Vorführung Karten für die Abstimmung ausgegeben", sagte DOK-Sprecherin Preußner. Zur Ermittlung des Gewinnerfilms werde dann eine Verhältnisrechnung aufgestellt, die Anzahl der verkauften Sitzplätze und der abgegebenen Stimmen berücksichtigt.

Kölsch verteidigt Nominierung

Der stellvertretende Vorsitzende der Stiftung Friedliche Revolution, Michael Kölsch, verteidigte am Mittwoch die Nominierung des Films für den Publikumspreis. „Austausch ist immer gut“, sagte Kölsch. Mit Blick auf „Pegida“ fügte er hinzu: „Wir sind nie dagegen, auch öffentlich über dieses Thema zu reden.“

Kölsch erklärte weiter, man könne der Regisseurin nicht unterstellen, „Pegida“ stützen zu wollen. Der Film sei eine „authentische und entlarvende Auseinandersetzung“ mit der Gruppierung. Mit Blick auf das Votum für den „Leipziger Ring“ sagte Kölsch, wenn der Saal morgen „zu drei Vierteln mit Pegidisten gefüllt sein sollte“, werde man eine „gute und gerechte Lösung“ finden. (mit epd)

Matthias Puppe

Mehr zum Film: dok-leipzig.de

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