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Kultur Regional Four Roses mit neuem Gitarristen an der Seite von alten Bekannten aus Berlin
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10:57 12.09.2019
Die neuen Four Roses: v. l. Thomas Rosanski, Robert Simon, Henri Daßler und Ingo Paul. Quelle: Hans-Peter Lauschke
Leipzig

Für Thomas Rosanski ist es ein ganz besonderer Abend. Am Donnerstag im Naumanns spielen nicht nur seine Four Roses, sondern auch die Heavy-Rocker von Metall. 1989 war Rosanski Mitglied bei den Ost-Berlinern um Sven Rappoldt, mit denen er ein besonderes Erlebnis teilte. Darüber und über das Dasein als Frontmann und Gitarrist einer Coverband spricht der 53-Jährige im Interview.

Wie geht die Band mit Naserümpfern um, die sich über Coverbands mokieren?

Entspannt, denn wir haben gute Argumente für das, was wir tun. Erstens ist Covern eine gute Schule fürs Musikverständnis und musikalische Handwerk. Es bedeutet harte Arbeit, die Seele der berühmten Stücke einzufangen. Zweitens scheinen wir das nicht so schlecht zu machen, denn wir spielen deutschlandweit vor sehr vielen Menschen und können auch davon leben. Drittens: Irgendwann werden die Originale weg sein, dann freuen sich noch mehr Liebhaber, dass wir die Stücke alter Helden spielen. Aber: Wir haben auch eigene Stücke, in Zukunft sicherlich noch ein paar mehr.

Die Band lebt vom Dauertouren – hat man nach über 18 Jahren nicht die Nase voll?

Auf keinen Fall. Wir spielen an keinem Abend dieselbe Setlist, das ist also nicht nur für das Publikum immer eine Abwechslung. Und es ist stets eine Herausforderung, die Leute zu überzeugen. Wenn eine Menge zunächst skeptisch mit verschränkten Armen vor Dir steht, aber später tanzt und feiert, dann ist das ein großartiges Gefühl und macht immer Spaß. Ganz wichtig ist auch der Umgang untereinander, und da stimmt die Chemie.

Trotzdem ist gerade das langjährige Mitglied Heiko „Flecke“ Flechsig ausgeschieden, wie kam es dazu?

Dahinter stecken gesundheitliche Gründe. Flecke hat schon länger mit Rückenschmerzen zu kämpfen, vor Jahren mussten wir deshalb auch mal die Rocknacht Taucha äußerst kurzfristig mit Stefan Glück bestreiten, was er souverän gelöst hat. Da sind lange Tourbusfahrten, der Auf- und Abbau und das manchmal doch lange Spielen kontraproduktiv. Er hat die Band mitgeprägt und wird wie auch unser früherer Drummer Ralle untrennbar mit unserer Geschichte verbunden sein.

Im Naumanns gibt Robert Simon sein Debüt als Gitarrist, wie schlägt er sich bisher?

Fantastisch! Er kommt von der Musikhochschule Dresden, ist erst 20, sehr fähig und steckt voller Energie. Für ihn ist Gitarre spielen Beruf und Berufung, er freut sich sehr auf das Konzert am Donnerstag, sein erstes offizielles bei Four Roses. In der Band ist durch ihn eine neue Aufbruchstimmung entstanden, er beflügelt uns.

Hat er schon das gitarreske Geigensolo von Citys „Am Fenster“ drauf?

Na klar! Der drückt sich alles in unserem Repertoire drauf, geradezu traumwandlerisch. Robert kommt in den Proberaum, schließt die Augen, lächelt und spielt.

Fühlt man sich eigentlich selbst als Star, auf einer Ebene mit den Urhebern?

Nein. Für mich ist das nach wie vor verrückt, wenn Leute mit mir ein Selfie machen oder ein Autogramm haben wollen. Ich bin immer noch der Eilenburger Junge, der froh ist, dass er Musik machen und damit sein Geld verdienen darf. Hätte mir das einer vor 30 Jahren gesagt, als ich bei Metall gespielt habe, hätte ich das niemals geglaubt.

Und nun stehst Du wieder mit und neben Metall auf einer Bühne…

Ich freue mich auf das Wiedersehen! Vor 30 Jahren, kurz vor Öffnung der Mauer, war ich bei ihnen Gitarrist, als sie ihren größten Hit hatten: „Easy Rider“ stand viele Wochen auf Platz eins. Im Berliner Adlershof und im damaligen Thälmann Park haben wir dazu jeweils ein Video gedreht – das werde ich nie vergessen, eine irre Zeit. Nun sind Metall wieder auf Tour und bei „Easy Rider“ mache ich am Donnerstag mit. Das erwähnte Video wird auch zu sehen sein. Dann schließt sich für mich ein Kreis.

30 Jahre Mauerfall wird gefeiert – welches Verhältnis hast Du zu dem Datum?

Ein sehr enges und emotionales. Anfang September 1989 bin ich über Ungarn nach Westdeutschland geflüchtet, weil ich zur Nationalen Volksarmee eingezogen werden sollte und wegen Nichterscheinens zum Wehrdienst drohte die Zuführung durch die Polizei. Ich habe ein Visum für die Reise nach Ungarn beantragt und war unglaublich erleichtert aber auch erstaunt, dass ich es bekommen habe und an der Grenze nicht abgefangen wurde. Die Erinnerung daran wird für mich anlässlich des Jubiläums wieder sehr lebendig. Auch wenn viele Fehler gemacht wurden und nicht alles rund läuft, bin ich sehr glücklich über die Wiedervereinigung.

Wenn Du Dir aussuchen könntest, welcher der von euch gespielten Rock-Helden Du selbst wärst, dann wärest Du…?

... David Coverdale! Nicht nur wegen dieser fantastischen Stimme, sondern auch wegen seiner Persönlichkeit. Trotz gesundheitlicher Probleme und anderer Rückschläge hat er sich immer wieder zurückgekämpft. Davor habe ich immensen Respekt. Als ich ihn mit Whitesnake im Juli in Köln erlebt habe, war er unglaublich gut drauf und hat aufrichtig Spaß gehabt.

Welches Coverstück gefällt Dir besser als das Original?

Da gibt’s einige. „Easy“ von Faith No More zum Beispiel gefällt mir deutlich besser als die Vorlage von Lionel Richie. Aber unser „Daddy Cool“ ist auch nicht schlecht …

Gibt es ein Leben nach Four Roses und wie sieht das aus?

Daran denke ich noch längst nicht. Aber irgendwann mal an der Ostsee sitzen und vielleicht Geschichten schreiben, die ich erlebt habe …

Auftritt am 12. September im Naumanns (Felsenkeller), Karl-Heine-Straße 32, 19 Uhr, Karten unter www.reservix.de und an der Abendkasse.

Von Mark Daniel

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