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Kultur Regional Full Force Festival entwickelt sich am zweiten Tag zur Hitzeschlacht
Nachrichten Kultur Kultur Regional Full Force Festival entwickelt sich am zweiten Tag zur Hitzeschlacht
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18:59 29.06.2019
Vor den Bühnen des Full Force Festivals, wie hier an der Medusa-Stage, war zum Nachmittag noch wenig Betrieb. Quelle: susanne richter
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Gräfenhainichen

Schwitzen, tanzen, feiern: Auch an seinem zweiten Tag lockte das Full Force Festival wieder zahlreiche Fans auf das Gelände in Ferropolis. Dabei drängten sich die Fans weniger vor den Bühnen, sondern suchten vor allem eine erfrischende Abkühlung im angrenzenden See oder füllten die zahlreichen schattigen Plätze an Getränke- und Essensständen. Eine gute Entscheidung, hatte doch der Deutsche Wetterdienst insbesondere für den frühen Nachmittag eine amtliche Warnung vor deutlich erhöhter UV-Strahlung herausgegeben.

Besucher finden Abkühlmöglichkeiten

Dennoch, ihre Laune ließen sich die Besucher auch durch Temperaturen über 30 Grad nicht verderben. „Wir haben einfach so früh wie möglich geduscht und dann alle Möglichkeiten genutzt, um an Wasser zu kommen“, erklärte etwa Tom aus Erfurt sein Rezept gegen all zu starke Hitze. Damit war er nicht alleine: An den aufgestellten Wasserspendern und Sprinkleranlagen bildeten sich teils lange Schlangen, auf dem Campingplatz wurden Füße nicht in enge Schuhe gezwängt, sondern in Planschbecken und Eimer gekühlt.

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Wer konnte, sicherte sich einen Platz am Strand, stieg wahlweise in Badekleidung oder auch mal in kompletter Montur in die kühlen Fluten. Klitschnass, aber glücklich, war auch Christopher aus Mannheim. „Abkühlung ist eben wichtig. Und ansonsten gibt es immer noch Bier und Erdbeerbowle“, so sein augenzwinkernder Kommentar, bevor er sich wieder vom Sprinkler beregnen ließ.

Drei Tage feiern mit krachenden Gitarren und bei teils sengender Hitze: Das Full Force Festival 2019 verlangte Bands und Besuchern einiges ab – sorgte aber auch für glänzende Stimmung in Ferropolis.

Aufsicht auf dem Wasser

Die Hitze stellte allerdings nicht nur die Besucher vor Herausforderungen, sondern hielt auch die Helfer im Hintergrund auf Trab. „Wir sind heute von 10 bis 20 Uhr im Einsatz, haben immer mindestens zwei Boote im Wasser, um die drei kleineren und zwei großen Badestrände zu kontrollieren“, konnte Dirk Schönland berichten. Gemeinsam mit weiteren ehrenamtlichen Kollegen ist er das gesamte Wochenende für die Wasserwacht auf dem See am Rande des Geländes unterwegs.

Im Ernstfall eingreifen mussten die Retter indes noch nicht, stattdessen galt es eher, die Gäste auf angemessenes Verhalten in dem Ferropolis umschließenden Naturschutzgebiet hinzuweisen. „Das bedeutet etwa, zu verhindern, dass sich die Besucher im See waschen oder ihren Müll ins Wasser werfen.“ Insgesamt präsentiere sich das Publikum allerdings sehr gesittet, „die Leute sind sehr entspannt“.

Veranstalter: Besucher sind sehr umsichtig

Auch auf Seiten der Veranstalter fiel das Fazit zum ersten Hitzetag gut aus. Man habe über alle gängigen Kanäle über die Lage informiert, die Besucher aufgefordert, viel zu trinken, wenn möglich die Sonne zu meiden und auf die eigene Gesundheit zu achten, hieß es. Da die Wetterentwicklung bereits im Vorfeld abzusehen war, wurden zudem ausreichend kostenlose Trinkwasserstellen auf dem gesamten Gelände eingerichtet. Generell, so das Fazit, seien die Besucher sehr umsichtig. Gesteigerte Zahlen an hitzebedingten Sanitätereinsätzen waren bis zum Abend nicht zu verzeichnen.

Buntes Programm bis in den Abend

Auf den Bühnen lief derweil das Programm unbehelligt weiter. So sorgten die Lokalmatadoren von Annisokay trotz noch recht spärlich gefülltem Rund für mächtig Stimmung, während im Zelt die New Yorker von Billybio der Menge mit treibendem Hardcore noch weiter einheizten. Bis in den Abend setzt sich der Bandreigen fort. Neben Auftritten von At The Gates und Knorkator, sind auch noch Smoke Blow, Terror, Alcest und als Headliner Arch Enemy angekündigt, bevor die Nacht mit dem „Saturday Night Fever“ im Zelt und Auftritten von Kadavar und Orange Goblin ausklingt.

Von Bastian Fischer

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