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Georg-Büchner-Preis geht an den österreichischen Schriftsteller Clemens J. Setz

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10:11 20.07.2021
Clemens J. Setz 2018 in der LVZ-Autorenarena auf der Leipziger Buchmesse.
Clemens J. Setz 2018 in der LVZ-Autorenarena auf der Leipziger Buchmesse. Quelle: André Kempner
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Darmstadt

Der österreichische Schriftsteller Clemens J. Setz erhält den Georg-Büchner-Preis. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag mit und begründet ihre Entscheidung auch mit der „bisweilen verstörenden Drastik“, die ins Herz unserer Gegenwart steche, weil sie einem zutiefst humanistischen Impuls folge.

„Diese Menschenfreundlichkeit verbindet Clemens J. Setz mit einem enzyklopädischen Wissen und einem Reichtum der poetischen und sprachschöpferischen Imagination. Mit staunenswerter Vielseitigkeit demonstriert er eine radikale Zeitgenossenschaft, welche Buch um Buch die Schönheit und den Eigensinn großer Literatur beglaubigt.“ Der Preis ist mit 50 000 Euro dotiert und wird am 6. November in Darmstadt verliehen.

Mit seinen Romanen und Erzählungen erkundet Setz immer wieder menschliche Grenzbereiche. Zuletzt sind von ihm der Prosaband „Bot. Gespräch ohne Autor“ (2018), die Erzählungen „Der Trost runder Dinge“ (2019) erschienen sowie der Band „Die Bienen und das Unsichtbare“ (2020), in dem es um die Ergebnisse eines Selbstversuchs beim Erlernen von Plansprachen wie Esperanto, Volapük oder Blissymbolic geht. Für den 1000 Seiten starken philosophischen Psycho-Thriller „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ hat Setz 2015 den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis erhalten.

Preis der Leipziger Buchmesse für „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“

Clemens J. Setz, als er 2018 den Preis der Leipziger Buchmesse bekam. Quelle: André Kempner

Doch schon mit seinem Debüt-Roman „Söhne und Planeten“ war er 2007 für den Aspekte-Literaturpreis nominiert, mit „Die Frequenzen“ stand er 2009 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis, und 2011 wurde er für dem Erzählband „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Kunst und Literatur, sagte er damals, seien eine Form, Dinge ernstzunehmen, die sonst nicht ernstgenommen werden. Er sehe den Sinn von Literatur auch in der Einladung, „bestimmte Dinge zu denken“.

Clemens J. Setz ist 1982 in Graz geboren, wo er Mathematik und Germanistik studierte. Heute lebt er in Wien. Er schreibt auch Gedichte und Theaterstücke und übersetzt aus dem Englischen. Und er veröffentlicht auf Twitter, zum Beispiel: „Guter erster Satz für Erzählung: ,Schon als Kind bin ich ungern in Brunnen gefallen.’“

Von jaf