Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Kultur Regional Großmeister auf Dauer-Tournee: Manfred Mann’s Earth Band im Leipziger Haus Auensee
Nachrichten Kultur Kultur Regional Großmeister auf Dauer-Tournee: Manfred Mann’s Earth Band im Leipziger Haus Auensee
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:48 13.11.2019
Manfred Mann's Earth Band hat am Mittwochabend im Haus Auensee in Leipzig gespielt. Quelle: André Kempner
Leipzig

Seit sage und schreibe 48 Jahren macht Manfred Mann schon mit seiner Earth Band Musik – mit Unterbrechung zugegebenermaßen. 1988 trennten sie sich, 1991 fand die Band wieder zusammen. Seit dem touren und spielen die Herren um den Südafrikaner Manfred Mann quasi ununterbrochen. Das Leipziger Publikum im Haus Auensee am Mittwochabend beschwert sich nicht, denn die Rock-Dinosaurier wissen immer noch wie der Hase läuft.

Wie war Manfred Mann drauf?

Der Meister ist vor allem konzentriert. Posen hat Manfred Mann längst nicht mehr nötig, hatte es eigentlich nie im guten halben Jahrhundert auf dem Rock-Olymp. Im Zentrum seiner Konzerte steht die Musik, stehen die Songs, von denen viele er erst mit seinen Arrangements zu Welthits gemacht hat: „The Mighty Quinn“, „You, Angel, You“, „Spirit in the Night“, „For You“, „Davey’s on the Road again“, „Don’t Kill it Carol“, „Blinded by the Light“ … alles dabei. Natürlich! Entspannt ist er, ein wenig weniger schratig als beim letzten Mal vor rund zwei Jahren, als, naturgemäß abgesehen von den epischen Improvisationen das Konzert im Grunde das gleiche war.. Ganz offenkundig machen die alten Sachen auch dem alten Mann (79 Lenze sah er schon kommen und wieder gehen) und seiner Earth Band noch immer viel Freude: Mann streichelt und würgt und prügelt und liebkost seinen Umhänge-Synthie und die Tastenburg. Robert Hart singt noch ein wenig großartiger, bluesiger, röhriger als beim letzten Mal. Steve Kinch legt einen fett pumpenden Bass drunter, John Lingwood drischt so beherzt wie bei Bedarf auch filigran auf seine Schießbude ein - und über allem schwebt der einzigartige Mick Rogers an den Gitarren, ein Gründungs-Mitglied der Earth-Band. Ein Gentleman, ein Grandseigneur, ein Charmeur, eine Rampensau – und ein sensationeller Musiker, der sich ganz offenkundig über jeden einzelnen Ton freut, den er spielt. Es sind derer viele – aber er freut sich ausnahmslos zu recht.

Die britische Band um den südafrikanischen Musiker Manfred Mann versorgten das Leipziger Publikum mit klassischem Rock mit ausgedehnten Solos.

Wie war die Stimmung?

Wer zu einem Konzert der Dauer-Tour von Manfred Mann’s Earth Band geht, der weiß genau, was er will - und dass er genau das auch bekommt: Famosen klassischen (Prog-)Rock, der sich in den ausgedehnten Solos auf der einen Seite an den Jazz schmiegt und auf der anderen mit dem Blues kuschelt. Und weil Erwartetes und Geliefertes sich genau entsprechen, ist die Stimmung im nicht eben aus allen Nähten platzenden Haus Auensee angemessen euphorisiert. Wenngleich bis zu „Davy“ auf der Zielgeraden und der Mighty-Quinn-Suite als Zugabe mit wenig Mitsing-Traute.

Was waren die Höhepunkte?

Im Grunde ist jedes Manfred-Mann-Konzert ein einziger Höhepunkt. Die Kurve setzt oben an und hängt bis zur Zugaben-Viertelstunde mit dem mächtigen Quinn eigentlich nie durch. Natürlich ist die Begeisterung bei den besonders großen alten Hits besonders groß - aber erheblich ist sie von Anfang bis Ende.

Wie waren Sound und Bühne?

Manfred Mann und seine Erden-Combo sind in der Wolle gefärbte Rock-Profis. In dieser Liga stimmt der Sound im Großen und Ganzen.. Da dröhnen auch im Haus Auensee die Bässe nicht, schmiert das Schlagzeug nicht – nur die Stimmen sind so abgemischt, dass zumindest im vorderen Viertel kein Wort zu verstehen ist. Show brauchen diese in Würde gereiften Giganten dennoch nicht, sie sind selbst eine.

Wie hoch war der Unterhaltungsfaktor?

Große Musik, großer Abend - und wer beim nächsten Mal nicht dabei ist, ist selbst schuld. Denn langsam werden sie selten, diese Rock-Dinosaurier.

Von Peter Korfmacher

Mancher kennt sie noch vom Highfield-Festival. Am Donnerstag entert das Post-Hardcore-Trio 8kids die Bühne des Naumanns. Davor spricht Gitarrist Hans Koch im Interview über Politik, Wahrhaftigkeit und Kindheitserinnerungen.

13.11.2019

Sie läuft mit verbundenen Augen bei Demonstrationen in Hongkong mit: die Künstlerin und Aktivistin Wen Yau. In Leipzig zeigt sie derzeit ihre Installation „Wir sind das Volk!“. Im Interview spricht sie auch über ihre Verbindung zur Friedlichen Revolution in Leipzig.

13.11.2019

„Das Comeback“ heißt die aktuelle Ausstellung im Kunstmuseum Moritzburg, denn mit 40 Leihgaben aus aller Welt lässt das Museum seine einstige Sammlung wiedererstehen. Und auch die verschollene Kunst wird in einer spektakulären Inszenierung sichtbar gemacht.

13.11.2019