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Kultur Regional „Hände hoch!“ bei der Schlagernacht des Jahres
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18:06 28.04.2019
Howard Carpendale bei der „Schlagernacht des Jahres“ in der Arena Leipzig. Quelle: Christian Modla
Leipzig

21.17 Uhr ist es soweit: „Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, den Kopf auszuschalten und das Herz an!“, ruft Beatrice Egli. Da läuft die „Schlagernacht des Jahres“ schon drei Stunden, der Boden in den Gängen der Arena Leipzig klebt von verschüttetem Bier und 0,4er Weinschorle. Die Zuschauer, 9000 sind es, ausverkauft, sind schon lange im Herz-Modus. Dabei liegt der absolute Höhepunkt noch vor ihnen.

Insgesamt stehen 13 Höhepunkte auf dem Programm, das so gebaut ist, dass vor der Pause erstmal die alten und ganz alten Hasen aus Erinnerungen schöpfen: Ross Antony eröffnet mit Cover-Songs, weil er eben weiß, „wie gut die Songs von damals waren und immer noch sind“.

Vanessa Mai in der Arena Leipzig. Quelle: Christian Modla

Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben, und ein alter Schlager ist wie ein gehaltenes Versprechen. Die Münchener Freiheit klingt wie vor 30 Jahren, als das große Ziel viel zu weit war, man aber Träume noch leben konnte. Das große Ziel ist noch immer weit, und das verbindet.

Alte Hasen: die Münchener Freiheit. Quelle: Christian Modla

„Hello again“, Träume! „Hello again“, Herz! „Hello again“, Howard Carpendale! Als sein Hit in den Charts war, lagen Venessa Mai, Vincent Gross, Sonia Liebing und Sotiria noch nicht mal in den Windeln. Bei der Schlagernacht laufen sie unter Newcomer und Hit-Tipp und können, was Stimme und Charisma betrifft, nicht aufschließen. Sie kämpfen um die Zuschauer der Altersgruppe 39a bis z, die „mega“ sind, und „so, so gut“, sich aber in der Illusion wiegen wollen, dass da vorn f ü r sie gekämpft werde.

Keine Zeit für Effekte

Bei Auftritten zwischen 10 und 20 Minuten kann kaum Langeweile aufkommen. Umbaupausen überbrückt Moderator René Travnicek mit der Routine eines Warm-up-Profis. Den Unterschied zwischen einem richtigen Konzert und dem, „was wir heute machen“, bringt Carpendale auf den Punkt: Beim Konzert gibt es „mehr Zeit für verschiedene Stimmungen und Lichteffekte“.

Von Howard Carpendale bis zur Münchner Freiheit: Bei der Schlagernacht des Jahres in der Arena Leipzig jagte ein Hit den nächsten.

Seine nächstes hier, „50 Jahre – Die Show meines Lebens“, findet übrigens am 6. Mai 2020 in der Arena statt, was ebenso zum Werbeblock gehört wie die demnächst erscheinenden Alben von Beatrice Egli und Ben Zucker.

Mit den beiden und der Spaßband Die Zipfelbuben nimmt der zweite Teil Fahrt auf. Nach kurzem Durchatmen mit Mitch Keller und vor dem Finale mit Bernhard Brink, der die Fußballergebnisse des Tages nicht unkommentiert lässt, überschlägt sich bei Kerstin Ott die Stimmung in der Halle, in der allerdings zu keinem Moment Zweifel an der Partybereitschaft des Publikums aufkommt.

Alles, was leuchtet

Auf Männerköpfen glitzern Hüte, auf Frauenhäuptern leuchten Plaste-Krönchen. Die meisten blinken. Jemand schwenkt einen aufgeblasenen Flamingo über dem Kopf, es wird getanzt, und gemeinsam erzwingen sie eine Zugabe von Ott.

„Gemeinsam“ ist die Parole des Abends in der Wohnzimmerhaftigkeit einer 90er-Jahre-Show. Gemeinsam sollen alle singen, feiern und „die Halle abreißen“ und wollen nur das eine: von Freiheit, Liebe, Abenteuern träumen. „Holt alles raus, was leuchtet“, heißt es immer wieder und vor allem: „Hände hoch!“. Es ist das „Kopf hoch!“ dieser Schlagernacht.

Die nächste Schlagernacht des Jahres findet am 25. April 2020 in der Arena Leipzig statt. Karten gibt es unter anderem in der Ticketgalerie Leipzig (LVZ-Foyer, Peterssteinweg 19; Barthels Hof, Hainstr. 1), unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800 2181050, auf www.ticketgalerie.de

Von Janina Fleischer

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