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Kultur Regional Karo Lynns Traum von der Karriere im Musikgeschäft
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23:19 31.07.2019
Ein buchstäblich ausgezeichnetes Talent: Karo Lynn darf am Samstag Rea Garvey supporten.. Quelle: Fotos: Jannis Döring
Leipzig

Im Frühjahr setzte sich die Singer-Songwriterin Karo Lynn aus Leipzig beim neuen bundesweiten Talentförderwettbewerb Köstritzer Fresh Talents gegen über 500 Mitbewerber durch. Im Finale gegen die Hannoveraner Band „C For Caroline“ und die Berliner Gruppe „Kann Karate“ überzeugte sie die elfköpfige Jury, die unter anderem aus Musikprofis wie TV-Moderator Markus Kavka sowie den Musikern Frank Dellé, Michael Schulte und Rea Garvey bestand. Dessen Konzert am Samstag auf der Peißnitzinsel in Halle darf Karo Lynn als Support Act eröffnen. Wir befragten die 22-Jährige zuvor nach neuen Erfahrungen und Hoffnungen.

Wie sind Sie auf Fresh Talents aufmerksam geworden?

Es war tatsächlich so, dass meine Mutter einen Aufruf zur Bewerbung für die Teilnahme an dem Wettbewerb in der LVZ gelesen hat. Den hat sie mir gezeigt und mich darauf aufmerksam gemacht. Also hab’ ich mich beworben.

Wie sind Sie in den Wettbewerb gegangen? Mit Alles-oder-Nichts-Haltung oder ganz entspannt?

Aus so vielen Mitbewerbern als eine der drei Finalisten ausgewählt zu werden, war schon überwältigend. Ich wollte auf jeden Fall so viel wie möglich aus dem Workshop-Wochenende in Berlin mitnehmen und die Jury von mir überzeugen. Deswegen war ich im Voraus auch recht nervös. Das hat sich in Berlin allerdings sehr schnell gelegt, da die Atmosphäre dort super familiär und entspannt war.

Was ging Ihnen zuerst durch den Kopf, als Sie zur Siegerin gekürt wurden?

Im ersten Moment konnte ich es gar nicht glauben, dass da tatsächlich mein Name gefallen ist, als die Entscheidung der Jury verkündet wurde. Ich muss auch zugeben, dass ich zunächst etwas überfordert war. Ich habe mich gleichzeitig aber auch extrem gefreut, Rea Garvey auf seiner Tour supporten zu dürfen. Das ist eine große Chance für mich.

Zu welchen Erkenntnissen hat Sie der Workshop geführt?

Die Experten haben einen guten Einblick in die verschiedenen Facetten der Musikbranche gegeben. Allerdings hat mir das Wochenende in Berlin auch noch mal die harten Bedingungen der Musikbranche bewusst gemacht.

Wie sehr hat Sie das irritiert? Träumen Sie von der großen Karriere oder würde Sie die damit verbundene Dauerbeobachtung von Medien und Fans eher abschrecken?

Ich habe natürlich Ziele und Träume, die ich gerne verwirklichen will. Dass man damit stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, gehört einfach dazu. Ich glaube, man muss für sich den richtigen Weg finden, den Spaß und die Lust an dem Beruf nicht zu verlieren.

Wofür nutzen Sie die 5000 Euro Preisgeld?

Das Preisgeld stecke ich komplett in die Promotion meines neuen Albums „Outgrow“, das Anfang des nächsten Jahres erscheinen wird. Das ist ein echtes Herzensprojekt für mich.

Sie sind der Gegenentwurf zu einer aufgedrehten Selbstdarstellerin. Ist dieser Erfolg ein Signal und Hoffnungszeichen dafür, dass Effekthaschen nicht jede Jury beeindruckt?

Ich versuche immer so zu sein, wie ich bin und mich nicht zu verstellen. Vielleicht wäre es manchmal einfacher, wenn ich mehr aus mir herauskommen würde. Aber die Bewertung der Jury beim Köstritzer Fresh Talents-Wettbewerb hat auch gezeigt, dass eben nicht nur Selbstdarstellung zählt.

Sind Sie so melancholisch, wie es manche Ihrer Songs vermuten lassen?

Ich nutze die Musik, um gewisse negative Situationen oder Gefühle zu verarbeiten. Ich denke, jeder Mensch hat gewisse Phasen, in denen nicht alles so läuft wie man es sich vorstellt. Melancholie ist aber ein wichtiges Gefühl, das versuche ich meinen Songs einzufangen.

Nun naht der Auftritt als Support von Rea Garvey. Vorband zu sein, ist nicht immer ein leichter Job. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in diesen Abend in Halle?

Rea Garvey zum zweiten Mal zu supporten ist einfach großartig, insbesondere am Samstag durch die räumliche Nähe zu meiner Heimatstadt. Ich hoffe, dass ich dort auf viele Leipziger treffe.

Welche Erfahrung haben Sie aus Ihrem ersten Auftritt in Trier gezogen?

Nach dem Auftritt in Trier haben wir, ich und meine Band, extrem Lust auf mehr bekommen. So eine professionell organisierte Show motiviert total. Wir hatten dort mega viel Spaß auf der Bühne und freuen uns deshalb jetzt umso mehr auf die zweite Show in Halle.

Was glauben Sie, wie lange können Sie Ihren Erfolg bei den Fresh Talents und die damit verbundenen Auftritte tragen?

Das weiß ich natürlich nicht, aber ich werde auf jeden Fall daran arbeiten, auch weiterhin Menschen mit meiner Musik zu berühren.

Welches Thema bewegt Sie gerade am meisten – und warum?

Am meisten beschäftige ich mich zurzeit mit dem besagten neuen Album, dem Release-Plan und dem Aufstellen eines Konzepts für meine Band. Vor allem Letzteres ist eine komplett neue Erfahrung für mich, die sehr viel Spaß macht, aber auch sehr viel Arbeit mit sich bringt. Es ist alles gerade sehr aufregend für mich, und ich bin mega gespannt auf die nächste Zeit.

Wann soll das neue Album fertig sein?

„Outgrow“ wird im nächsten Jahr released, wobei es schon diesen Sommer mit einer ersten Single losgehen soll. Es ist das erste Mal, dass ich Songs mit einer Band umsetze. Für mich als Singer/Songwriterin ist das etwas Besonderes. Am Anfang hatte ich Zweifel, ob es zu mir passt, jetzt bin ich sehr glücklich über diese neue Richtung.

Interview: Mark Daniel

Neben Karo Lynn ist auch die Berliner Popsängerin Leslie Clio Support für Rea Garvey, der auf seiner Tournee sein aktuelles Album „Neon“ vorstellt. Für das Konzert am Samstagabend auf der Freilichtbühne Peißnitz in Halle (Birkenallee), das um 20 Uhr beginnt, gibt es noch Karten – unter anderem an allen Geschäftsstellen der LVZ (ab 57,90 Euro). Mehr Infos zur Künstlerin auf www.karolynn.de.

Von Mark Daniel

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