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Kultur Regional Kiss rocken die Arena Leipzig
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12:26 28.05.2019
Konzert der Band KISS - „End of the Road Tour“ am 27.05.2019 in der Arena Leipzig (Sachsen). Quelle: Christian Modla
Leipzig

Ein Anfang mit Hochspannung, Strom-Gitarren-Musik, krachender Rock’n’Roll: Kiss haben auf ihrer Abschiedstournee in der Leipziger Arena Halt gemacht.

Wie war Kiss drauf?

Euphorisch: Paul Stanley ein wenig heiser, aber noch immer der geborene Frontmann. Einer, dem die Heiserkeit weit mehr auf die Stimme schlägt, wenn er spricht – also schreit, als wenn er singt – also schreit. Einer, der sein Publikum vom ersten Ton an im Griff hat. Einer, der seine Kollegen vom Start weg mitzieht. Obwohl die das nicht nötig haben: Gene Simmons am Bass, Tommy Thayer an der Lead-Gitarre und Eric Singer am Schlagzeug (und aktuell der beste Sänger im Quartett) lassen sich nicht lange bitten, sondern beginnen ihre Abschiedstournee (Wirklich? Schade! Sehr schade!) in der mit rund 10.000 Fans gut gefüllten Arena Leipzig mit Hochspannung – und legen bei jedem einzelnen der knapp zwei Dutzend Songs aus beinahe einem halben Jahrhundert Bandgeschichte noch nach. Meist mehr als nur ein bisschen.

KISS spielten auf ihrer „End of the World Tour“ am 27. Mai 2019 in der Arena Leipzig.

Wie war die Stimmung?

Das steckt an. In der Halle sind nach wenigen Tönen, wenigen Sätzen, wenigen Riffs die Hände oben. Und weil Kiss die Entertainment-Schraube gnadenlos immer fester anzieht, gehen die meisten davon allenfalls mal runter, wenn die Muskeln nicht mehr mitspielen. Man kennt die Texte, kennt die Melodien, kennt die Rituale. Wer zum ersten Mal bei einem Kiss-Konzert ist – auf Nachfrage bekennt sich knapp die Hälfte zum Novizentum -, kann sich auf seinen Nachbarn verlassen, der weiß, wann die Pommesgabel gefragt ist, wann Gebrüll, wann was auch immer.

Was waren die Höhepunkte?

Der Höhepunkt dieses Konzerts ist dieses Konzert. Natürlich merkt man den vier älteren Herren beides an: dass sie erstens den im Grunde gleichen Song seit knapp einem halben Jahrhundert immer wieder neu zelebrieren. Dass sie zweitens auch nicht gefeit sind vor den Zumutungen des Alters. Macht aber nichts. Gar nichts. Weil diese krachende Rock’n’Roll-Party sich über die Zeit erhebt. Von Anfang an knallt sie wie ein Kindergeburtstag, von dem Gastgeber und Gäste noch ihren Enkeln am Kaminfeuer erzählen.

Wie waren Sound und Bühne?

Kiss, das steht nicht für feinsinnige Strom-Gitarren-Musik. Kiss, das zielt eher grobmotorisch auf Bauch und Leber. Schlecht ist es darum nicht – und das Detail keineswegs egal. Drum ist es schade, dass der Sound nicht befriedigt. Es ist laut, aber nicht zu laut, kaum je erreicht der Pegel 100 Dezibel. Folglich ist es doppelt schade, dass Bass und Drums dennoch ziemlich konturlos wummernd immer wieder die grandios simplen, aber unfassbar fetten Gitarrensolos Tommy Thayers überdecken und oft auch das, was Paul Stanley sich von der Seele brüllt. Das durchaus trick- und fintenreiche Bassspiel Gene Simmons‘ hat in seinen feinen Verästelungen schon gar keine Chance. Deswegen lässt er sie diesmal auch bleiben.

Optisch dagegen ist die Show ein Kracher – im wahrsten Sinne des Wortes. Nach wenigen Sekunden bereits haben die Pyrotechniker alle Hände voll zu tun, und weniger wird es nicht im Laufe der rund zwei Netto-Stunden mit Kiss. Laser, Animationen, Kanonenschläge, fliegende Funken und Frontmänner … beim Anfang vom Ende von Kiss bleibt kein Auge trocken.

Wie hoch war der Unterhaltungsfaktor

Kurzum: Wer in Leipzig nicht dabei war, sollte sich ranhalten und den vier Geschminkten hinterherreisen. Dieser krachende Besuch im Rock-Museum ist jeden Kilometer wert. Und jeden Cent sowieso.

Von Peter Korfmacher

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