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Kultur Regional Klaus Jentzsch zeigt in Kleinzschocher Werke von Georg F. Matthäus
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18:49 17.06.2019
Klaus Jentzsch in seiner Kleinen Galerie in der Windorfer Straße 106 in Leipzig. Bilder von Georg F. Matthäus. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Klaus Jentzsch ist 80 und seit jeher passionierter Sammler. In Kleinzschocher, dort wo die Windorfer auf die Dieskaustraße trifft, sammelt er Tiere in seinem Streichelzoo. Unmittelbar angrenzend sammelt er, bereits zu DDR-Zeiten, ab 1961 im Umzugs- und Entrümpelungsgeschäft und wenig später überdies als Champignon-Züchter „zwischenzeitlich zu einigem Wohlstand gekommen“, Häuser: Windorfer Straße 104, 106 und 108 sind die seinen.

Klaus Jentzsch zeigt in Kleinzschocher 40 Bilder von Georg F. Matthäus

Mieter sammelt er darin nicht, „die können noch so gute Papiere haben, am Ende zahlen sie ihre Miete nicht und ruinieren dich schließlich“. Also sammelt Klaus Jentzsch vor allem viel Platz in den Stockwerken unter seiner sehr großzügigen Dachwohnung mit dem wunderbaren Blick nach Süden.

„So was fehlte mir noch“

Das trifft sich gut, denn mittlerweile ist Klaus Jentzsch auch unter die Kunstsammler gegangen. Und weil sich beides, die Kunst und der Platz, so wunderbar ergänzen, eröffnet er am Samstagnachmittag seine eigene Galerie. Denn „so was fehlte mit noch, das wollte ich immer schon einmal machen“.

Nun zeigt er gut 40 Werke von Georg F. Matthäus in einer Hängung, die so ist, weil Jentzsch von ihr sagt, „dass es mir so gut gefällt und ich so viele Bilder wie möglich zeigen möchte“. Das älteste Werk stammt noch aus den 60ern, das jüngste entstand in diesem Jahr. Die Sujets fand Matthäus in der klassischen Mythologie, im Alltag, vor der Haustür, im Freundes- und Bekanntenkreis. Und die Qualität ist recht unterschiedlich. Vom sichtlichen Gelegenheits-Opus bis zur fein ausbalancierten Komposition und dem exzellenten Porträt ist in allen Formaten und vielen Techniken alles dabei. Nur die Gegenständlichkeit der Malerei eint dieses umfängliche Kunst-Konvolut – Jentzsch bezeichnet Matthäus folgerichtig als „Maler der Alten Leipziger Schule“.

Schüler von Tübke und Heisig

Georg F. Matthäus wurde 1945 in Leipzig geboren, studierte nach Anfängen als Kulissenmaler an der Oper Leipzig, wo er sich bei der Arbeit am „Tannhäuser“ unheilbar mit dem Wagner-Virus infizierte, hier bei Werner Tübke und Bernhard Heisig, holte sich Inspirationen bei Goya und wirkte bis 1983 als freischaffender Künstler in Leipzig. Danach zog er nach Berlin, wo er noch heute lebt. Die 40 Bilder der Jentzsch-Galerie stammen aus Prora auf Rügen, wo sich in einer Sonderausstellung im „Erlebnis-Museum Kulturkunststatt“ zahlreiche Bilder des Künstlers finden.

Zugänglich machen

Aus gesundheitlichen Gründen wird Georg F. Matthäus zur Galerieeröffnung am Samstag, seinem 74. Geburtstag, wohl nicht persönlich kommen können. „Aber wir werden eine Möglichkeit finden, ihn per Video zuzuschalten – oder so etwas“, sagt Jentzsch.

Zum Verkauf stehen die Werke übrigens nicht, schließlich ist er Sammler, nicht Händler: „Ich möchte sie nur für die Leute zugänglich machen, ich finde das haben Kunst und Künstler verdient.“

Samstag, 22. Juni, 16 Uhr, Galerie-Eröffnung mit Werken von Georg F. Matthäus, Windorfer Straße 106; Infos und Anmeldung unter Tel. 0177 5228113 bei Klaus Jentzsch

Von Peter Korfmacher

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