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Kultur Regional Kurt-Wolff-Preis geht an Merlin-Gründer Andreas Meyer
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15:43 13.12.2018
Merlin-Gründer Andreas J. Meyer (90). Quelle: Roger von Heereman/Merlin Verlag
Leipzig

Eigentlich verleiht die Kurt-Wolff-Stiftung als Interessenvertretung unabhängiger deutscher Verlage ihren Kurt-Wolff-Preis an eine dieser Institutionen. In diesem Jahr aber ist es anders, vielleicht, weil immer mehr Bundesländer eigene Verlagspreise vergeben.

Jedenfalls geht die mit 26 000 Euro dotierte Auszeichnung an Andreas J. Meyer und damit an „eine große Verlegerpersönlichkeit in der Welt der kleinen Verlage“. Das teilte die in Leipzig ansässige Stiftung am Donnerstag mit. Sie ehre Meyer „für die Energie, den literarischen Spürsinn und die Ausdauer, mit der er den Merlin Verlag, den er 1957 gründete, zum Modell eines Kleinverlages gemacht hat, an dem sich die nachfolgenden Generationen orientieren konnten.“

Freundschaft mit Janosch

Der Merlin Verlag ist deutschsprachiges Zuhause von Friedenspreisträger Boualem Sansal, Jean Genet oder Alfred Métraux. Aus der Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Künstlern wie Johannes Grützke und Horst Janssen und mit der Werkstatt Rixdorfer Drucke entstanden bibliophile Buchausgaben und Grafikeditionen. Die Freundschaft und langjährige Zusammenarbeit Meyers mit Janosch führte 1987 zur Gründung des Schwesterverlags Little Tiger.

Friedenspreisträger Boualem Sansal. Sein Werk erscheint in Deutschland bei Merlin. Quelle: André Kempner

Der 90-jährige Gründer, geboren am 18. Dezember 1927 in Hamburg, hat die Geschäfte vor Jahren schon an Tochter Katharina Eleonore Meyer übergeben – er aber ist es, der in Gifkendorf in der Küche steht und eine Bouillabaisse kocht, wenn Eugen Ruge vorbeischaut. Im Merlin Theaterverlag ist Ruges Stückfassung „In Zeiten des abnehmenden Lichts erschienen“. Der hatte vor Jahren den Leipziger Autor Thomas Fritz empfohlen, dessen Romane „Blick und Beute“, „Selbstporträt mit Schusswaffe“ und in diesem Jahr „Kinder des Labyrinths“ bei Merlin verlegt wurden.

Den mit 5000 Euro dotierten Förderpreis erhält die edition.fotoTapeta, gegründet 2007 in Berlin und in Warschau, die „das deutschsprachige Publikum durch Romane, Essays und Erzählungen mit der Geschichte und Lebenswelt seiner osteuropäischen, zumal polnischen Nachbarn vertraut macht“, wie es in der Pressemitteilung heißt. Und darüber hinaus. In diesem Herbst ist dort beispielsweise „Nach Europa! Das junge Afrika auf dem Weg zum alten Kontinent“ erschienen, ein Essay von Stephen Smith. Er hat dafür gerade den Prix d’Académie der Académie française erhalten.

Verleger Andreas Rostek von der edition.fotoTapeta. Quelle: Jolanta Byliniak

Die Preisverleihung findet im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt: am 22. März, 13 Uhr, im Forum „Die Unabhängigen“, das von der Kurt Wolff Stiftung in Zusammenarbeit mit der Buchmesse organisiert wird

Von Janina Fleischer

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