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Kurt Wolff Preis geht an Verleger Ulrich Keicher und die Edition Converso

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18:31 26.02.2021
Ausgezeichneter Verleger: Ulrich Keicher.
Ausgezeichneter Verleger: Ulrich Keicher. Quelle: Gerd Schroff
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Leipzig

Der Kurt Wolff Preis geht an den Verleger Ulrich Keicher, der seit fast 40 Jahren das literarische Leben mit einem weit gespannten Programm selbst hergestellter Bücher bereichert. „Die sorgfältig gestalteten schmalen Bände schlagen Brücken zwischen Literatur und bildender Kunst“, heißt es in einer Mitteilung der Kurt Wolff Stiftung. Keichers Bücher „entfalten in Essays und Notizen, Gedenkblättern und Erinnerungen, Kommentaren und Reflexionen das große Spektrum kleiner Prosa und der Welt der Gedichte.“

Ulrich Keicher wurde 1943 in Stuttgart geboren, 1973 eröffnete er in Leonberg-Warmbronn ein Antiquariat und gründete 1983 seinen Verlag. Dort erschien zunächst die „Reihe Roter Faden“, großenteils im Bleisatz, mit 16 Seiten in einer Auflage von 200 Exemplaren. Inzwischen entstehen die Bücher des Verlags in elektronischem Druckverfahren, die Herstellung bleibt in der Hand des Verlegers.

Förderpreis für die Edition Converso

Monika Lustig, Gründerin der Edition Converso. Quelle: ARTIS Edition converso

Der Kurt Wolff Preis ist mit 35.000 Euro dotiert und wird flankiert von einem Förderpreis, ausgestattet mit 15.000 Euro. Diese Auszeichnung geht an die Edition Converso, 2018 von Monika Lustig als Ein-Frau-Verlag gegründet. Sie bringe „die Vielfalt der Kulturen des Mittelmeerraums in erzählender Prosa, Lyrik und gehaltvollen Sachbüchern näherbringt“, wie es zur Begründung heißt. Mit kleiner Infrastruktur und großer Wirkung stelle der Verlag Zusammenhänge her zwischen den Literaturen in Südeuropa, dem Balkan, Nordafrika und dem Nahen Osten.

Die Preisverleihung findet voraussichtlich Ende Mai in Leipzig statt; kurt-wolff-stiftung.de

Kurt Wolff Stiftung

Die Kurt Wolff Stiftung hat sich der Förderung einer vielfältigen Verlags- und Literaturszene verschrieben. Gegründet wurde sie am 17. Oktober 2000 von unabhängigen Verlegerinnen und Verlegern sowie dem damaligen Kulturstaatsminister Michael Naumann. Der Name der Stiftung erinnert an den bedeutenden Verleger des deutschen Expressionismus, der von 1887 bis 1963 lebte und mit dem Kurt Wolff Verlag unter anderem in Leipzig wirkte.

Die Stiftung versteht sich als Interessensvertretung unabhängiger deutscher Verlage, derzeit gehören dem Freundeskreis 127 Verlage an. Der Sitz der Stiftung ist im Leipziger Haus des Buches, finanziert wird die Arbeit mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie aus Spenden. Mit ihrem Lese-Forum „Die Unabhängigen“ war die Stiftung zuletzt auf der Leipziger Buchmesse vertreten.

www.kurt-wolff-stiftung.de

Von LVZ