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17:00 26.08.2019
Nichtstun ist nicht Faulenzen. Es ist anstrengender. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa
Leipzig

Auszeit, Muße, Abstand, Pause, Ruhe. Irgendwann ist es genug. Man muss nicht in einer Beziehung leben, um Freizeit einzufordern. Doch was fängt der Mensch damit an?

Die Band Rammstein stellt die Instrumente für eine Weile in die Ecke, und Sänger Till Lindemann informiert seine Fans darüber mit einem Foto, das ihn mit einem Buch zeigt. Er wird lesen. Auch die Musiker der Band AnnenMayKantereit legen die Füße hoch. Hier besteht der Plan darin, das jeder machen kann, „was er möchte“.

Nichts heißt: nichts

Da sind natürlich alle neidisch, die ihren Urlaub soeben hinter sich gebracht haben und nun einen Winter lang auf den nächsten warten müssen und darauf, endlich wieder Zeit zu haben, um das tun zu dürfen, was sie wollen. Was aber ist das? Was anstellen, wenn die Steuererklärung abgegeben, das Werkzeug sortiert und die Wäsche gelegt ist? Wohin, wenn alle Wälder durchstreift sind, alle Bienen gerettet, alle Fahnen geschwenkt?

Für diesen Moment haben die Dänen Hygge erfunden, Sie erinnern sich: Behaglichkeit als Lebensaufgabe. Doch nun ist die letzte Wollsocke gestrickt, das letzte Kissen aufgeschüttelt, das letzte Lifestyle-Magazin durchgeblättert. Es wird Zeit für: Niksen. Das kommt aus den Niederlanden, es geht ums Nichtstun.

Nichts heißt nichts. Nicht mal meditieren ist erlaubt, nachzudenken schon das höchste der Gefühle. Seine Gedanken zu teilen, würde bereits zu weit führen, erst recht, wenn dazu ein mobiles Endgerät zur Hand genommen wird. Mag sein, dass Niksen wie ein weiterer Wohlfühl-Trend klingt, für viele aber ist es Leistungssport. Sie brauchen Wettbewerbe im Nichtstun. Bringt ja sonst nichts.

Von Janina Fleischer

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