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Kultur Regional Lauter Alarm mit Bloc Party auf der Parkbühne
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10:01 26.06.2019
Vor 14 Jahren gelang ihnen der große Wurf: Kele Okereke (Zweiter von links) und die Kollegen von Bloc Party im Clara-Zetkin-Park. Quelle: André Kempner
Leipzig

2005 war die Welt noch in Ordnung. Kein Brexit, kein Trump und auch der Klimawandel war allenfalls zu erahnen. Angela Merkel sollte in Deutschland erst noch die Macht erklimmen und in Leipzig die WM-Gruppen ausgelost werden, als im Februar dieses Jahres eine Indie-Rock-Band aus London ein Albumdebüt veröffentlichte, das – wenn nicht sogar die ganze Musikgeschichte – so doch zumindest ihre eigene nachhaltig veränderte. „Silent Alarm“ von Bloc Party wurden nicht nur von so gut wie allen Musikkritikern hochgelobt, sondern war auch ein kommerzieller Erfolg, was etwa Platz drei der britischen Charts verdeutlicht.

14 Jahre später gilt das Album immer noch als das beste von Bloc Party – Grund genug offenbar für die Band, auch ohne runden Geburtstag eine reine „Silent Alarm“-Tour zu veranstalten. Nach Konzerten in Köln und Berlin führte diese die Briten am Dienstagabend in die trotz tropischer Temperaturen rammelvolle Parkbühne im Clara-Zetkin-Park.

Nachdem das Publikum von emsländischen Indie-Rockern namens Razz passend eingestimmt ist, betreten kurz nach halb 9 die eigentlichen Stars des Abends die Parkbühne. Mit „It’s the last day of our Silent Alarm tour and we are happy to be here“, begrüßt Frontmann Kele Okereke die Menge.

Von hinten nach vorne

Der 37-Jährige, der sich zwischendurch auch mal als Solokünstler versucht hatte, ist erkennbar in guter Laune und ermuntert immer wieder die Zuschauer, mehr aus sich herauszugehen. Das ist zu Beginn bei den eher getrageneren Stücken „Compliments“ und „Plans“ aber naturgemäß schwierig und ändert sich erst beim treibenden „Luno“ ernsthaft. Kenner werden sofort bemerken, dass die Reihenfolge der gespielten Songs umgekehrt im Vergleich zum Album ist.

So kommen die wahren Klassiker „Banquet“, „Helicopter“ und „Like Eating Glass“ erst zum Ende des regulären Auftritts. Vorher wird noch einiges an Konfetti sowie Strobolicht von der ansonsten sehr minimalistisch dekorierten Bühne verschossen.

Sperrstunde im Nacken

Nach einem sparsamen „Tschüs“ sind Okereke und Co. auch schon bald wieder zurück aus der Zugabenpause, die Parkbühnen-Sperrstunde drängt schließlich. Nun werden auch Songs angestimmt, die nicht auf „Silent Alarm“ zu finden sind, laut Okereke seien diese sogar teilweise besser als die vorherigen. Ebenfalls ein Klassiker ist jedenfalls „Kreuzberg“, das „extra für die deutschen Fans“ gespielt wird, wie der Frontmann erklärt. Nur für das Mädchen in der ersten Reihe, dessen Energy ansteckend sei, kommt dagegen anschließend der nächste große Hit „Hunting for Witches“.

Dann wäre noch Zeit für zwei weitere Songs, meint Okereke, obwohl es doch erst 21.45 Uhr ist. Doch nach „Flux“ und „Ratchet“ ist tatsächlich Schluss, mit einem genauso sparsamen „Auf Wiedersehen“ verabschieden Bloc Party ihr Publikum in die hochsommerliche Nacht – passend in den Park begleitet von den Klängen von Lionel Richies „All Night Long“.

Von Rainer Kelch

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